Jubiläumsgarten Weihenstephan Triesdorf

Es ist so weit! Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erhält eine neue Attraktion. Anlässlich des 50. Geburtstags der Hochschule und des 20-jährigen Bestehens des Studiengangs „Landschaftsbau- und Management“ wurde der Jubiläumsgarten Weihenstephan Triesdorf im November 2021 auf dem Weihenstephaner Campus eingeweiht. Alles dazu hier.

Das Besondere an dem Jubiläumsgarten auf dem Campus Weihenstephan-Triesdorf ist nicht, dass er zu dem 50-jährigen Bestehen der Hochschule erbaut wurde, sondern dass er umgezogen ist. Richtig gehört: Ein Garten kann umziehen. Möglich gemacht haben dies die Studierenden des siebten Semesters des Studiengangs „Landschaftsbau- und Management“ im Zuge eines Studienprojektes.

Das erste Mal aufgebaut wurde der Garten unter dem Motto „ClimateMove – Applied Science for Future“ auf der Landesgartenschau in Ingolstadt und durfte dort die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf vertreten. Der Themengarten mit rund 300 Quadratmeter repräsentierte dort die Forschungs- und Lehransätze der Hochschule: klimagerechtes Bauen und Wirtschaften. Seit Anfang Oktober ist die Landesgartenschau zu Ende und die Installation musste wieder abgebaut werden. Die Projektidee stand unter dem Schirmbegriff „Nachhaltigkeit“, daher lag den Projektbeteiligten nichts ferner, als diesen Garten zu entsorgen. Es entstand die Idee des Umzugs. Nur, wie kann ein Garten umziehen? Hier reicht es wohl nicht, einen LKW mit Umzugskisten zu beladen.

Advertorial Artikel

Parallax Article

Jubiläumsgarten Weihenstephan Triesdorf: Umzugsplanung

Hier kommen nun die Studierenden des siebten Semesters im Studiengangs Landschaftsbau- und Managements ins Spiel. Ein so großer Umzug benötigt viel Planung und sorgfältige Vorbereitung. Vor gut einem halben Jahr begannen die Studierenden damit, alles aufzunehmen, was an Arbeiten getan werden muss und stellten dafür die notwendigen Materialien zusammen. Wie „im echten Leben“ erstellten sie zu ihrem Projekt ein Leistungsverzeichnis mit Kalkulation, um auch die Finanzen und die Qualität im Auge zu behalten.

In der nächsten Planungsphase ging es darum Angebote für Materialien und Leistungen, die die Student*innen nicht selbst übernehmen konnten, zum Beispiel eine Autokranleistung, einzuholen. Da es ein studentisches Projekt war, ist zudem ein weiterer wichtiger Bestandteil die Sponsorenakquise. Durch zahlreiche Sponsor*innen aus dem Bereich des Landschaftsbaus konnten die Student*innen die Baukosten so gering wie möglich halten.

Arbeitssicherheit Teil jeder Aufgabe

Nach der abgeschlossenen Planungs- und Organisationsphase teilten die Studierenden das Projekt auf verschiedene Gruppen auf, die unterschiedliche Funktionen übernahmen. Eine Gruppe war zum Beispiel für die Treppenanlage, eine andere für den Pavillon zuständig. Die einzelnen Gruppen traten als Auftragnehmer*innen auf. Gegenüber stand die Auftraggeber*innen-Gruppe, die der projektverantwortliche Prof. Dr. Thomas Brunsch unterstützte. Zusammen vertraten sie die Interessen der Hochschule. Die Studierenden begleiteten das gesamte Projekt arbeitssicherheitstechnisch. Die Arbeitssicherheit war Teil der Arbeitsvorbereitung jeder Gruppe. Das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (u.a. Warnweste und Helm) war ebenso ein wichtiger Bestandteil wie ergonomisches Arbeiten und der sichere Umgang mit Maschinen und Geräten.

Zu Beginn des Wintersemesters, Anfang Oktober 2021, begann der praktische Teil des studentischen Projekts. Zuerst bereiteten die Studierenden die vorgesehene Fläche vor. Sie versetzten Pflanzen, entfernten alte Fundamentplatten und erstellten ein Planum. Zudem mussten sie einige Wochen vor dem eigentlichen Umzug noch weitere Vorarbeiten leiten, um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Dabei ging es unter anderem um die Fertigung von Fundamenten für die Stützen des Pavillons, der Treppenanlage und weiteren Elementen. Des Weiteren entnahm und ballierte man in Ingolstadt 26 Bäume mittels Großbaumverpflanzung. Außerdem bauten Fachkräfte die großformatigen Belagsplatten aus Beton bereits aus und transportierten sie nach Freising. Da die Gartenfläche in Weihenstephan deutlich kleiner ist als in Ingolstadt, benötigte man auch hier weniger Belagsplatten. Um den Nachhaltigkeitsgedanken in Weihenstephan weiter verfolgen zu können, wiederverwendete man vor Ort die übrigen Platten als Treppenanlage.

Jubiläumsgarten: Gute Vorbereitung ist alles

Innerhalb eines Tags transportierten die Auftragnehmer*innen ein Großteil des Gartens von Ingolstadt nach Freising. Dazu benötigten die Verantwortlichen drei Tieflader und an jedem Standpunkt ein Autokran, um den Pavillon mit fünf Stützen und Dach, eine Stampfbetonmauer und mehrere Cortenstahlelemente mit Natursteinmauerfüllung aufzuladen, nach Freising zu fahren und dort wieder abzuladen. Das Sichern der Ladung nahm einen heiklen und zeitintensiven Teil ein. Nach dem großen Umzugstag schloss die zuständige Projektgruppe zudem noch Belags- und Pflanzarbeiten ab. Anschließend freuten sich die Projektbeteiligten über einen gelungenen Umzug, der durch gute Vorbereitung und Einsatzbereitschaft der Gruppen im Zeit- und Kostenplan gehalten werden konnte.

Eine neue Attraktion dank Studierendenarbeit

Am 25. November 2021 erfolgte als letzter Akt die Abnahme des Projektes. Es nahmen dabei Prof. Dr. Brunsch, als Vertreter der HSWT, die Studierenden des siebten Semesters Landschaftsbau- und Management, sowie Herr Großberger vom Büro GBP, der die Abnahme geleitet hat, teil. Der Präsident der HSWT, Dr. Eric Veulliet konstatierte: „Die Hochschule gewinnt durch Ihre Arbeit eine neue Attraktion.“ Damit wurde der Jubiläumsgarten abschließend in seine Hände übergeben.

Die Projektbeteiligten bedanken sich herzlich bei den vielen großzügigen Sponsor*innen, die das Projekt erst ermöglicht haben: Fa. Gaissmaier GartenLandschaft, Fa. Schmidt + Hauck, Fa. Pflaster- und Erbau W. Krebs, Fa. DKM GalaBau, Fa. Wurzer Umwelt, Fa. Majuntke, Fa. Green Company Garten- und Landschaftsbau, Fa. Freisinger Gartenschmiede, Fa. Großbaumverpflanzung Opitz, Fa. Wacker Neuson, Fa. Godelmann, Fa. Thomas Heumann Gartenanlagen, Fa. Schäfer Wege- und Landschaftsbau, Fa. A. Weindl, Fa. WeiSa Saatgut.

Auch interessant: Eine wichtige Institution am Stammgelände der TU München bleibt vorerst auf unbestimmte Zeit geschlossen: das Vorhoelzer Forum. Mehr dazu lesen Sie bei uns.