Zukunftsgarten Bergkamen / Lünen „Landschaft in Bewegung“ – Wettbewerbsergebnisse

Im Mittelpunkt der Internationalen Gartenausstellung – kurz IGA – 2027 Ruhr stehen fünf große Schaugärten: die Zukunftsgärten. Dafür suchte die IGA mit vier internationalen und interdisziplinären Planungswettbewerben Entwürfe. Der erste Preis für den Zukunftsgarten Bergkamen / Lünen „Landschaft in Bewegung“ ging an GREENBOX Landschaftsarchitekten Hubertus Schäfer + Markus Pieper PartG mbH, Köln. Prof. Dr. Martina Oldengott, fachlich mitverantwortlich für die IGA Ruhr, stellt Ihnen hier die Wettbewerbsergebnisse vor.

Dieser Zukunftsgarten gehört zu den beiden nicht Eintritt pflichtigen Schaustandorten. Sein großer Reiz liegt in der Lage zwischen der durch Bergbau und Montanindustrie geprägten Kulturlandschaft an der Lippe und am Datteln-Hamm-Kanal. Durch die Halde „Großes Holz“, dem Römerpark in Oberaden, der Marina Rünthe und der Wasserstadt Aden weist er schon heute ein attraktives Angebot für Freizeit und Erholung auf. Diese besondere Qualität in hoher Dichte soll Grundlage für die Weiterentwicklung zu einer touristisch überregional bedeutenden Destination werden.

Zukunftsgarten Bergkamen / Lünen „Landschaft in Bewegung“: Sportlich, Nachhaltig und Gemeinschaftlich

Die Konzeption „Landschaft in Bewegung“ richtet sich an junge Expeditive Sportler*innen und Familien mit einem hohen Nachhaltigkeitsanspruch. Freizeit und Bewegung in der Landschaft als Bestandteil eines gesunden und zufriedenen Lebens stehen im Mittelpunkt. Fast alle eingereichten Arbeiten bieten wohnungsnahe Experimentierfelder beziehungsweise Freilandlabore für gemeinschaftliches Gärtnern an. Digitale Vermittlungsformate dienen dazu, sich zu vernetzen und sich über die Angebote des Zukunftsgartens zu informieren. Eine besondere Herausforderung lag in der Einbettung der Forensik in den Zukunftsgarten.

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Die Jurysitzung zum Wettbewerb Zukunftsgarten Bergkamen / Lünen „Landschaft in Bewegung“ hat am 10. März 2021 stattgefunden und das VgV-Verfahren ist gestartet. Die Verhandlungsgespräche, zu denen die drei Preisträger eingeladen wurden, sind für Mitte Mai 2021 anberaumt.

Hier die drei mit Preisen ausgezeichneten Beiträge:

1. Preis: GREENBOX Landschaftsarchitekten

 

Die Verfasser*innen des ersten Preises, GREENBOX Landschaftsarchitekten, haben mit „Talwundern“ auf der Lünener Teilfläche und „Bergwelten“ auf der Bergkamener Halde ein inhaltlich überzeugendes Leitthema entwickelt, indem sie offene Wiesenräume mit Spiel- und Erlebnisangeboten für den Victoriapark in Lünen und ruhige Naturerlebnisräume in einem lockeren und hainartigen Parkwaldbestand in Bergkamen anbieten. Ein Talrund in Lünen und ein Bergrund in Bergkamen greifen als Haldentops jeweils die vorgeschlagenen Funktionen auf und machen die spannungsreiche Kulturlandschaft zwischen dem Naturraum Lippeaue, dem Datteln-Hamm-Kanal aus der Vogelperspektive erlebbar.

Über das Lünener Talrund und das schlüssig zur dortigen Innenstadt platzierte Willkommensareal gelingt die Verzahnung mit der Stadt Lünen. Mit einer Vielfalt von Bewegungs- und Sportangeboten in der „Adenschlucht“, auf dem „Adengrat“ und dem „Adengipfel“ werden die touristisch immer wichtiger werdenden Outdoor-Aktiven und nachhaltig bestimmten Trendsetter*innen, die Expeditiven, angelockt. Mit einer Vielzahl von zarten Tönen in den Stauden- und Gräserfluren sowie Gehölzpflanzungen gelingt ein gut ausbalanciertes Angebot für kontemplative und aktive Erholung. Die Motive von Berg und Tal versprechen eine attraktive Erlebnisgeschichte und sind aus touristischer Sicht gut zu bewerben.

2. Preis: Atelier Loidl

 

Die Verfasser*innen des zweiten Preises, Atelier Loidl, haben für ihre Arbeit das Motto „Thrill und Chill“ formuliert und sehen die Freizeitgestaltung der Zukunft im Spannungsfeld dieser beiden Pole von Spannung/Erlebnis und Entspannung/Erholung. Darin stimmen sie mit dem ersten Preisträger*innen überein, interpretieren ihr Konzept jedoch wesentlich expressiver. In diesem Zusammenhang schaffen sie einen monumentalen Canyon als Kletterareal, einen Pumptrack und einen Rennradloop auf Bergkamener Stadtgebiet und einen Maxispielplatz mit Slagline auf Lünener Areal. Glampingregale laden zum Übernachten ein. Sensible Kraut- und Gräserfluren bilden einen zarten Plafond und erzeugen den Charakter einer Heidelandschaft.

3. Preis: hutterreimann Landschaftsarchitekten

 

Die Verfasser*innen des dritten Preises, hutterreimann Landschaftsarchitekten, ziehen für ihre Leitidee den Vergleich mit einem gespannten und entspannten Gummiband heran, das den Stadtpark „Viktoriaborn“ auf Lünener Seite mit dem Langen Holz auf der Bergkamener Halde umspannt. In Lünen löst sich das straffe Wegeband in Schwingungen auf und schafft spannungsreiche sowie attraktive freiräumliche Aufenthalts- und Spielbereiche. Auch der gespannte Weg auf dem Berkamener Haldentop schafft schöne Raumcharaktere. Zwischen dauerhaft vorgesehenen Aktionsbereichen und temporären Erlebnisqualitäten wird klar unterschieden. Von dem beide Teile des Zukunftsgartens verbindenden Rundweg gehen Stichwege in das Parkinnere und in die Umgebung ab, sodass der künftige Zukunftsgarten gut vernetzt mit der umgebenden Stadt- und Kulturlandschaft erscheint.

Hier erfahren Sie alles zu den anderen Zukunftsgärten der IGA Ruhr 2027.

Prof. Dr. Martina Oldengott ist Landschaftsarchitektin und Kunsthistorikerin. 2020 wurde sie von der Emschergenossenschaft in die Durchführungsgesellschaft der Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 entsendet. Sie ist dort in führender Position für die fachlichen Inhalte der IGA 2027 verantwortlich.