15.07.2021

Projekt

Mit BMW-Großaktionärin Susanne Klatten zur Smart City?

von Arian Schlichenmayer

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München, der Technischen Universität sowie Wirtschaftsvertreter*innen hat die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ein kreatives Gründerzentrum gegründet. Das „Munich Urban Colab“ soll München zu einer der zehn grünsten Städte der Welt machen. Alles dazu hier.

Das kreative Gründerzentrum „Munich Urban Colab“. Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Das fünfstöckigen Gebäude ist vom Münchner Büro steidler architekten entworfenen. Foto: UnternehmerTUM Bert Willer

 

Zwei Jahre dauerte der Bau des Gebäudes, in dem das neue, von der Unternehmerin Susanne Klatten mitinitiierte, kreative Gründerzentrum „Munich Urban Colab“ untergebracht ist. Ende Juli diesen Jahres wurde das Munich Urban Colab offiziell eröffnet. In dem vom Münchner Büro steidler architekten entworfenen, fünfstöckigen Gebäude nahe der Tonnen- und Jutierhalle sollen nun innovative Antworten auf die Fragen des modernen urbanen Lebens gefunden werden.

Die Unternehmerin Susanne Klatten bei der Eröffnung von „Munich Urban Colab“. Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter sprach auch bei der Eröffnung. Foto: UnternehmerTUM Bert Willer

Susanne Klatten investiert über 30 Millionen Euro 

 

Startups, Wissenschaft und kreative Wirtschaft sollen im Munich Urban Colab unter einem gemeinsamen Dach arbeiten und Lösungen für die Zukunft einer lebenswerten Stadt finden. Über 30 Millionen Euro lässt Susanne Klatten über ihr in Garching bei München liegendes Gründungs- und Innovationszentrum UnternehmerTUM in das Projekt fließen. Das Areal an der Freddie-Mercury-Straße 5 in Schwabing, ein ehemaliges Kasernengelände, wird von der Stadt München per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt.

Auf über 11 000 Quadratmetern Nutzfläche bietet das Munich Urban Colab Büroflächen, Co-Working-Spaces, Seminar- und Veranstaltungsräume für bis zu 300 Personen, Living Labs. Hier können die Besucher*innen Apps und Haushaltsgeräte anwendungsnah testen. Auch eine Prototypenwerkstatt, ein Café, zwei Wintergärten und ein Sport- und Fitnessraum befinden sich hier. Für ihr Projekt konnte Susanne Klatten zahlreiche renommierte Unternehmen wie Siemens, SAP, BMW oder Infineon an Bord holen, die bereits ihre Mietzusagen für eine Anzahl der angebotenen Büroräume gegeben haben. So möchte sie für neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Disziplinen sorgen. Das Ziel: international skalierbare und nachhaltige Lösungen für die Stadt der Zukunft zu finden.

Visualisierung: Steidle Architekten
Visualisierung: Steidle Architekten

Munich Urban Colab im Zentrum des Kreativquartiers

 

Bewusst siedelte Susanne Klatten das Munich Urban Colab mitten im Münchner Kreativquartier an. Auf den etwa fünf Hektar Fläche der einstigen Luitpoldkaserne zwischen Schwabing, Innenstadt und Neuhausen wird seit Jahren ein buntes und lebhaftes Quartier entwickelt. Vielfältige kreative Freiräume stehen zur Verfügung. Hier lassen sich Kunstateliers ebenso nieder wie Designstudios oder offene Werkstätten. Im Kreativquartier finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt, mit deren Themen das herkömmliche Münchner Kulturprogramm sich nur selten auseinandersetzt. In direkter Nachbarschaft zum Munich Urban Colab befinden sich zudem die Hochschule für Design, die Hochschule für Film- und Fernsehen, das Goethe-Institut und eine vielzahl kreativer Einrichtungen. Durch seine heterogene Beschaffenheit bietet das Areal also ideale lokale Voraussetzungen für einen regen Austausch zwischen Designer*innen, Künstler*innen und Kreativen.

Und auch die Bürger*innen sind eingeladen, wie Susanne Klatten gegenüber dem Stadtportal „muenchen.de“ wissen lässt: „Im Munich Urban Colab wird das Miteinander gelebt. Stadt, Forschung, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger vereint. Die Architektur des Gebäudes strahlt bewusst Transparenz aus. Wir laden alle Münchnerinnen und Münchner ein, uns zu besuchen; im Café etwas zu trinken, sich die Werkstätten anzuschauen. Mitten in der Stadt bauen wir Prototypen. Wir wollen zeigen, dass die Menschen unsere Entwicklungen gebrauchen können. Und laden zum Mitwirken ein. Lebenswerte, nachhaltige Städte brauchen Konzepte, an denen sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.“

Das neue Gebäude soll Ideen und Innovationen zu nachhaltigen, grünen und smarten Mobilitäts- und Städtebaukonzepten zusammenbringen. Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Foto: UnternehmerTUM Bert Willer
Foto: UnternehmerTUM Bert Willer

München soll eine der weltweit grünsten Städte werden

 

Die Initiatoren des Projekts rund um Susanne Klatten erhoffen sich, im Munich Urban Colab zukunftsträchtige Ideen zu nachhaltigen, grünen und smarten Mobilitäts- und Städtebaukonzepten zu entwickeln, vor Ort zu erproben und anschließend international anzuwenden. Das neue Gebäude soll durch seine Transparenz den kollaborativen Ansatz auch architektonisch unterstreichen. Die Transparenz rührt einerseits von der großflächigen Verglasung des Gebäudes, die viel Licht hineinlässt. Andererseits wird die Transparenz auch noch durch die großzügigen Raumhöhen und -flächen verstärkt. So ergeben sich vielen Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch im Inneren.

Wie wollen wir künftig leben? Wie wollen wir Münchens Menschlichkeit wahren? Sie empfinde sich in einer Verantwortung und wolle einen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen leisten, sagte Susanne Klatten bei der Eröffnungsveranstaltung des Munich Urban Colabs. München solle, das ist das langfristige Ziel, künftig einen Platz auf der Liste der zehn grünsten Städte der Welt einnehmen. Hamburg wolle man im Ranking überholen. Die Elbstadt gilt als grünste Stadt Deutschlands und belegt international Rang neun.

Zur Webseite des Munich Urban Colabs gelangen Sie hier.

Auch der Münchener Nordosten entwickelt sowie verändert sich. Dort plant die Stadt neuen Raum für Wohnungen und Arbeitsplätze. Mehr dazu lesen Sie hier.

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