Vielfaltigkeit – Entwurfsstudio „Into the Wild“

Blick vom Hauptweg in das Wiesenmosaik, Grafik: Anh Thu Pham
Blick vom Hauptweg in das Wiesenmosaik, Grafik: Anh Thu Pham
Im Berliner Volkspark Prenzlauer Berg findet man ein besonderes Tagfaltervorkommen. Der Entwurf von Anh Thu Pham zeigt, wie der Park umgestaltet werden kann, um den Tagfaltern und weiteren Tieren neue Lebensräume zu bieten. Wie die Tiere des Parks dabei auch eine Stimme bekommen sollen, erläutert Anh Thu Pham im Folgenden in der Vorstellung ihres Projekts. Die Arbeit entstand im Rahmen des Entwurfsstudios „Into the Wild“ an der TU Berlin. Dabei bearbeitete Anh Thu Pham von den drei im Studio vorgegebenen, zugespitzten Szenarien die Variante „Animal Park“.

Nicht nur in unserer Septemberausgabe 2023 machen wir Raum für Projekte aus dem Studium. Auch auf unserer Webseite stellen Studierende ihre eigenen Arbeiten selbst vor – zum Beispiel in diesem Beitrag. Die Projekte finden Sie alle auf unserer Themenseite „Studium“ und die Septemberausgabe gibt’s in unserem Shop.

Waldflächen richten sich nach dem Vorkommen von Tieren

„Vielfaltigkeit“ betrachtet das Verhältnis von offenen und geschlossenen Räumen im Volkspark neu und fokussiert sich dabei auf das besondere Tagfaltervorkommen im Park. Die Bereits vorhandenen Offenlandflächen werden weiterentwickelt und ausgeweitet, sodass sie sich zu einem Korridor verbinden. Dieser bietet mit neuen Wiesenflächen unterschiedlichen Faunen und vor allem den Tagfaltern eine Vielzahl neuer Lebensräume.

Die dichte Waldstruktur wird an den westlichen und nord-östlichen Rändern des Parks dabei erhalten. Sie steht den dort vorkommenden Brutvögeln, Käfern und anderen Kleinorganismen zur Verfügung. Die zu erhaltenden Waldflächen richten sich nach dem Vorkommen der Tierarten und den als wertvoll eingestuften Totholzbeständen.

Vorhandene und neue Offenflächen verbinden sich zu einem Korridor, der wertvolle Lebensräume für Insekten und Amphibien, vor allem aber Tagfalter bildet. Lageplan M 1:1000, Grafik: Anh Thu Pham
Vorhandene und neue Offenflächen verbinden sich zu einem Korridor, der wertvolle Lebensräume für Insekten und Amphibien, vor allem aber Tagfalter bildet. Lageplan M 1:1000, Grafik: Anh Thu Pham

Wertvolle Magerrasenflächen als artenreiche Lebensräume

Um den Tieren, auf die das Konzept ausgelegt ist, einen geschützten Lebensraum zu bieten, wird der Hauptteil der Bestandwege entnommen, sodass lediglich die Nord-Süd-Achse als Haupterschließung dient. Ergänzt wird diese durch untergeordnete Querverbindungen, die die Erschließung des geplanten Wohnquartiers einbeziehen. Entlang des Hauptweges befinden sich mit der Wiesenoase, Flugstation, Vielfaltergarten, Wildwatch-Station und dem Naturtreff unterschiedliche Stationen, an denen sich Aufenthaltsflächen mit verschiedenen Atmosphären und Nutzungsqualitäten befinden.

Durch die erweiterten und neu angelegten Offenlandflächen entsteht ein Mosaik aus unterschiedlichen Wiesen. Dieses sorgt nicht nur für abwechslungsreiche Raumwirkungen, sondern erhöht auch die Biodiversität der Flora und Fauna. Die geplanten Wiesenarten sind dem bereits vorhandenem Relief angepasst.

