Zwischennutzung: Alles, was Sie dazu wissen müssen

2021: Irrgarten als Zwischennutzung auf der Museumsbrache. Foto: Christine Moor, Bernisches Historisches Museum, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
2021: Irrgarten als Zwischennutzung auf der Museumsbrache. Foto: Christine Moor, Bernisches Historisches Museum, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Die Zwischennutzung von Brachflächen ermöglicht es, neue Dinge an teils ungewöhnlichen Orten zu schaffen. So ist es möglich, Teilhabe und Innovation in der Stadt zu stärken. Jedoch stecken manchmal auch Probleme hinter der Zwischennutzung – hier lesen Sie mehr.

Was ist Zwischennutzung?

Dicht besiedelte deutsche Städte wie Hamburg und München bieten wenig Raum für Kulturschaffende und Initiativgruppen. Denn der große Wettbewerb um Platz bedeutet, dass vorhandene Räume meist teuer oder bereits anderweitig reserviert sind.

Hier kommt die Zwischennutzung ins Spiel. Sie bezeichnet die zeitlich beschränkte Nutzung von Gebäuden und Flächen in der Stadt. Diese Übergangsnutzungen haben meist kein wirtschaftliches Ziel. Das Prinzip lautet vielmehr „günstiger Raum gegen befristete Nutzung“. Auch „Bewachung durch Bewohnung“ ist eines der Ziele der Zwischennutzung.

Dabei hat sich der Begriff der Zwischennutzung in den letzten Jahren verändert. Bis in die 1990er-Jahre waren Zwischennutzende oft nur halblegal vor Ort. Entsprechend wurde die temporäre Nutzung von Gebäuden als Besetzung gesehen. Daher hatte die Praxis der Zwischennutzung lange einen eher negativen Ruf. Inzwischen haben sich die Vorhaben jedoch zu einem bauplanerischen Instrument entwickelt. Somit ist die Zwischennutzung schon lange nicht mehr nur alternativ und informell, sondern manchmal nachhaltig und in anderen Fällen auch profitabel.

In jedem Fall bleibt die Zwischennutzung zeitlich begrenzt. Sie hat ein Pop-up-Prinzip. Meistens ist die Zwischennutzung symbiotisch: Die Nutzenden erhalten einen Raum zur Verwirklichung ihrer Ideen, während die Besitzenden Leerstand und Vandalismus vermeiden.

Wie sieht die Übergangsnutzung in der Praxis aus?

In der Praxis kann die Zwischennutzung viele unterschiedliche Formen annehmen. Am besten lassen sich die Flächen als Experimentierflächen beschreiben. Sowohl kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Formate lassen sich im Rahmen der Zwischennutzung realisieren. Beispielsweise sind Pop-Up Stores, Ateliers, Ausstellungsräume, Werkstätten, Kultur- und Begegnungsorte, Cafés und Gärten denkbar.

Häufig handelt es sich bei der temporären Nutzung von Flächen oder Gewerbeeinheiten um ungewöhnliche Orte für das jeweilige Projekt. So ist es möglich, kreative Prozesse und Partizipation zu fördern. Denn an den Orten kommen unterschiedlichste Menschen zusammen. Diese können gemeinsam innovative Ideen umsetzen. Dadurch entsteht ein spannendes Miteinander, das unter anderem die Nachbarschaft stärken kann.

Projekte, die eine Zwischennutzung darstellen, lassen sich gut an ihrem temporären Charakter erkennen. Selbst Läden weisen darauf hin, dass es sich um ein Pop-Up handelt. Foodtrucks oder andere fliegende Verkäufer sind ebenfalls nur kurze Zeit an einem Ort zu finden. Brachflächen oder ungenutzte Parkplätze bieten sich dafür sehr gut an.

Seebrache-Garten von Grün Stadt Zürich, Irisk12 via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Seebrache-Garten von Grün Stadt Zürich, Irisk12 via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Welche Vorteile bietet die Übergangsnutzung?

Zwischennutzungen städtischer Flächen dienen dazu, Projekten und Initiativen den notwendigen Freiraum für Experimente zu geben. Häufig fallen nur die Betriebskosten als Miete an. Insbesondere für junge Projekte handelt es sich dabei um eine entscheidende Bedingung. Denn gerade in größeren Städten sind Flächen in zentraler Lage andernfalls unerschwinglich.

Oft kommt es vor, dass sich mehrere Initiativen einen Raum in zwischenzeitlicher Nutzung teilen. So entstehen Möglichkeiten zur Vernetzung und Synergie. Zudem bergen die Flächen ein großes innovatives Potenzial. Auch gesellschaftliche Vorteile wie etwa mehr Kunst oder neue Märkte in der Umgebung sind zu beobachten. Projekte, die derzeit noch nicht ökonomisch profitabel sind, erhalten an zentralen Orten dank Zwischennutzung viel Sichtbarkeit.

