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Stadtplanung: Alles was Sie zu den Aufgaben von Stadtplaner*inner wissen müssen

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Die Vielfältigkeit und Wichtigkeit von Stadtplanung überraschen immer wieder. Foto © shawnanggg auf Unsplash
Die Vielfältigkeit und Wichtigkeit von Stadtplanung überraschen immer wieder. Foto © shawnanggg auf Unsplash
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Zwei Drittel aller Menschen leben in Städten. Dass diese Orte der Planung und Gestaltung bedürfen, ist klar. Wie vielfältig und wichtig das Aufgabenfeld der Stadtplanung ist, überrascht immer wieder.

Herausforderung Stadt

Weltweit ist eine unüberschaubar große Zahl von Städten und Stadttypen zu finden. Sie alle ticken unterschiedlich. Während die einen wachsen, dichter und breiter werden, gehen andere in die Höhe oder verlieren sich. Nur selten verschwinden Städte ganz. Allein in Europa existiert eine große Bandbreite verschiedener Städte, obwohl oft von der „europäischen Stadt“ gesprochen wird. 

Die Idee der europäischen Stadt verbinden viele mit Bildern von alten Stadtkernen, von buntem Treiben, prächtigen Bauten und grünen Freiräumen. Doch auch das kreative Durcheinander verschiedener Nutzungen und Bevölkerungsgruppen gehört dazu. Und genau dieses gilt es auszutarieren; das ist die Aufgabe von Stadtplanung. Das sieht auch die Architektenkammer so. Die Profession hat den Auftrag, ein gutes Maß für das Miteinander und Nebeneinander unterschiedlicher Bedürfnisse und Anforderungen zu schaffen. Das ist ein dynamischer Prozess: das Aufgabenfeld von Stadtplanung, in dem Kontinuität und Wandel gleichermaßen vorkommen. 

Foto © Tobias auf Unsplash
Foto © Tobias auf Unsplash

Mobilität, Klima- und Ressourcenschutz

Die heutigen Herausforderungen im Umgang mit Städten sind enorm. So unterschiedlich urbane Räume auch sind, es kommen immer verschiedene soziale Milieus zusammen, die angemessene Räume benötigen. Aber auch demographische Veränderungen und der Zuzug von Menschen erfordern Anpassungen in der Wohn- und Infrastruktur. Hier ist vor allem die Schaffung bezahlbarer Wohnräume derzeit von großer Bedeutung. Aber auch Klima- und Ressourcenschutz und neue Ansätze für Mobilität stehen auf der Agenda von Stadtplanung. Letztlich sind diese Themen nicht in Verwaltungen oder von Expert*innen alleine zu behandeln. Vielmehr gehört bürgerschaftliche Teilhabe dazu. Das Aufgabenfeld der Stadtplaner*innen ähnelt einem Labor. Derzeit wird insbesondere an Entwicklungen geforscht, die zum Erhalt nachhaltiger, gesunder und lebenswerter Strukturen vonnöten sind.

Aufgabenfeld Stadtplanung

Wenngleich es immer wieder experimenteller und neuer Herangehensweisen in der Gestaltung von Städten bedarf, ist Stadtplanung ein vorausschauendes Tätigkeitsfeld. Sie ist sozialen und gesellschaftlichen Werten verpflichtet, die Einfluss auf die regionale, urbane und ländliche Entwicklung haben. Vor diesem Hintergrund trägt das Aufgabenfeld Stadtplanung eine große gesellschaftliche Verantwortung. Denn Stadtplaner*innen schaffen den gestalterischen, funktionalen und ökologischen Rahmen, in dem sich Menschen, Bürger*innen und Stadtgesellschaften zukunftssicher entwickeln können.

Die Stadtplanung ist also eine der Öffentlichkeit verpflichtete Disziplin. Sie setzt Rahmen, wägt fachliche Belange ab, erstellt städtebauliche Pläne zur Steuerung der räumlichen, sozialen und ökonomischen Zukunft von Regionen, Städten, Dörfern, Stadtteilen und Quartieren. Da diese Prozesse oft über lange Zeiträume laufen, brauchen Stadtplaner*innen neben fachlicher und gestalterischer Kompetenz auch Überzeugungskraft, Engagement und Ausdauer.

