Beteiligungsinstrument: Ausstellung

Seit 1999 findet die Jahresausstellung des Münchner Referates für Stadtplanung und Bauordnung unter dem Motto „Zukunft findet Stadt“ in der Rathausgalerie statt – jährlich organisiert durch den PlanTreff, die Öffentlichkeitsstelle des Referates. In der Ausstellung 2016 drehte sich alles um die Münchner Freiräume. Denn: Obgleich Parkikonen wie der Englische Garten oder der Olympiapark die Landeshauptstadt berühmt gemacht haben, sind ihre Freiräume (und dazu zählen auch die kleinen, weniger bekannten Plätze, Straßen und Höfe!) im Zuge des zunehmenden Siedlungsdrucks ein kostbares und knappes Gut. Wir sprachen mit Dr. Alexandra Cerny, Projektleiterin und Mitarbeiterin im PlanTreff, über die diesjährige Ausstellung „Freiraum 2030“.

Die Themen der Jahresausstellung des Münchner Planungsreferates wechseln jährlich. Warum standen die Münchner Freiräume dieses Jahr im Fokus?
Ziel der Jahresausstellung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung ist es, die Münchner Bürgerschaft über aktuelle Themen der Stadtentwicklung zu informieren und für diese zu sensibilisieren. Als wachsende Stadt lastet auf München ein enormer Druck. Den Herausforderungen im Bereich der Siedlungsentwicklung begegnet man bereits im Zuge des Konzeptpapiers LaSie – Langfristige Siedlungsentwicklung. Aber auch die Freiräume sollen verstärkt beachtet werden. Aus diesem Grund beauftragte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München das Büro bgmr in Kooperation mit den Büros Friedrich von Borries und Freiraumstudio mit einem Konzeptgutachten. Mit „Freiraum München 2030“ ist ein komplexes Werk entstanden, das mit den drei Bausteinen „Entschleunigung, Verdichtung und Umwandlung“ Vorschläge macht, die langfristige Freiraumentwicklung innovativ und nachhaltig anzugehen. Die Jahresausstellung war ein guter Ansatz, das Konzeptgutachten vorzustellen und dieses mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren.

Welche Rolle nimmt der PlanTreff in der Ausstellung ein?
Wir, der PlanTreff, agieren als Kurator, Veranstalter und Vermittler. Unsere Aufgabe ist es, mit Hilfe der Ausstellung und der Entwicklung eines ansprechenden Rahmenprogramms, das zumeist erst mal komplexe Thema auf die zentralen Bestandteile herunter zu brechen und es so leicht zugänglich für die Bürger zu machen. Ganz wichtig ist uns eine breite Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern.. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern haben wir sieben Abendveranstaltungen, zwei Workshops, acht öffentliche Ausstellungsführungen, 25 Führungen für Politik, Stadtverwaltung und Vereine sowie sechs Stadtspaziergänge geplant.

Was waren aus Ihrer Perspektive die Highlights der „Freiraum 2030“?
Das Highlight war definitiv das große Interesse an der Ausstellung. Wir hatten rund 18 600 Besucherinnen und Besucher. Für eine achtwöchige Ausstellung zum Thema Stadtentwicklung ist das eine enorme Zahl. Darunter waren auch Touristen, die meisten kamen jedoch aus München und der Region. Für uns ist das ein Zeichen, dass die Leute sich für das Thema interessieren, aber auch, dass etwas getan werden muss.
Mein persönliches Highlight war der Urban Slam. Quasi „off the beaten track“ haben wir hier mal andere Akteure eingeladen: Nicht die renommierten Gutachter oder Landschaftsarchitekten, sondern Vertreter aus der Kreativ- und Kulturszene kamen zu Wort, die im Sinne eines „Poetry Slams“ ihren Standpunkt zum Thema Münchner Freiräume auf den Punkt brachten. Das fand ich schön, weil es ein junges Format ist, wir deutlich jüngere Veranstaltungsbesucher erreichen konnten und wir Personen Gehör geben konnten, die vielleicht sonst in solch einem Rahmen nicht so aufs Podium können.

Wurden die Ziele erreicht und wie geht es nun weiter?
Unser Ziel als Ausstellungsmacher, als PlanTreff, ist auf jeden Fall erreicht. Wir konnten das Thema breit diskutieren und für die unterschiedlichen Freiraumqualitäten sensibilisieren. Aufgrund diesen hohen Interesses sind wir im Herbst in der „Freiraumzeit“ angekommen, dem Weiterentwicklungsformat der Ausstellung. Jetzt stehen das Kennenlernen und Erkunden der unterschiedlichen Orte und verschiedene Themenstellungen über Spaziergänge und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt. Uns geht es darum, durch neue Formate das Thema weiter zu streuen. Ziel dabei ist, die Ergebnisse dieser Folgeveranstaltungen dann dem Stadtrat nochmal vorzustellen und schlussendlich ausgewählte Maßnahmen des Konzeptgutachtens „Freiraum München 2030“ umzusetzen.

Alexandra Cerny ist promovierte Kunsthistorikerin und arbeitet im PlanTreff, der zentralen Informationsstelle zur Stadtentwicklung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München. Ob Veranstaltungen, Ausstellungen, Publikationen, Exkursionen, Mitmach-Formate oder Online-Angebote – der PlanTreff informiert, vermittelt und beteiligt die Bürgerschaft zu Themen der Stadtentwicklung und -planung.

Mehr Informationen zur Freiraum 2030 Ausstellung gibt es hier.

Mehr zum Konzept von bgmr findet ihr hier.

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