Für die Eigentümer*innen der Flächen reduziert die Zwischennutzung die Leerstandskosten. Da zumindest die Betriebskosten gedeckt sind, fallen keine Mehrkosten an. Die gesteigerte Aufmerksamkeit durch die Zwischennutzung kann für eine Imageaufwertung sorgen. Zugleich beugt die Praxis der Zwischennutzung Risiken wie Verfall und Vandalismus vor.

Ein weiterer Vorteil an der Zwischennutzung ist ihr hohes partizipatives Potenzial. Denn auf derartigen Flächen entsteht ein kontinuierlicher Prozess der Aushandlung und Anpassung. Unterschiedliche Gruppen wie Anwohner*innen, interessierte Bürger*innen und Initiativen können mit einsteigen und so die Zwischennutzung beeinflussen. Manchmal ist es dadurch sogar möglich, längerfristig neue Räume für die anwenderorientierte Nutzung zu erschließen.

Welche Kritik gibt es an Zwischennutzung?

Jedoch gibt es seitens verschiedener Stakeholder Kritik an der Übergangsnutzung von Flächen. Zum Beispiel stellt sich die Frage, was mit den Zwischennutzer*innen selbst passiert, sobald ihre Zeit abläuft. Zwar stellt der zwischengenutzte Raum eine Experimentierfläche dar, aber dies ist nicht immer ausreichend für eine selbstständige Zukunft. Auf der anderen Seite bietet die Zwischennutzung die Chance, ohne ruinöse Folgen zu scheitern. In einigen Fällen ergibt sich aus der Übergangsnutzung sogar ein langfristiges Mietverhältnis. Allerdings kann die Planungsunsicherheit auch zum Scheitern von Projekten und zur Selbstausbeutung von Künstler*innen beitragen.

Langfristig löst die Zwischennutzung das Problem der Raumknappheit nicht. Insbesondere für Künstler*innen und Experimentierfreudige bleibt es schwer, an geeignete Flächen zu kommen. Eine erfolgreiche Zwischennutzung sollte nicht nur als „Verwertungslücke“ dienen, sondern auch positive Folgen für die Nachbarschaft und die Projektverantwortlichen sowie für die Besitzer*innen haben.

Eine erfolgreiche Zwischennutzung kann wiederum zu Gentrifizierung führen, was häufig negativ bewertet wird. Dabei steigert die Immobilie ihren Wert. Die Nutzer*innen müssen häufig weichen, die Miet- und Kaufpreise der Umgebung steigen. In manchen strukturschwachen Regionen führt die Zwischennutzung zu einer Aufwertung und Belebung von Flächen. Aber in dicht besiedelten, teuren Städten kann sie experimentelle Initiativen und deren Betreiber*innen verdrängen.

Autohaus, Liebigstraße 201-203, Köln-Ehrenfeld. Ehemals Autohaus Levy, Zwischennutzung bis zum Abriss durch "Wandelwerk". Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Autohaus, Liebigstraße 201-203, Köln-Ehrenfeld. Ehemals Autohaus Levy, Zwischennutzung bis zum Abriss durch "Wandelwerk". Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Beispiele für die zwischenzeitliche Nutzung von Stadträumen

Der Zenettiplatz in München wurde mehrere Jahre hintereinander zwischengenutzt. Als „Piazza Zenetti“ wird dieser Zwischenort, der sonst als Parkplatz dient, eine attraktive Anlaufstelle. Bepflanzung und Sitzgelegenheiten geben dem Platz neues Leben. Anwohner*innen und Passant*innen nutzen den Platz für soziale Begegnungen. Dabei entstehen Synergieeffekte, die dabei helfen, den Platz an die gewünschte Nutzung anzupassen.

In Jena ermöglicht die BLANK-Agentur für Zwischennutzung kreatives Miteinander an verschiedenen Orten in der Stadt. „Obwohl wir in Jena wenig strukturellen Leerstand haben, finden sich trotzdem ungehobene Potenziale oder langfristig leerstehende Räumlichkeiten, die mit temporären Lösungen wieder einer Nutzung zugeführt werden können“, erklärt Leiterin Katrin Hitziggrad während einer Fachtagung zum Thema Zwischennutzung im Juni 2022.

Testläufe für neue Läden, generationenübergreifende Gemeinschaftsgärten wie das „WirQuartier“ in Erfurt, eine Fahrradwerkstatt mit Café und Bar in einer alten Druckerei in Frankfurt am Main – die Beispiele für Zwischennutzung in Deutschland sind vielseitig.