Stadtplaner*innen in Aktion

Das Aufgabenspektrum der Stadtplaner*innen ist so vielfältig wie die Städte selber. Das ist ein wichtiges Charakteristikum des Berufsbildes, das sich kontinuierlich verändert. So rücken in jüngster Zeit beispielsweise Verfahren zur Bürgerbeteiligung und Projektentwicklung vermehrt in das Tätigkeitsfeld von Stadtplaner*innen. Darüber hinaus beschäftigen folgende Fragen derzeit die Stadtplanung: Wie werden die Menschen zukünftig leben und arbeiten? Wie müssen sich Städte verändern, um sozial und ökologisch lebenswert zu bleiben und Lebensraum für künftige Generationen sein zu können? Diese Fragen werden nicht allein von Büros für Stadtplanung abgearbeitet. Vielmehr müssen sie Inhalt dauerhafter gesellschaftlicher Diskurse sein. Deshalb braucht Stadtplanung kontinuierliche, städtebauliche Debatten und Gespräche, um zentrale Frage gemeinsam mit der Gesellschaft zu diskutieren.

Foto © Brandon Jacoby auf Unsplash
Foto © Brandon Jacoby auf Unsplash

Themenfelder der Stadtplanung

Ein zentrales Thema in der Stadtplanung ist die Gestaltung und Vernetzung von Stadt- und Freiräumen. Hier ringen Stadtplaner*innen immer wieder um den Erhalt und die ansprechende Gestaltung öffentlicher Räume, Plätze und Straßenräume. Aber auch identitätsstiftende Stadtstrukturen und deren Bestand sind für Städte wichtig. Jede Stadt braucht gebaute Erinnerungen, die zu ihrer Identität gehören und Basis für die Gestaltung ihrer Zukunft sind.

Im Aufgabenfeld Stadtplanung wird aber auch über wirtschaftliche Entwicklungspotenziale und merkantile Fragestellungen nachgedacht. Denn eine lebenswerte Stadt ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Unternehmen attraktiv. Darüber hinaus hängt die Attraktivität von Städten zunehmend von Möglichkeiten zur Fortbewegung ab. Von der Funktionalität und Planung der Mobilität gehen starke Impulse für die künftige Stadt- und Regionalentwicklung aus. Verkehrsplanung muss heute intermodal gedacht werden und stellt derzeit ein wichtiges Aufgabenfeld in der Stadtplanung dar.

Klimawandel, wichtiges Aufgabenfeld der Stadtplanung

Darüber hinaus ist der Klimawandel in den vergangenen Jahren zum wichtigen Aufgabenfeld der Stadtplanung geworden. Dabei geht es nicht nur um Anpassung der Städte an neue klimatische Bedingungen. Auch der vorbeugende Klimaschutz bleibt eine Aufgabe, die auf Stadt- und Quartiersebene konkrete Lösungen braucht. Desweiteren stellt ist das große Themenfeld digitale Infrastruktur von Bedeutung. In Städten werden immer mehr Informationen gesammelt und bald werden alle Austausch- und Kommunikationssysteme in der Stadt digital sein. Damit kommen neue Fragen auf, die Stadtplanung beschäftigen.

Foto © Christophe Dion auf Unsplash
Foto © Christophe Dion auf Unsplash

Stadtplanung und Quartiersmanagement

Neben ganzen Städten und Regionen hat das Quartier als Handlungsebene im Aufgabenfeld der Stadtplanung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Deshalb arbeiten Stadtplaner*innen vermehrt im Quartiersmanagement und bringen dort all diejenigen Akteure zusammen, die in den verschiedenen Bereichen der Verwaltung, der lokalen Politik, der privaten Wirtschaft, der lokalen Vereine und der nicht organisierten Anwohner*innen aktiv sind. Stadtplaner*innen entwickeln hier integrierte Handlungskonzepte mit dem Ziel, den jeweiligen Stadtteil mit einer positiven Entwicklung aufzuwerten.

