Werftareal Korneuburg: Wohnen an der Werft

Werftareal Korneuburg

Vogelperspektive auf das neue Werftareal Korneuburg (Visualisierung: K18)

Wo über 150 Jahre Schiffe gebaut wurden, wohnen demnächst 1 400 bis 1 700 Menschen. Kaum 20 Kilometer von Wien entfernt entsteht ein neues, gemischtes Quartier direkt an der Donau. Über die Gestaltung des neuen Stadtteils auf dem Werftareal Korneuburg denken derzeit sieben internationale Architekturbüros nach.

Die Gemeinde Korneuburg liegt kaum eine halbe Stunde von Wien entfernt. Ihre Lage direkt an der Donau machte sie über viele Jahre zu einem Ort des Schiffbaus. Diese Ära endete in den 1990er-Jahren. Nach verschiedenen Zwischennutzungen steht nun fest, dass auf dem denkmalgeschützten Werftareal Korneuburg demnächst über 1 400 Menschen wohnen. Wie genau der neue Stadtteil aussehen wird, ist noch unklar. Die Zügel in diesem Prozess hält nun die Stadt Korneuburg zusammen mit der Signa AG in der Hand. Sie hat das Areal erworben und kooperiert bei der Neugestaltung des Werftareal Korneuburg mit sieben Architekturbüros.

150 Jahre Schiffbau

Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurden an den Ufern der Donau Schiffe repariert. Um die Zeit mauserte sich das Werftareal Korneuburg zu einem Reparatur- und Abstellplatz für die Donauschiffe. Diese Tradition hielt fast 150 Jahre an. Erst in den späten 1990er Jahren kam der Schiffbau zum Erliegen. Fehlende Subventionen, Fehler im Management und die Abhängigkeit von Aufträgen aus der Sowjetunion führten zum Niedergang der Werft. Das letzte Schiff lief Ende 1993 vom Stapel und 1994 schloß der Betrieb endgültig. Danach lag das Werftareal Korneuburg brach. Aber schon 2005 schlichen sich neue Nutzungen ein. Mit dem Hafenfest kam erstes neues Leben auf das Werftareal Korneuburg; zumindest temporär.

Neue Rahmenbedingungen

2015 entwickelte die Stadt einen Masterplan für das 18 Hektar große Werftareal Korneuburg. Der entstand in mehreren Phasen und präsentierte die Stadt schließlich 2018 der Öffentlichkeit. Sämtliche Eigentümer*innen, neben der Stadt auch einige private Akteur*innen, saßen damals mit im Boot. Dann änderten sich die Rahmenbedingungen. Im Jahr 2019 erwarb ein Tochterunternehmen der Signa Holding einen großen Anteil am Werftareal. Nun muss die Stadt bei der Entwicklung des Hafengebietes mit dem Unternehmen kooperieren. Gemeinsam erarbeiten sie derzeit die Pläne für das neue Quartier mit Wohnungen und Geschäftsflächen auf dem Werftareal Korneuburg.

Masterplan für das Werftareal Korneuburg

Die Basis für den neuen Stadtteil auf dem Werftareal Korneuburg bildet ein Masterplan der KCAP Architects. Er sieht eine Bruttogeschoßfläche von 170 000 Quadratmetern vor. Und auf dieser Grundlage startet nun ein kooperatives Planungsverfahren, zu dem sieben Architekturbüros geladen sind. Drei Büros stammen aus dem skandinavischen Raum. Das sind COBE, JAJA aus Kopenhagen sowie Snøhetta aus Oslo. Darüber hinaus arbeiten Berger+Parkkinen, Delugan-Meissl Associated Architects und Maurer & Partner als Fachleute aus Österreich mit. Gemeinschaftlich werden sie den Masterplan zu einem Vorentwurf weiterentwickeln. Nur bei der Gestaltung des Leuchtturmprojekts am Werftspitz ringen die Büros gegeneinander. Hierfür ist ein Wettbewerb vorgesehen. Es soll ein Hingucker entstehen.

