Neugestaltung Schlosspark Morsbroich, Leverkusen; 1. Preis POLA Landschaftsarchitekten, Berlin
Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse. Hier die Wettbewerbsübersicht März 2020.






Landesgartenschau Höxter 2023; 1. Preis Franz Reschke, Berlin
Alle Bilder: © POLA
Mit einem Schlosspark als Reflexionsort über Kunst und Gesellschaft überzeugten POLA Landschaftsarchitekten die Jury im Realisierungswettbewerb. Kunst und Natur sollen sich auf Augenhöhe begegnen, so die Intention der Verfasser. Die Neugestaltung will die vorhandenen Stärken herausarbeiten und den natürlich anmutenden, fast verwilderten Landschaftspark bis auf die Bestandswege und neue Parkpfade als Grundgerüst für die neuen Lichtungen belassen und weiterpflegen.
Die künstlich geschaffenen Lichtungen und Garteninseln stechen in ihrer formalen Gestaltung aus dem Landschaftspark heraus und bieten punktuelle Angebote für Kinderspiel, Meditation, Kunst, Events oder Picknick. Große raumgreifende Umgestaltungen vermeidet der Entwurf durch die Konzentration auf die punktuellen Eingriffe der Lichtungen. Er kann so den Charakter der historischen Anlage bewahren und denkmal- und naturschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden. Ein mäandrierender Pfad dient als Skulpturen- und Naturlehrpfad und hält die Lichtungen frei von Installationen.






Marktplatz und Fußgängerzone Solingen-Ohligs; 1. Preis RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
Alle Bilder: © Franz Reschke Landschaftsarchitektur
Der Siegerentwurf für die Freiflächen der Landesgartenschau Höxter überzeugte durch angepasste, oft aus dem Ort entwickelte und subtile Interventionen, die trotz Differenziertheit ein kohärentes Ganzes ergeben, wie die Jury hervorhob. Leitmotiv der Verfasser ist die räumliche und atmosphärische Umsetzung der Historie der dichten Fachwerkstadt Höxter und dem Landschaftsraum der Weser. Vier Teilräume – die Wallanlagen, das Weserufer, der Geschichtspark und der Remtergarten – veranschaulichen dabei ihre jeweils eigenständige Geschichte, verbunden sind die Raumsequenzen durch einen bogenförmigen Promenadenweg.
Die Wallanlagen entwickeln die Verfasser durch ein erweitertes Wegenetz zum grünen Korridor mit hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität. Das Weserufer erhält mit der Stadtpromenade ein Verbindungselement zum Fluss, punktuelle Interventionen stärken den Uferraum in seiner Aufenthaltsqualität. Der Geschichtspark Civitas Corvey im Bereich des ehemaligen Sägewerkes erschließt sich über ein flexibles Stegsystem und soll als „archäologischen Fenster“ Einblicke in die Historie des Ortes geben. Für den Remtergarten sieht der Entwurf einen introvertierten Ort vor.






Eine deutliche Zweigliederung der Fußgängerzone zeichnet den Siegerentwurf aus, getrennt durch die mittig angeordnete Entwässerungs- und Leitlinie. Der südlich gelegene Straßenraum bleibt frei von Einbauten, während der nördliche Bereich gepflasterte Aufenthaltsbereiche aufweist und fest möbliert ist. Straßeneinmündungen bilden jeweils einen Identifikationsplatz, der sich durch besondere Elementen wie Wasserspiegel, Kinderspiel oder Rundbank hervorhebt.
Der Marktplatz erhält durch die Anordnung von sogenannte „Pocketflächen“ eine neue Gliederung der bereits existierenden Baumrahmung. Die „Pockets“ ermöglichen eine differenziertere Raumaufteilung mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. Anstelle des bisherigen homogenen Aufenthaltsgürtels entstehen so kleinräumige Orte, die sich auch als Nachbarschaftstreff eignen können. Als Schnittstelle zum Übergang zur Fußgängerzone dient ebenfalls ein Pocket, das als ebenerdiges Fontänenfeld ausgebildet ist. Ein weiteres Sonderelement bildet die neugestaltete Café-Terrasse, die den gastronomischen Bereich definiert.
Hier finden Sie die Wettbewerbsübersicht Februar 2020 (1/2 und 2/2)

