In Jena gibt es mit der Kulturberatung eine begleitende Institution für Vereine, Initiativen und Kulturakteur*innen. Schon seit 2014 arbeitet die Kulturberatung Jena mit dem Dezernat für Stadtentwicklung, JenaKultur und der Zwischennutzungsagentur zusammen. So soll es gelingen, Strategien für langfristige Perspektiven zivilgesellschaftlicher Projekte zu entwickeln.

Mehr über Zwischennutzungen lesen Sie hier am Beispiel von Basel.

Das könnte Sie auch interessieren
Digitales Modell einer Stadtplanung, das die Umsetzung resilienter Bebauungspläne zur Krisenfestigkeit visualisiert.
Wie krisenfest ist der Bebauungsplan? – Resilienz als neue Logik
Gasometer in Wien Simmering: Nebenan entsteht die Bricolage City. Quelle: Friedrich Böhringer, CC BY-SA 3.0 AT , via Wikimedia Commons
Ein neuer Park in Wien Simmering
Im Hintergrund Bergpanorama, davor ein See und grüne Wiesen. Im Vordergrund blüht eine lilafarbene Blume. Der schöne Schein trügt? Das Landesentwicklungsprogramm Bayern braucht einen Neustart. Foto: Mario Dobelmann via Unsplash
Neustart für Landesentwicklungsprogramm Bayern
Wettbewerbsergebnisse im Oktober 2020: Teil 2
EUROPAN 16: Standorte Deutschland
kuratiert von Kulturprojekte Berlin
Unvergessener Bewegungsmoment
Vom Staub befreit
Green Varnish
WGF Nürnberg gewinnen Wettbewerb für ein neues Wohnquartier an der Hainstraße, ein Leuchtturmprojekt in der Stadtentwicklung Nürnberg. Visualisierung © Gräßel ARCHITEKTEN
Stadtentwicklung Nürnberg: Ökologisches Leuchtturmprojekt
Bild von Klimademonstration mit Menschen
Neuer IPCC Bericht 2022

Zwei unterschiedliche, durch eine Bundesstraße voneinander getrennte Areale verbinden, und einen großen See schaffen – die Herausforderungen der Landesgartenschau in Lahr meisterte das Büro club L94 ohne große Hindernisse. Burkhard Wegener führt uns vor Ort durchs Gelände.

Herr Wegener, was war Ihre Motivation, 2011 am Wettbewerb zur Landesgartenschau in Lahr teilzunehmen?
Es war die Auslobung mit der Aufgabe, einen existierenden Park zu überarbeiten und Ackerflächen eine neue Identität zu geben, sie zu einem Park zu entwickeln. Und darüber hinaus: beide Teilbereiche über zwei Bundesstraßen hinweg mit einer Brücke zu verbinden – alles in allem eine komplexe Aufgabe. Zudem hat es in unseren Kalender gepasst …

Haben Sie die Vorgaben im Planungsprogramm als einengend empfunden – etwa den Wunsch nach einem See, neuen Kleingärten und einem Landschaftspark, in den ein bestehendes Pappelwäldchen mit Krähenhabitat integriert werden sollte?
Eigentlich nicht, eher als Herausforderung. Zumal wir viel Freiraum bei der Ideenfindung hatten und angehalten wurden, Neues zu entwickeln, das sich mit Vorhandenem verbinden sollte.

Woran hatten Sie am meisten zu knabbern? Was hat Ihnen die größten Probleme beim Planen und Bauen gemacht?
Das war der See. Er sollte mehrere Hektar groß werden, aber wir konnten ihn nicht – wie anfangs gedacht – durch den Aushub von Boden realisieren. Es stellte sich schnell heraus, dass es Probleme mit dem Grund­wasser gegeben hätte. So kamen wir auf die Idee, den See auf das bestehende Gelände aufzusetzen. Als Landschaftssee konzipiert, ist er nun rund 2,7 Hektar groß, aber nur zwei bis drei Meter tief. Insgesamt haben wir rund 100 000 Kubikmeter Füllboden im Gelände verarbeitet.

Der See wird diagonal von einem Steg gequert, dadurch scheint er zweigeteilt. Hat das eine tiefere Bedeutung?
Ja. Offziell ist der See ein Badesee und braucht dazu eine entsprechend hohe Wasserqualität. Das erreichen wir, indem wir das Wasser umwälzen, über eine Pflanzenkläranlage filtern und fehlendes Wasser über Pumpen aus dem Grundwasser zuführen. Der Steg über den See sitzt wiederum auf einer Mauer auf, die den Badesee vom Landschaftssee trennt und ihn aus einer anderen Perspektive als von den Ufern aus erlebbar macht. Die Ufer sind bewusst unterschiedlich gestaltet: im Badebereich mit einer harten, urbanen Kante samt Badestrand, im Landschaftsteil mit weichen Übergängen, die sich aus der Bepflanzung der Uferbereiche mit Röhricht und Wasserpflanzen ergeben.