Das Herzstück des Werftareals Korneuburg

Das Herzstück der alten Industrieanlage bilden die denkmalgeschützten Werfthallen und der historische Kran. Diese prägende Gebäude bleiben in öffentlicher Hand, da sie eine behutsame Erneuerung und Anpassung an die Erfordernisse der Zeit verspricht. Daneben befindet sich eine alte Slipanlage. Auch die bleibt in Erinnerung an die Industriezeit erhalten. Alle zusammen bilden die Werftmitte, die das Herzstück des neuen Stadtteils werden soll. Um die Relikte der Vergangenheit herum entsteht dann ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnen, Arbeiten, Kultur Gastronomie und Freizeitangeboten. Zu denen gehört auch Werftbad und ein öffentlich zugänglicher, naturnaher Park am Werftspitz. In der Mitte der Hafenbucht und damit dem Werftareal Korneuburg wird eine Fußgänger*innenbrücke gebaut. Darüber hinaus ist ein neuer Fuß- und Radweg von hier zum Bahnhof in Planung. Zum Mobilitätskonzept gehört aber auch ein Autobahnanschluss, der das Werftareal Korneuburg an die lokale Autobahn anbindet.

Wohnen auf dem Werftareal Korneuburg

Insgesamt werden auf dem Werftareal Korneuburg zukünftig etwa 1 400 bis 1 700 Menschen leben. Auf der Halbinsel, die in die Donau hineinragt, entstehen mehrgeschossige Wohnhäuser. Derzeit sollen etwa 20 Prozent der Eigentumswohnungen gefördert sein. Die Stadt Korneuburg wünscht sich mindestens 30 Prozent bezahlbaren Wohnraum. Genaue Zahlen stehen aber noch nicht fest. Ob 1 500 oder 2 000, eines ist jedoch klar: Das Projekt ist riesig im Vergleich zu den 14 000 Einwohnern, die die Stadt Korneuburg bisher zählt. Vor dem Hintergrund wird von einer richtigen Stadt in der Stadt gesprochen. Für die Vielfalt des Stadtteils bei gleichzeitig möglichst einheitlichen Erscheinungsbild sorgen die sieben Architekt*innenteams. Die stammen nicht umsonst zur Hälfte aus Skandinavien. Als Skandinavier*innen versprechen sie große Erfahrung mit dem Bauen am Wasser zu haben.

Nutzungsvielfalt und Nachhaltigkeit

Wie genau welche Flächen genutzt werden, ist derzeit noch unklar. Am Ende der Planungen und Verhandlungen werden die Rahmenbedingungen in städtebaulichen Verträgen festgeschrieben. In jedem Fall soll beim Errichten der Gebäude soviel wie möglich über die Donau und den Hafen transportiert werden. Schon der Bau des Stadtteils soll möglichst nachhaltig und CO2-neutral sein. Für den späteren Betrieb ist ebenfalls eine Energie-Autarkie geplant. Bevor der Baubeginn erfolgt, werden den Bürger*innen die konkreteren Pläne jedoch noch einmal präsentiert.

COBE Architects können bereits Erfahrungen im Bereich der Konversion alter Industriebrachen vorweisen. Dieses Jahr überzeugte das Büro mit ihrem Masterplan für Jernbanebyen, ein alter Bahnhof in Kopenhagen.

Das könnte Sie auch interessieren
© Urban Future Conference
Urban Future Conference Stuttgart 2023
Frischer Schweizer Wind
Am 11. November 2023 verstarb Michael Hardi, der Leiter der Hauptabteilung Stadtplanung, mit nur 48 Jahren. Ein Nachruf. Foto: privat
Michael Hardi, ein Nachruf
luftaufnahmen-der-stadt-bei-tag-25jg9A80_6Q
Tirana experimentiert mit großflächigem autofreien Wohnen
Grüne und blaue Infrastruktur in València. Quelle: unsplash
València: Grüne Hauptstadt Europas 2024
Atmosphären in der Freiraumgestaltung
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Was ist eine Kostenfunktion? – wie KI städtische Fehler misst
Bitte Einsteigen: Stadtmobilität DACH!
Stadtmobilität: die G+L im April 2022
Helene Hölzl, Foto © Arion Kruja
Helene Hölzl, ein Nachruf
Mann mit Bauschutzhelm kniet am Boden und zeichnet Pläne.
Normenreduktion für Planungsfreiheit? – eine Debatte zwischen Präzision und Flexibilität
HafenCity Universität Hamburg (Foto: Robert Gommlich, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)
HafenCity Universität Hamburg (Foto: Robert Gommlich, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)