Gesetzestreu und dennoch experimentell

Das Aufgabenfeld Stadtplanung orientiert sich in Deutschland an einem festen Gesetzes- und Regelwerk, das langfristige, verlässliche Planungen ermöglicht. Allerdings finden immer mehr Stadtentwicklungsprozesse im Bestand statt. Hier ist Kreativität in Umbau und Erneuerung von Bestehendem gefragt. Gleichzeitig sind immer wieder planerische Anpassungen an gesellschaftliche Herausforderungen wichtig. Stadtplanung ähnelt also zunehmend einem Labor. Darüber hinaus werden vermehrt die Bürger*innen eingebunden. Das führt dazu, dass Verantwortliche in der Stadtplanung Kompromisse entwickeln und auch unorthodoxe Lösungsansätze erproben zu müssen. Sie müssen aber auch kommunikative Verfahren gestalten und moderierend agieren.

(Lebens)Qualität in der Stadt

So vielfältig die Handlungsfelder der Stadtplanung sind, so zentral ist die Entwicklung und Erhaltung der Lebensqualität in der Stadt. Vielfach müssen gestalterische und qualitative Aspekte im Spannungsfeld von finanziellen und auch politischen Erwägungen erkämpft werden. Das ist eine der großen Herausforderungen der Stadtplanung. Sie hat den gesellschaftlichen Auftrag, um Qualität zu ringen. Viele Engagierte kommen dieser Aufgabe in politischen und zivilgesellschaftlichen Gremien, im Auftrag von Kommunen, in Büros und Verbänden nach. Das ist und bleibt wichtig. Denn das Ringen um Lebensqualität in der Stadt ist die zentrale Aufgabe der Stadtplanung.

Wer Interesse an einem Studium der Stadtplanung hat, kann hier mehr darüber erfahren.

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Die Mitte von Berlin bleibt grün

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Die Perspektive zeigt die geplanten Stufen am Ufer der Spree.

1. Preis an Büro RMP Lenzen: Stufen am Ufer der Spree mit Blick auf Dom (Visualisierung: RMP Lenzen)

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Es geht um eine prominente Fläche in Berlins historischer Mitte: Eingespannt zwischen dem neuen Humboldt-Forum und dem Fernsehturm bekommen das Rathaus- und Marx-Engels-Forum eine neue Gestaltung. Das Büro RMP Stephan Lenzen hat den Wettbewerb für die grüne Mitte von Berlin gewonnen.

Dort wo die Wurzeln der Stadt Berlin liegen, wird demnächst nicht wieder gebaut. Die Freifläche von Rathaus- und Marx-Engels-Forum bleiben Grün. Allerdings erhält das Areal eine neue Gestaltung, die in einer Freitreppe zur angrenzenden Spree mündet. Die Berliner Senatsverwaltung hat im Frühjahr zu einem Wettbewerb eingeladen. Nach einer ersten Phase durften die Bürger*innen mitreden. Daraufhin entwickelten insgesamt 21 Landschaftsarchitekturbüros ihre Ideen in der zweiten Phase des Wettbewerbs weiter. Die Landschaftsarchitek*innen vom Büro RMP Stephan Lenzen überzeugten schließlich die Jury. Sie schlugen ein zentrales Band vor, das denkmalgeschützte Bereiche des Rathausforums mit dem Marx-Engels-Forum verbindet. Dieses grüne Band endet in einer großen Treppe am Ufer der Spree. Gegenüber, auf der anderen Seite des Wasser, strahlt die Ostfassade des neuen Humboldt-Forums.

 

Viel Geschichte inmitten von Berlin

 

Früher hiess die Freifläche inmitten des alten Berlins „Park an der Spree“. Als eine der zentralsten Grünflächen im Ortsteil Mitte geht sie auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Der hatte das dortige Heilig-Geist-Viertel beschädigt, was schließlich die DDR-Führung veranlasst hat, es abzureißen. Seitdem ist die Fläche zwischen Karl-Liebknecht-Straße im Norden, dem Park am Fernsehturm im Osten, der Rathausstraße im Süden und der Spree im Westen unbebaut. Mittendrin stand lange ein Denkmalensemble, das jedoch beim Bau der U-Bahn an den nordwestlichen Rand rücken musste. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über die Zukunft des Marx-Engels-Forums diskutiert. Die Ideen waren vielfältig. Sie reichten vom Wiederaufbau des Heilig-Geist-Viertels bis zur Gestaltung eines Parks am Marx-Engels-Forum. Letztere hat sich schließlich durchgesetzt. 

