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Verdi sorgt sich um Zukunft der Innenstädte

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Ein Ver.di Gewerkschaftshaus.
hier in Dortmund. Foto: Joehawkins
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Die Gewerkschaft Verdi sorgt sich um die Innenstädte. Das ist ungewöhnlich für eine Gewerkschaft. Sie hat ein Maßnahmenbündel zur nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Entwicklung der Zentren erarbeitet. Wir fassen hier die Ansätze von Verdi zusammen, die die Gewerkschaft auf ihrer Website und in offiziellen Pressemitteilungen vorgestellt hat.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) will die Zentren unserer Städte in eine neue Zukunft führen. Insbesondere die Corona-Pandemie hat die Strukturen in den urbanen Kernen verändert und neuen, zusätzlichen Druck erzeugt. Diese Situation nimmt Verdi aber nicht nur als Defizit wahr. Vielmehr sieht Verdi darin auch eine Chance, einen besseren Entwicklungspfad einzuschlagen und die Innenstädte durch umfangreiche Maßnahmen nachhaltig zu stärken.

Wandel in den Innenstädten

Die Pandemie stürzte viele Einzelhändler*innen, Gastronomen und Kulturschaffende in eine existenzielle Krise. Die Gewerkschaft Verdi weiss, dass viele Akteur*innen der Innenstädte starke Umsatzeinbußen erleben oder ihre Unternehmen sogar aufgeben müssen. Wenn dieses Aussterben von Läden anhält, sieht Verdi laut eigener Aussage die Vielfalt der Stadtzentren bedroht. Darüber hinaus verändert die zunehmende Digitalisierung den Einzelhandel und auch die wachsende Bedeutung des Homeoffice prägt die Entwicklung der urbanen Zentren. In diesem Zusammenhang ist die Pandemie nicht der einzige Treiber. Sie verstärkt lediglich den Strukturwandel der letzten Jahrzehnte. Schon lange haben Digitalisierung, Reurbanisierung des Wohnens, verändertes Mobilitätsverhalten und Klimawandel Einfluss auf die Situation und die Entwicklung der Innenstädte. 

Verdi sieht Krise als Chance

Die aktuelle Krise der Innenstädte sieht Verdi als Chance. Sie sieht darin die Möglichkeit, das Konzept der Städte neu zu denken und nachhaltigere Entwicklungspfad zu erarbeiten. Dabei denkt Verdi vor allem in Richtung Gemeinwohl. Die Gewerkschaft plädiert für eine stärker am Gemeinwohl orientierte Ausrichtung der Zentren, in der Kultur und soziale Einrichtungen zu finden sind. Auch der öffentliche Raum soll als Ort der Begegnung und für Freizeitaktivitäten wieder eine Rolle spielen. Gleichermaßen sieht Verdi in Klimaschutz und Klimaanpassung eine Chance. Diese Handlungsfelder regen auch in den Innenstädten dazu an, die Aufenthaltsqualität und Nahversorgung zu verbessern.

Positionspapier des Bundesvorstands von Verdi

Es mutet ungewöhnlich an, dass sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi um die Zukunft der Innenstädte sorgt. Eigentlich gehört diese Aufgabe in die Hände von Bund und Ländern, von Kommunen und Gemeinden. Das sieht Verdi auch so. Die Gewerkschaft plädiert dafür, dass der Bund und die Länder die Städte und Gemeinden dabei unterstützen, die Innenstädte in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Das ist keine einfache Aufgabe. Die Gewerkschaft hat deshalb eine Positionspapier erarbeitet. Darin macht sie deutlich, dass ein Bündel aus tarifpolitischen, finanzpolitischen, verkehrspolitischen, wohnungspolitischen und kulturpolitischen Maßnahmen notwendig ist.

Das wöchentliche Wirtschaftsmagazin auf 3sat. MAKRO hat sich ebenso der Frage gestellt: Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus?

Denn für eine nachhaltigere Stadt gilt es den aktuell herrschenden, unfairen Wettbewerb im Einzel- und Versandhandel zu beenden. Dazu können allgemeinverbindliche Tarifverträge beitragen sowie die Ersetzung von Minijobs durch reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Aber auch die Besteuerung großer Online-Händler vor Ort wäre wichtig. Darüber hinaus fordert Verdi von Sonntags- und Feiertagsöffnungen abzusehen. Die Gewerkschaft sieht in der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten unter der Woche einen Grund für die Verdrängung kleiner Geschäfte durch große Einzelhandelsketten.