Gab es noch andere Themen, die Ihnen beim Entwurf der Landesgartenschau besonders wichtig waren?
Zum Beispiel, dass auf der langen Seite des Sees eine Promenade entstehen sollte. Diese haben wir mit einer einreihigen Allee aus Trauerweiden bepflanzt, deren hängende Zweige wir lieben.

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
Genau, das war uns auch von Anfang an wichtig. Zwar in etwas anderer Form als es nach dem dafür ausgelobten Wett­bewerb geworden ist, aber wir finden es dennoch gut. Es steht vor dem Pappel­wäldchen, in dem zahlreiche Krähennester zu finden sind, die den Anstoß zur Idee gegeben haben. Konkret liegt es in dem neuen Auenwäldchen, in dem sich Lichtungen, Pfade aus Rindenmulch und Farninseln finden, die die Basis für ökologische Vielfalt und Lebensräume für Pflanzen und Tiere darstellen und zeigen.

Was waren die Maximen und Ziele für die Überarbeitung des Bürgerparks? Der kam in unserer Unterhaltung bislang etwas zu kurz …
Der Bürgerpark liegt direkt am Schul­quartier und wurde von uns konzeptionell als Teil der Stadt interpretiert. Im Gegensatz zum landschaftlichen Seepark ist der Spiel-­ und Sportpark urban gestaltet. Die Konzeptionen für die neuen Gebäude dort – Kita, römisches Streifen­haus und Sporthalle – entwickelten wir in der städtebaulichen Findungsphase zusammen mit dem Architekturbüro Aldinger. Die neue Kita mit der tonnen­förmigen Dachstruktur, die ich mitsamt den Spielbereichen für sehr gelungen halte, markiert den Parkzugang im Osten. Zu einem besonderen gestalterischen Element wurde auch die „via ceramica“, die sich – obwohl sprachlich nicht ganz korrekt – auf die keramischen Funde der Römer in Lahr bezieht.


05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

 

 

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
Genau, das war uns auch von Anfang an wichtig. Zwar in etwas anderer Form als es nach dem dafür ausgelobten Wett­bewerb geworden ist, aber wir finden es dennoch gut. Es steht vor dem Pappel­wäldchen, in dem zahlreiche Krähennester zu finden sind, die den Anstoß zur Idee gegeben haben. Konkret liegt es in dem neuen Auenwäldchen, in dem sich Lichtungen, Pfade aus Rindenmulch und Farninseln finden, die die Basis für ökologische Vielfalt und Lebensräume für Pflanzen und Tiere darstellen und zeigen.

Was waren die Maximen und Ziele für die Überarbeitung des Bürgerparks? Der kam in unserer Unterhaltung bislang etwas zu kurz …
Der Bürgerpark liegt direkt am Schul­quartier und wurde von uns konzeptionell als Teil der Stadt interpretiert. Im Gegensatz zum landschaftlichen Seepark ist der Spiel-­ und Sportpark urban gestaltet. Die Konzeptionen für die neuen Gebäude dort – Kita, römisches Streifen­haus und Sporthalle – entwickelten wir in der städtebaulichen Findungsphase zusammen mit dem Architekturbüro Aldinger. Die neue Kita mit der tonnen­förmigen Dachstruktur, die ich mitsamt den Spielbereichen für sehr gelungen halte, markiert den Parkzugang im Osten. Zu einem besonderen gestalterischen Element wurde auch die „via ceramica“, die sich – obwohl sprachlich nicht ganz korrekt – auf die keramischen Funde der Römer in Lahr bezieht.


05 IMG_8290

Blick über den See.


12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung und die Wüstenrot Stiftung schreiben seit fast 40 Jahren den Deutschen Städtebaupreis aus. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis nachhaltige und innovative Gestaltungsvorschläge für den öffentlichen Raum aus. Dieses Jahr ist es wieder soweit.

Architekten, Landschaftsarchitekten und Städteplaner können bis zum 15. April Projekte einreichen, die seit dem 1. Januar 2013 in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Am 27. September 2018 werden die Wettbewerbsgewinner bekannt gegeben. Den Preisträger erwartet ein Preisgeld von 15 000 Euro und wird in einer Wanderausstellung präsentiert.

Der parallel dazu ausgelobte Sonderpreis widmet sich dem Thema ‚Orte der Bildung und Kultur im städtebaulichen Kontext‘. Im Rahmen des ‚European Year of Cultural Heritage 2018‘ werden Projekte ausgezeichnet die städtebauliche Ensembles zwischen 1949 und 1989 behandeln. Der Sonderpreis ist mit 5 000 Euro dotiert.

Weitere Informationen zu dem Deutschen Städtepreis findet ihre hier.