Erste emissionsfreie Superyacht mit „Garten Eden“

Die Superyacht befindet sich auf See. Im Hintergrund sind Felsen.

Die Zero Emission Superyacht VY-01 (Visualisierung: 3Deluxe / design systems d.s. GmbH)

Der Klimawandel zwingt auch die Schifffahrt zum Umdenken. Interessant, dass auch die Yachtbauer*innen hier mitmachen. Das Architektur- und Designstudio 3deluxe hat nun die erste emissionsfreie Superyacht entworfen – inklusive eines vollkommen übertriebenen „Garten Edens“. Hier stellen wir die Superyacht vor.

Sie spielen schon länger mit dem Gedanken, sich eine Superyacht zuzulegen? Aber hatten bisher immer Bedenken wegen der vielen Emissionen, die von so einem Schiff ausgehen? Verständlich. Bestimmt haben Sie dann auch schon von der Studie von Wilk und Barros gehört, nach der Yachten für den weit größten Anteil der Milliardär*innen-Emissionen verantwortlich zu sein scheinen. Ärgerlich.

Superyacht VY-01 soll emissionsfrei werden

Nehmen Sie zum Beispiel Roman Abramovich: 2018 emittierte der russische Oligarch geschätzt etwa 34 000 Tonnen CO2. Er ist damit der Spitzenplatz auf der Emissionsliste. Für den allergrößten Teil seiner CO2-Emissionen – etwa 22 000 Tonnen – war seine 162,5-Meter-Yacht „Eclipse“ verantwortlich. Auf Platz zwei der Emissionsliste kommt Medienmilliardär David Geffen. Seine 138 Meter lange „Rising Sun“ stieß 2018 immerhin noch etwa 16 000 Tonnen CO2 aus. Achja, zum Vergleich: Als weltweiter Durchschnittsmensch kommen Sie gerade mal auf knapp fünf Tonnen jährlich. In Deutschland produzieren wir circa acht Tonnen pro Kopf und Jahr.

Mit der VY-01 soll das Kopfzerbrechen über die Umwelt und das schlechte Gewissen bei der Kreuzfahrt mit der Superyacht endlich passé sein. Zwar noch nicht auf Kiel gelegt und vorerst nur digital zu bewundern, gehörte das emissionsfreie Schiff schon zu den Highlights der diesjährigen Monaco Yacht Show. Wenn es Ihnen am Herzen liegt, die längste Superyacht der Welt zu besitzen, klicken Sie jetzt aber besser weg, denn dieses Boot wird nur etwa 110 Meter kurz werden.

Schwimmender Garten Eden

 

Die VY-01-Superyacht wurde von der Marineabteilung der Wiesbadener Designagentur 3deluxe entworfen. Der Rumpf des Schiffes ist zum großen Teil geschlossen ausgeführt, um den Windwiderstand zu minimieren. Glasflächen auf dem Dach und in den Seitenwänden lassen dabei Tageslicht ins Innere der Superyacht. Zudem stellen ungefähr 450 Quadratmeter Solarzellen Strom für die bordeigenen Systeme bereit. Zu ihnen gehört auch eine Produktionsanalage für Methanol, mit dem über Zwischenschritte die Brennstoffzellen betrieben werden können, die die Antriebsenergie bereitstellen. Maximal 1 000 Seemeilen weit kommt die VY-01 mit einer Tankfüllung Bio-Methanol.

Zusätzlich zu den üblichen Ausstattungsmerkmalen wie dem obligatorischen Pool gibt es einen Grünbereich auf der Superyacht, den die Designer*innen als „schwimmenden Garten Eden“ bezeichnen. Hier befinden sich neben einem Gemüsegarten, einer Wohnzimmer-Lounge und einer Bar auch das Hauptschlafzimmer – mitten im Grünen und mit freiem Blick nach oben.

 

Besichtigt und ersteigert werden kann die Superyacht über die AR-Plattform SuperWorld als NFT (nicht austauschbarer digitaler Token). Die Hälfte der Erlöse sollen an eine Meeresschutzorganisation gehen.

Apropos reiche Menschen und CO2: Hier erfahren Sie wie Jeff Bezos Amazon bis 2040 CO2-neutral machen will.

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Futuristisches Baumhaushotel

Das Treehotel im nordschwedischen Harads hat das Potential Kindheitsträume zu erfüllen: Die Gäste werden in sieben individuellen Baumhäusern untergebracht, welche schwebend zwischen den Nadelbäumen der Taiga angeordnet sind. Wahlweise kann in einem verspiegelten Würfel, einem Vogelnest oder, seit neuestem, in einer Aussichtsplattform für Nordlichter eingecheckt werden.