Förderprogramm für Innenstädte

Verdi plädiert für ein Förderprogramm für die Innenstädte. Das sollte jährlich 500 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung stellen. Darüber hinaus regt Verdi an, einen Rettungsschirm des Bundes einzurichten, der die krisenbedingten Steuerausfälle der Kommunen ausgleicht. Aber auch die Tilgung alter Schulden sind von Belang. Diesbezüglich rät Verdi, ein Programm zur Altschuldentilgung einzurichten und damit strukturell benachteiligte Kommunen zu stützen. Aber auch in anderen Handlungsfelder sieht die Gewerkschaft Verdi Bedarf. Sie plädiert für eine höhere Beförderungskapazität beim ÖPNV. Der sollte außerdem deutlich günstiger und perspektivisch kostenfrei werden. Dieses Szenario erfordert unter anderem mehr gut bezahltes und qualifiziertes Personal.

Handlungsbedarf sieht Verdi auch in der Wohnungspolitik. Hier müssten die Städte den starken Anstieg der Mieten begrenzen und die Entwicklung und Erhaltung von bezahlbaren Wohnraum sichern. Verdi empfiehlt auch, Akteur*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu unterstützen. Keine andere Branche hätte so umfassend und so lange unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gelitten. Nun sei es an der Zeit Förderprogramme für die Kultur- und Kreativbranche fortzusetzen und zu stärken. Denn vielfältige Kulturlandschaften sind für lebendige und zukunftsfähige Innenstädte von großer Bedeutung. 

Primat der Politik

Bei der Umgestaltung der Innenstädte kommt der Politik eine wichtige Rolle zu. Denn eine gemeinwohlorientierte Entwicklung der Innenstädte liegt in den Händen der Kommunen. Die sollten die unterschiedlichen Akteur*innen der Innenstädte an einen Tisch bringen und gemeinsam die am Gemeinwohl Entwicklung der urbanen Zentren voranbringen. In Zusammenarbeit mit Gewerbetreibenden, Immobilienbesitzer*innen, Vertreter*innen von Sozialverbänden, Gewerkschaften und Umweltverbänden  könnten Nutzungskonzepte wachsen. Darüber hinaus können die Kommunen über öffentliche Einrichtungen selbst Impulse für die Entwicklung ihrer Innenstädte setzen. Hierbei sind Theater, Museen, Hochschulen, Bibliotheken und Schulen wichtige Kooperationspartner*innen. Ähnliche Ideen greifen im Bereich von Leerständen, von bezahlbaren innenstadtnahen Wohnraum und dem öffentlichen Verkehr. Als notwendige Voraussetzung für diese Initiativen und Aktivitäten sieht Verdi die ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen.

Unsere Novemberausgabe 2020 der G+L diskutierte die Herausforderungen, denen sich die Planung in puncto Innenstadt stellen muss. Hier können Sie das Editorial von Theresa Ramisch lesen und zur Ausgabe gelangen Sie mit diesen Klick.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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6-Seen-Wedau: Längste Klimawand der Welt

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Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
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Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ hat begonnen und startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt mit einer Länge von 2,6 Kilometer soll entstehen.

3 000 Wohneinheiten & 40 000 Quadratmeter Natur

Das neue Wohngebiet „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ in Duisburg ist das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Teil des Wohngebiets ist eine 2,6 Kilometer lange und 10 Meter hohe grüne Lärmschutzwand. 13 000 Kletterpflanzen werden die längste Klimawand der Welt ausstatten. Sie soll den künftigen Bewohner*innen von 6-Seen-Wedau Lärmschutz vor dem angrenzenden Bahnverkehr gewähren und zugleich 40 000 Quadratmeter Natur bieten. Darüber hinaus stellt die Klimawand einen geschützten Lebensraum für die in der Region lebenden Zauneidechsen dar.

Das Wohngebiet entsteht auf den ehemaligen Bahnflächen des Rangierbahnhofs Wedau und wird in den nächsten Jahren fertiggestellt. Die Klimawand soll schon Ende 2022 komplett sein. 6-Seen-Wedau wird bis zu 3 000 Wohneinheiten in vier unterschiedlich gestalteten Quartieren bieten.

Foto: Redaktion Jensen media
Foto: Redaktion Jensen media

Die „Rau Klimawand R3“ in 6-Seen-Wedau

Die Klimawand in 6-Seen-Wedau kommt vom Spezialanbieter „Rau Lärmschutzwände“ mit Sitz in Berlin. „Die Lärmschutzwand in Duisburg-Wedau sprengt wirklich alle bisherigen Dimensionen. Toll, dass sich die Stadt und die Duisburger GEBAG als Baugesellschaft für diese besonders nachhaltige und ökologische Lösung des Lärmschutzes entschieden haben“, sagt Henning Knief, Geschäftsführer der Rau Lärmschutzwände – Geosystem GBK GmbH aus Berlin.