Antje Stokman wurde auf die neue Professur „Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung“ an der HafenCity Universität in Hamburg berufen. Hier lesen Sie alles zur Person und zu ihrem Fachgebiet.

Prof. Antje Stokman ist Landschafsarchitektin mit einem Fokus auf klimaangepasste Gestaltung von lebenswerten, biodiversen Stadt- und Landschaftsräumen. Von 2018 bis 2022 hatte sie bereits eine befristete Professur für das Fachgebiet „Architektur und Landschaft“ an der HafenCity Universität in Hamburg inne.

„Wichtiger Eckpfeiler und eine inspirierende Persönlichkeit“

Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Präsident der HafenCity Universität Hamburg, sagte dem Informationsdienst Wissenschaft: „Wir freuen uns sehr, dass Prof. Antje Stokman der HCU weiterhin erhalten bleibt. Frau Stokman ist ein wichtiger Eckpfeiler und eine inspirierende Persönlichkeit in der Architektur und Stadtplanung in den Themenfeldern Klima und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus freuen wir uns, dass sie ab sofort die Position der Studiendekanin Architektur (Master) übernimmt.“

 

Vita von Antje Stokman

Vor ihrer Zeit an der HafenCity Universität in Hamburg war Prof. Antje Stokman Juniorprofessorin an der Leibniz Universität Hannover (2005-2010). Dann folgte eine Berufung als Professorin an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart. Dort war sie zugleich von 2010 bis 2017 Leiterin des Instituts für Landschaftsplanung und Ökologie.

Im Jahr 2009 wurde Antje Stokman für ihre Arbeiten mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Im Folgejahr erhielt sie dann den internationalen Topos Landscape Award. Ihre Projekte wurden im Rahmen internationaler Ausstellungen gezeigt. Dazu gehören die Internationalen Architekturbiennale São Paulo 2009, die Architekturbiennale Rotterdam 2014 und die Pinakothek der Moderne München (2017).

Die Forschungsschwerpunkte von Antje Stokman sind biodiverse und grüne Städte, blau-grüne Infrastrukturen, Schwammstädte und urbane Agrikultur sowie produktive Stadtlandschaften. Sie lehrt und forscht zu verwandten Themen in Architektur und Stadtplanung.

An der HafenCity Universität leitet die Professorin zudem den kooperativen Forschungsverbund LILAS, der die Transformation von grauen linearen Infrastrukturen zu blau-grünen und klimaangepassten Infrastrukturen erforscht. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Forschungsinitiative Architektur, die sich seit Anfang 2018 der wissenschaftlich-künstlerischen Forschung in der Architektur an der HCU widmet.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von HafenCity Universität Hamburg (@hcuhamburg)

Über die Professur Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung

Das Gebiet der Landschaftsarchitektur und -planung an der HafenCity Universität Hamburg ist nach eigenen Angaben damit befasst, landschaftsbezogene und klimagerechte Strategien des Bauens und der Metropolenentwicklung zu erforschen und zu gestalten. Dabei stehen das Entwerfen und die kooperative Entwicklung und Umsetzung von Strategien, um Architektur und Stadt in natürliche, landschaftliche und stoffliche Ressourcenzusammenhänge einzubetten, im Zentrum von Lehre und Forschung. Dies ist ein starker Gegensatz zu den letzten Jahrhunderten, in denen Stadt und Natur in Lehre und Praxis häufig voneinander entkoppelt waren.