Ein Film als Inspiration

Lange lief es für die Betreiber, Britta und Kent Lindvall, nicht sehr erfolgreich. Ihr Gasthaus aus den 30er Jahren zog kaum Besucher in die Gegend am Polarkreis. Als 2008 in ihrer kleinen Ortschaft der Film „Trädälskaren“ („Die Baumfreunde“) gedreht wurde, nutzten sie die Möglichkeit ein Baumhaus vom Set des Filmes zu erwerben und ab 2010 als Unterkunft zu vermieten. Die Gäste waren schnell begeistert von dem ungewöhnlichen Hotelzimmer in den Baumwipfeln und die Lindvalls beschlossen ihr Baumhaushotel zu erweitern.

Sieben einzigartige Unterkünfte

Mittlerweile kann das Treehotel sieben verschiedene Unterkünfte anbieten, wobei jedes seinen ganz eigenen Stil vertritt. Die Besucher können dabei unter anderem zwischen einem gänzlich verspiegelten Würfel, einem futuristischem UFO oder einem Vogelnest wählen. Neuester Zuwachs ist „The 7th Room“: Eine Ferienwohnung in 10 Metern Höhe, direkt in den Baumwipfeln der Nadelbäume. Durch große Panoramascheiben in Wänden, Boden und Decke, können die umliegende Taiga sowie auftretende Nordlichter beobachtet werden. Trotz der Lage wurden für die Bauten keine Bäume gefällt. Die Unterkünfte werden mit ökologischem Strom aus Wasserkraft versorgt und verfügen über geruchslose Feuerklosetts, welche die Exkremente zu düngerhaltige Asche verbrennt, ohne dabei Wasser zu benötigen. Das ehemalige Gasthaus wird nun als Spa-Bereich und Restaurant für das Treehotel genutzt.

Bow-Wow in München

Foto: Christoph Knoch

Referenz zur Flößerei

Die Isar in München zieht seit Kurzem ein Objekt vom Atelier Bow-Wow aus Tokyo: Ein Brückenstück, das von der Widenmayer Straße auf die Isar führt. Eine urbane “Folly”, die Ruhe und Achtsamkeit propagiert – aber zugleich höchst instagrammable ist.

 

Brückenstück, Aussichtsplattform, experimenteller Holzbau, Kunstobjekt: Mit ihrer Installation „Bridge Sprout“ beleben die Architekten vom Atelier Bow-Wow aus Tokyo das Münchner Isarufer an einer Stelle, an der man sonst eher achtlos vorbeirauscht.

An der stark befahrenen Widenmayer Straße kragt die schmale Brückenkonstruktion aus gekreuzten Fichtenstämmen weit über die Ufermauer aus – ein halbfertiger Steg, als „Spross“ im Wachsen begriffen, stellt den ideellen Brückenschlag zur kleinen Schwindinsel her, die verwunschen in der Isar liegt. Das urbane „Folly“ bietet neue Perspektiven auf den Fluss und ist ein höchst „instagrammable place“, lädt zugleich aber auch zum Innehalten ein, zu Gedanken über Stadtlärm, Stille, den Fluss als Natur- und Freizeitraum … 

 

Wie bei vielen ihrer Projekte arbeiten Momoyo Kaijima und Yoshiharu Tsukamoto auch hier mit dem Bezug auf Tradition und Kontext und schaffen hier eine vielschichtige, narrative Architektur-Miniatur. Material und Konstruktion verweisen auf die einstige Flößerei auf der Isar. Ähnlich wie früher die Holzstämme zu Flößen verbunden wurden, sind auch hier Rundhölzer nicht überblattet oder ineinandergesteckt; ausgeklügelte, kaum sichtbare Stahlverbindungen sorgen für Standfestigkeit.

Neues Kunstformat “Carte Blanche”

Doch auch Grundideen der Zen-Gärten Japans und die Ruinenarchitektur der Romantik schwingen mit, ebenso wie Assoziationen an Holzbrücken in den Alpen. Im „Bridge Sprout“ interpretieren die Architekten vertraute Motive auf neue Weise, um sie für die Menschen der Stadt neu erlebbar zu machen – bis Ende 2021 hat man dazu Gelegenheit. Das Projekt ist der Auftakt der Reihe „Carte Blanche“, ein neues Format der Kunst im öffentlichen Raum des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.