Die Standortfaktoren der erhöhten und sonnenexponierten Flächen sollen genutzt werden, um Magerrasenflächen auszubilden, die als artenreichste Lebensräume eine besonders wertvolle Fläche darstellen können. Nicht nur für geschützte Tagfalter, sondern auch für eine Vielzahl an Insekten (zum Beispiel Wildbienen und Heuschrecken) und Amphibien, stellen extensive Offenlandflächen einen bedrohten und immer wichtiger werdenden Lebensraum dar.

Ein Handlauf kommuniziert mit den Besuchenden

Mit unterschiedlichen Nebenwegen ist es den Besuchenden möglich, den Park im Rundweg zu erkunden und im Wald abseits des Schmetterlingskorridors einen Wechsel von Licht und Schatten zu erleben. Ein zurückhaltendes Stahlgeländer mit einem Handlauf aus Holz zieht sich mit dem Hauptweg am gesamten Wiesenmosaik entlang. Durch die Variation der Handlaufbreiten führt das Geländer die Besuchenden nicht nur durch den Park, sondern soll je nach Position die Fauna und Flora schützen oder als Informationstafel mit den Besuchenden kommunizieren.

Breite Abschnitte des Handlaufs signalisieren den Besuchenden, dass sie sich an Orten mit besonderen Sichtachsen oder Aufenthaltsqualitäten befinden. An jeweiligen Naturstationen weitet sich das Geländer noch weiter auf und nimmt die Funktion einer Informations- und Kommunikationstafel ein, die den Tieren eine Stimme gibt und zur Weiterbildung oder Aufklärung dienen kann.

Betrachtung der Wiesenmahd und eines Tagfalterzyklus, Grafik: Anh Thu Pham
Betrachtung der Wiesenmahd und eines Tagfalterzyklus, Grafik: Anh Thu Pham

Der Entwurf entstand im Rahmen des Entwurfsstudios „Into the Wild“ an der TU Berlin. Mehr über die Hintergründe des Studios und den Volkspark Prenzlauer Berg lesen Sie hier, und weitere Entwürfe von Studierenden gibt’s hier zu entdecken.

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Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – Auslobung

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte (Foto: Laura Loewel)

Am 24. Januar 2022 startet erneut die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022. Ihre Projekte können Sie noch bis zum 07. März 2022, 12:00 Uhr einreichen. Alles dazu lesen Sie hier.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis findet im zweijährigen Turnus statt – und dieses Jahr ist es wieder so weit: Zum zweiten Mal wird der bdla Bayern den Preis Ende Januar ausloben. Er richtet sich an alle Landschaftsarchitekt*innen sowie Arbeitsgemeinschaften aus dem In- und Ausland, die innovative, nachhaltige und klimagerechte Projekte in Bayern innerhalb der letzten fünf Jahre (1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021) realisierten. Der bdla Bayern möchte mit dem Preis insbesondere junge Planer*innen zu einer Teilnahme ermutigen. Die Auszeichnung soll schließlich dazu dienen, ihren Ideen und Visionen eine Bühne zu geben. Die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 sowie den Upload für ihre Projekte finden Sie auf bdla.de.

Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – ein Hauptpreis und sieben Kategorien

Warum es neben den vielen anderen auch einen Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis braucht? Bayern steht vor teils widersprüchlichen Herausforderungen, die direkt die Landschaftsarchitektur-Profession betrifft: Ein starker Zuzug in die Metropolregionen fordert smarte Nachverdichtungs- sowie Mobilitätskonzepte. Bevölkerungsrückgang in ländlichen Regionen hinterlassen Leerstände sowie leere Kommunalhaushalte. Die zunehmend heißen Sommer in den Städten werden ohne grüne Freiräume nur bedingt zu genießen sein. Die Herausforderungen kennen wir alle, gute Lösungen allerdings nicht immer. Mit der „Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022“-Auslobung möchte der bdla Bayern die guten Lösungen aus der Landschaftsarchitektur-Praxis würdigen. Der bdla Bayern wird deswegen neben dem Hauptpreis Preise für Projekte in sieben Kategorien verleihen:

Die Projekte werden zudem an den Kriterien Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Flächensparen, Biodiversität und Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation gemessen. Den Landschaftsarchitekt*innen steht es offen, mehrere Projekte einzureichen – allerdings höchstens fünf Beiträge und pro Kategorie ein Projekt. An dem Auswahlprozess sind die Mitglieder des bdla Bayern im Sommer 2022 per Online-Voting sowie ein neunköpfiges Preisgericht beteiligt. Teil des Preisgerichts werden unter anderem die beiden Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 sein: Andrea Gebhard sowie Prof. Tilman Latz.