Zu den Themen des Fachbereichs gehören regionale Raumbilder, strategische Stadt- und Freiraumentwicklungskonzepte und landschaftsarchitektonische Entwürfe. Studierende lernen anhand prototypischer 1:1-Realisierungen und räumlicher Interventionen, ihr Wissen in die Praxis umzusetzen. Darüber hinaus organisiert der Fachbereich von Antje Stokman zahlreiche Reallabore, Experimente, Workshops, Vortragsreihen, Symposien, Ausstellungen und Veröffentlichungen.

 

Zum Thema Ladschaftsarchitektur hat der bdla Landesverband Baden-Württemberg das erste Mal einen Preis vergeben: Lesen Sie hier mehr über den Landschaftsarchitekturpreis Baden-Württemberg 2022.

Perspektive mit Baumhain links und offenem Platz im Zentrum. Im Hintergrund eine begrünte Pergola.
Vision für den Europaplatz Süd. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen

Der Europaplatz Süd, der Vorplatz des Hauptbahnhofs in Berlin, wird umgestaltet. Nun prämierte die Jury den Entwurf von Rehwaldt Landschaftsarchitekten mit dem 1. Preis. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Der Europaplatz Süd übernimmt als Vorplatz des wichtigsten Bahnhofs von Berlin eine wichtige Rolle im Stadtgefüge. Hier kommen Reisende zuerst an, wenn sie die Stadt erreichen. Er macht somit einen wichtigen Teil des ersten Eindrucks aus, den die Hauptstadt vermittelt. Neben dieser repräsentativen Funktion kommt noch der logistische Faktor hinzu. Besucher*innen des Bahnhofs sollte der Vorplatz Orientierung bieten und sie auf dem Weg zum richtigen Gleis subtil leiten. Nach Abstimmung zwischen dem Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima- und Umweltschutz, dem Bezirk Mitte von Berlin und der Deutschen Bahn AG wird nun eine Umgestaltung eben dieses besonderen Platzes angestrebt. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Umsteigebeziehungen.

Wettbewerb zur Umgestaltung entschieden

Um das Bestreben in die Tat umzusetzen, wurden zuletzt vier Landschaftsarchitekturbüros mit der Erarbeitung eines Vorschlages beauftragt. Anfang Oktober diesen Jahres tagte nun die achtköpfige Jury aus Vertreter*innen des Landes Berlin und der Deutschen Bahn AG mit fachlicher Unterstützung durch vier Landschaftsarchitekt*innen und wählte den erstprämierten Entwurf. Durchsetzen konnte sich dabei das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden. Manja Schreiner, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, sagte nach Bekanntgabe der Juryentscheidung, sie freue sich, dass der jetzt noch sehr unübersichtliche Ort durch den Entwurf zu einem einladenden Entrée Berlins werden könne.

Des prämierte Entwurf im Detail

Rehwaldt Landschaftsarchitekten orientieren sich grundsätzlich am städtebaulichen Raum. Unter dem Leitbild „Entrée Berlin“ schlagen sie einen urbanen, einladenden Platzraum in der Mitte der Stadt vor, der eine gute Orientierung sowie atmosphärische Aufenthaltsorte bieten soll. Dazu setzen sie vorrangig auf eine großzügige, offene Platzfläche, durch welche sich die ankommenden Reisenden direkt in der Stadt Willkommen fühlten. Diese Platzfläche erstreckt sich vom Bahnhofsgebäude bis zur Invalidenstraße als durchgängige Oberfläche ohne Stufen oder Bordanlagen. Als Material wird ein Asphalt mit geschliffener Oberfläche vorgeschlagen. Dieser soll nicht nur einen hohen Komfort bieten, sondern in seiner Farbgebung mittels heller Zuschlagstoffe auch einen warmen und gleichsam lebhaften Gesamteindruck schaffen. Rehwaldt Landschaftsarchitekten ließen sich in der Gestaltung dabei von Terrazzobelag inspirieren.