Wettbewerbsaufgabe Marx-Engels-Forum

Die Gestaltung eines Parks auf dem Marx-Engels-Forum galt es nun, im Rahmen des Ideen- und Realisierungswettbewerb zu konkretisieren. Die Teilnehmer*innen waren gefragt, sich mit dem Gründungsort Berlins, mit den im Boden verborgenen historischen Schichten und der Umgebung auseinanderzusetzen. Am Ende der langen Debatte um die Zukunft dieses Ortes entstanden Bürgerleitlinien zur künftigen Entwicklung des Rathaus- und des Marx-Engels-Forums. Darin heißt es, dass ein Freiraum zu entwerfen ist, der den Dimensionen und der Bedeutung des Standortes gerecht wird und die Identität des Ortes stärkt. Darüber hinaus soll er die bewegte Geschichte erlebbar machen und gleichzeitig vielfältige und intensive Nutzungen ermöglichen. 

In der ersten Phase fragte der Wettbewerb zunächst nach einer Vision und einer Idee für das gesamte Marx-Engels-Forum. Erst die Teilnehmer*innen der zweiten Phase mussten ihre Vision herleiten. Darüber hinaus skizzierten sie im Ideenteil des Wettbewerbs einen Zwischenzustand für das Jahr 2030. In einem dritten Realisierungsteil war dann die konkrete Umsetzung für 2024 aufzuzeigen. Diese stufenweise Herangehensweise geht auf die angestrebte, schrittweise Realisierung des Projekts zurück. Die wird einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Entsprechend müssen die Ideen auf einer klaren Haltung basieren und viel Flexibilität für die prozesshafte Umsetzung bieten. 

 

Marx-Engels-Forum: überzeugender Entwurf von RMP Lenzen

 

Die Landschaftsarchitekt*innen vom Büro RMP Lenzen lieferten die überzeugendste Lösung für die neue Gestaltung von Rathaus- und Marx-Engels-Forum. Sie entwarfen einen Freiraum, der von einer markanten Figur geprägt ist. Er sieht vor, das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum von Bebauung freizuhalten. Der grüne Raum verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität mit Flächen zum Flanieren, zum Ausruhen, zum Genießen von spektakulären Aussichten auf Dom, Humboldt-Forum und Fernsehturm. RMP Lenzen bestückt den neuen Raum mit viel Grün und mit vielen schattenspendenden Bäumen. Aber auch Wasser gehört dazu, das zur Kühlung beiträgt sowie Versickerungsflächen, die zu einem künftigen Regenwassermanagement passen. Insgesamt sieht der Beitrag zum Wettbewerb Marx-Engels-Forum einen modernen, klimaresilienten Stadtraum vor, der vielfältige Nutzungen ermöglicht. 

Gut Ding braucht Weile

Mit der Idee, zunächst einen Grünraum im Herzen des alten Berlin anzulegen, bleiben Chancen für nächste Generationen erhalten. Für die nahe Gegenwart hat das Preisgericht empfohlen, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit von RMP Lenzen zu realisieren. Damit geht eine kontroverse Debatte zu Ende. Wohl kaum ein Ort in Berlin hat mehr Planungen und Diskussionen erlebt als das Marx-Engels-Forum. Aber für den Bausenator steht fest, dass die Stadt Berlin richtig gehandelt hat. Sie hat hier nach dem Fall der Mauer keine überstürzte Planung realisiert. Nun kann vor dem Hintergrund aktueller Planungen für den Alexanderplatz und den Molkenmarkt und unter dem Vorzeichen von Klimaanpassung und Mobilitätswende in Ruhe gestaltet werden.

Sie möchten mehr über Projekte der Hauptstadt erfahren? Wir haben die nächsten Planungsschritte auf dem ehemaligen Flughafenareal Berlin Tegel für Sie zusammengefasst.