Der Luftschalldämmungswert der Klimawand liegt bei 68 dB. Die gesamte Länge des Neubaugebiets ist von der Wand geschützt. Die Bahnstrecke zwischen Duisberg-Wedau und Ratingen ist viel befahren, weshalb der Schutz wichtig ist.

Aber auch die Umweltfreundlichkeit der Wand spielt eine wichtige Rolle. Michael Streck, Projektleiter der GEBAG Flächenentwicklung, sagt dazu: „Die Nähe zur Natur spielt für Investoren und zukünftige Anwohner schon jetzt eine große Rolle: Wir haben über 800 Anregungen von 300 Bürgerinnen und Bürgern in unsere Stadtteilplanung einfließen lassen – viele große Grünflächen sollen das Stadtbild mitprägen. Klar, dass wir auch bei der Wahl unserer Lärmschutzwand eine umweltfreundliche Lösung finden wollten“, so Streck.

Nachhaltiger Bau

Bei der Klimawand in 6-Seen-Wedau ist der Name Programm, denn auch in ihrer Herstellung ist sie ressourcensparend. „Beton ist in der Herstellung wahnsinnig energieaufwändig und entspricht einfach nicht mehr unserem heutigen Verständnis von Ökofreundlichkeit. Für die Füllung unserer Klimawand wurde durch ein kluges Bodenmanagement sowohl zugeliefertes als auch örtlich angefallenes Material verwendet, das bei der Umsetzung des neuen Stadtteils sowieso angefallen wäre“, so Henning Knief.

Dabei wurde lokal gewonnener Erdboden in den Stahlkorb der Mauer gefüllt, was die Begrünung der Mauer durch örtliche Pflanzen begünstigt. Die Kletterpflanzen brauchen nur die übliche anfängliche Pflege und sind danach quasi wartungsfrei. Sie haben außerdem eine lange Lebensdauer von mindestens 80 Jahren und können große Mengen an CO2 aufnehmen. So wird die Wand schon nach wenigen Jahren eine positive Klimabilanz aufweisen.

Zum Schutz der örtlichen Fauna erklärt Michael Streck: „Auf dem Wall wurden Ersatzquartiere für die heimischen Zauneidechsen eingerichtet. Außerdem finden sich im Lärmschutzwall einige Durchlässe für die Zauneidechsen, sodass sie je nach Tageszeit unkompliziert und sicher auf die sonnigere Seite wechseln können.“

Über das Projekt in Duisburg-Wedau

Das neue Wohnquartier in Wedau soll etwa 60 Hektar groß sein und sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen bieten. Das „Team Wedau“ hat über 800 Anregungen von Bürger*innen gesammelt, um das Quartier am Wasserturm, die Neue Gartenstadt, das Seequartier und das Quartier am Uferpark partizipativ zu gestalten. „Wir haben das gesamte Wohngebiet sehr großflächig geplant. Wir wollen nicht nach dem Maximalprinzip alles mit Immobilien zupflastern, sondern den Quartieren mit ihren individuellen Ansprüchen an Wohnen und Architektur genügend Platz zur Entfaltung geben“, so Projektleiter Michael Streck.

Die Sechs-Seen-Platte, die dem neuen Wohngebiet 6-Seen-Wedau seinen Namen gibt, besteht aus dem Masurensee, dem Warmbachsee, dem Böllertsee, dem Wildförstersee, dem Wolfssee und dem Haubachsee in Duisburg-Wedau. Zukünftige Anwohner*innen profitieren von der hohen Freizeitqualität der Umgebung. Das neue Bauprojekt wertet das neue Viertel auf und bietet viele Grün- und Erschließungsflächen, die auch für Investor*innen interessant sind. Zentrale Bauten wie der denkmalgeschützte Ziegelwasserturm bleiben bestehen. Insgesamt soll 6-Seen-Wedau durch die unmittelbare Nähe zur Natur und durch viele Grünflächen geprägt werden – allen voran die längste Klimawand der Welt, die sicherlich auch Besucher*innen von außerhalb anziehen wird.

Nicht nur Lärmschutzwände können klimafreundlich gestaltet werden, sondern auch Dächer. Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema Dachbegrünung.

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