Die Termine auf einem Blick

 

Als Schirmherrin konnte der bdla Bayern Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Stadt München, gewinnen. Sie ist tagtäglich mit den Herausforderungen der Landeshauptstadt konfrontiert und eignet sich für die Schirmherrschaft des Preises deswegen besonders. Außerdem wird der Preis wie im Jahr zuvor in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer ausgelobt. Die G+L, als Medienpartner, wird zudem den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis begleiten sowie Sie hier auf dem Laufenden halten.

Alle detaillierten Informationen erhalten Sie dort: Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises.

Letztes Jahr gab es gleich zwei erste Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises: Latz+Partner und mal gebhard konzepte. Zu allen Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 geht’s hier.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung hat den Städtebaupreis 2014 ausgelobt. Für den Preis können städtebauliche Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2009 für Orte in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Konzeption und Entwurf können weiter zurückliegen. Teilrealisierte Projekte können eingereicht werden, soweit es möglich ist, von den realisierten Abschnitten auf das Ganze zu schließen.

Die Projekte werden nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewertet. Den Projekten sollen integrierte Konzepte und beispielhafte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zugrunde liegen. Bei Projekten die aufgrund einer ersten Beurteilungsrunde in eine engere Wahl aufgenommen wurde, werden sich Mitglieder der Jury durch eine Ortsbesichtigung im Sommer 2014 einen Eindruck verschaffen. Die Qualität und die Urbanität des öffentlichen Raums sind wesentliche Elemente der Attraktivität der Städte: Die Mobilität prägt ihn in besonderer Weise. Sie folgt dabei keinem Naturgesetz; sie ist ein zu gestaltender Prozess. Dabei geht es überwiegend um Neugestaltung im Bestand. Noch immer prägen primär auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs ausgelegte Verkehrsschneisen oder notdürftige, gestalterisch in der Regel wenig befriedigende Schutzmaßnahmen – etwa Lärmschutzwände – sowie zunehmend auch verödende Erdgeschosszonen unser Stadtbild.

Neue Entwicklungen im Verkehr in konzeptioneller und technischer Hinsicht stellen einerseits neue Anforderungen an den Raum und erhöhen die Komplexität im Abwägungsprozess der unterschiedlichen Ansprüche: Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs, Ausdifferenzierung der Formen des Radverkehrs, Infrastruktur für Elektromobilität, veränderte Erscheinungsformen der Außengastronomie, Gestaltung von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Altersgruppen, um nur einige Faktoren zu nennen, beanspruchen den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum. Gleichzeitig bieten die neuen Impulse aber die Chance, den öffentlichen Raum für die Stadt und damit für ihre Bürger zurückzugewinnen. Um diese Chance zu nutzen bedarf es integrierter, innovativer und damit kreativer Konzepte, entwickelt mit hoher Prozessqualität unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Der Sonderpreis zum Deutschen Städtebaupreis 2014 sucht in Städten und Gemeinden nach besonders gelungenen Beispielen einer funktional und gestalterisch anspruchsvollen Aufwertung öffentlicher Verkehrsräume, die einen Beitrag für eine Stadt der Zukunft leisten. Ausschlaggebend ist die Qualität der ganzheitlichen Betrachtung – also das “Ausbalancieren” der unterschiedlichen Interessen – und der Prozesskultur. Die Maßnahmen sollen Baukultur im besten Sinne widerspiegeln, der Maßnahmeumfang ist nicht von Bedeutung.

Die Preisträger werden im Rahmen der Preisverleihung im Oktober 2014 bekannt gegeben, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.