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Wettbewerbsübersicht Dezember 2018 (2/2)

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Bewegung und Begegnung. © KCAP GmbH mit Ramboll Studio Dreiseitl

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Kulturquartier Lagarde-Campus, Bamberg – 1. Preis hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, mit Sauerzapfe Architekten, Berlin

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse im Dezember.

Straßenräume in Wiehl – 1. Preis Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Die Konversion der Lagarde-Kaserne soll in Bambergs Osten einen lebendigen, nutzungsgemischten Stadtteil schaffen – mit dem „Kulturquartier Lagarde“ als attraktive Quartiersmitte. Zwei Stadtplätze prägen zukünftig die neue Mitte und sollen mit ihrer frühzeitigen Schaffung einen wichtigen Baustein zur Entwicklung des Quartiers bilden. Der Siegerentwurf sieht zwei Baumhaine vor, welche die beiden Plätze verbinden, aber jedem einzelnen einen eigenen Charakter zugestehen. Der Lagarde-Platz südlich der Reithalle gestaltet sich als grüner Quartiersplatz, der stellvertretend für das gesamte Quartier, seine Transformation, sowie die nachhaltige Neuausrichtung steht. Der Platz ist Endpunkt der Grünverbindung Richtung Ostpark und zugleich urbanes Entrée des Quartiers. Als belebter Gegenpol dazu präsentiert sich der Kulturhof zwischen Reit- und Posthalle: Er ist unprätentiös und flexibel bespielbar, so die Jury. Außerdem bildet der Stadtplatz einen wichtigen Ankerpunkt für die Stadtverbindung zur Innenstadt.

Planungsdialog Hafner in Konstanz – 1. Preis KCAP, Zürich, mit Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen

Ein Transitraum wird zum Aufenthaltsraum, so die Entwurfsintention von Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten für das Zentrum von Wiehl. Ihr Siegerentwurf überwindet die starke Trennung des zergliederten Stadtraums und definiert Rathaus- und Hem-Platz als zentralen Platz am Kreuzungspunkt der Stadtachsen. Zukünftig prägt Naturstein das Zentrum – Farbnuancen und Materialwechsel berücksichtigen dabei die historische Differenzierung von Fahrbahn, Fußgängerbereich und Platzfläche. Der durchgehende Belag ermöglicht es, die angrenzenden Flächen anzubinden. Zusätzlich integriert eine breite winkelförmige Freitreppe die Kirche in den Stadtraum. Ein neuer Weg zwischen Rathaus und Kirche verbindet barrierefrei zur südlich gelegenen Wiehlaue. Um den Blick in die Flussaue zu ermöglichen, stellt der Entwurf die Wiehlbrücke frei. Zusätzliche Treppen und Bastionen vergrößern die Kontaktzone zum Fluss. Die neuen Stadtbäume bilden mit auffälliger Blüte und Herbstfärbung einen spannenden Kontrast zur Aue. Prägende Möblierungselemente wie die Baumbänke entwickeln die Planer in Anlehnung an regionaltypische Gestaltungselemente und Materialien.

In Konstanz soll mit rund 2800 Wohneinheiten der neue Stadtteil Hafner entstehen. Das Planungsteam aus KCAP und Ramboll Studio Dreiseitl überzeugte die Jury mit einer prägnanten Entwurfsidee, dem sogenannten „Hafner-Ring“. Zusätzlich zur großen grünen Mitte bildet das grüne Infrastrukturband eine freiraum- und städtebaulich relevante Struktur für den Stadtteil mit seinen zukünftig rund 8000 Bewohnern. Das grüne Band zieht sich mit robusten und multifunktional nutzbaren Erholungs- und Erlebnisräumen im Bogen durch das neue Stadtquartier und verbindet es mit dem historischen Kern Wollmatingen. Das Siegerteam sieht für das rund 60 Hektar große Areal keine strikte Trennung zwischen Wohnen und Gewerbe vor. Stattdessen mischen die Planer die Nutzungen. Das Quartier ist weitgehend autofrei konzipiert und stellt die Lebensqualität in den Vordergrund. Die Jury sieht in dem Entwurf das größte Innovationspotential, um den Stadtteil zukunftsfähig zu gestalten, sowie an Veränderungen der nächsten Jahre anzupassen.

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