Der Offenheit steht als Kontrast und weiteres Element der „Grüne Schirm“ gegenüber. Als  unregelmäßige Pflanzung hochstämmiger Bäume bildet er sozusagen ein Gegenstück zum Bahnhofsgebäude. Durch die Aufastung der Gehölze bleibt einerseits ein durchlässiger Raum bestehen, während andererseits eine Abschirmung zur Invalidenstraße entsteht. Durch das lockere Blätterdach kann sich ein atmosphärischen Aufenthaltsort ausbilden.

Weiterhin fungiert der Bereich unter dem „Grünen Schirm“ als Speicherrigole. Das Regenwasser, das auf der Platzfläche anfällt, wird dazu in Schlitzrinnen aufgefangen und in den nördlichen Bereich geführt, wo es gesammelt werden kann. Die Bäume werden dann das Wasser über die Wurzeln aufnehmen und es über die Baumkronen wieder verdunsten. So kann zum einen ein angenehmer,  kühlender Effekt für die unmittelbare Umgebung entstehen. Zum anderen wird die Kanalisation entlastet und das Regenwasser vor Ort genutzt, statt es umgehend über Kanäle abzuführen. Für Dr. Almut Neumann, Bezirksstadträtin des Bezirks Mitte für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen ein wichtiger Punkt: „In Zeiten der Klimakrise ist es besonders wichtig, dass wir das Regenwasser des Platzes sammeln und über Rigolen den neuen Bäumen zuleiten. Dazu liefert das Konzept innovative Ideen, die wir umsetzen wollen.“

Ergänzt wird die Gestaltung des Europaplatzes durch eine funktionale Ausstattung. Dazu werden Fahrradparken und die Jelbi-Station – eine Bündelung von Sharing-Angeboten –  sowie eine öffentliche Toilette am östlichen Platzrand situiert. Dort sind sie für Nutzer*innen gut sichtbar und verdecken den Bauzaun im Bestand. Das Gebäude mit begrüntem Dach soll dabei als einfache Konstruktion ausgeführt werden, die später ggf. demontier- und umsetzbar ist.

Lageplan des prämierten Entwurfes. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen
Lageplan des prämierten Entwurfes. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen

Stimmen des Preisgerichtes

Laut Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt hätten die offene und einladende Geste, das grüne Baumdach entlang der Invalidenstraße und die klare Kante mit Fahrradabstellmöglichkeiten und weiterer Infrastruktur nach Osten hin die Jury überzeugt. Weiterhin sagt sie: „Der Entwurf zeigt, dass auch mit der Weiternutzung von vorhandenem Material nachhaltig, barrierefrei und mit einer guten Aufenthaltsqualität der Europaplatz Süd künftig das Entrée Berlins vom Hauptbahnhof werden kann.“ Auch Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist überzeugt, nun den richtigen Entwurf gefunden zu haben: „Mit dieser Variante schaffen wir eine deutliche Aufwertung und mehr Struktur auf dem Bahnhofsvorplatz an der Invalidenstraße.“

Weitere Schritte

Nun gilt es, den Entwurf in die Realität zu übersetzen. Dafür wird das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten mit der weiteren Planung beauftragt. Derzeit ist vorgesehen, die Planungen bis zum Sommer des kommenden Jahres abzuschließen und anschließend mit der baulichen Umsetzung zu beginnen. Wenn der Zeitplan wie angestrebt umgesetzt werden kann, dann könnte die Fertigstellung der anspruchsvollen Bauaufgabe bis Ende 2025 realisiert werden. Und damit zukünftig das Ankommen und Abreisen am Berliner Hauptbahnhof zu einem ganz anderen Erlebnis machen.

Lust auf mehr Wettbewerbsnews? Am 15. Dezember 2023 entschied sich der Wettbewerb zur Gartenschau Vaihingen. Der freiraumplanerische Entwurf eines Büros überzeugte die Jury dabei eindeutig. Alles dazu lesen Sie hier.