überschwemmte Straße nach Flut in Australien

überschwemmte Straße nach Flut in Australien

Flut Australien: „Regenbombe“ in Queensland und New South Wales

Große Teile von Australien sind aktuell von Hochwasserfluten gefährdet. Sydney machte sich mitunter auf 24 Stunden Sturzfluten bereit. Alles zur der Flut in Australien lesen Sie hier.

Im Osten von Australien sind Anfang März zehn Menschen ums Leben gekommen und Zehntausende haben ihre Häuser evakuiert. Sintflutartige Regenfälle und rekordverdächtige Sturzfluten haben Häuser unter Wasser gesetzt, Boote zertrümmert und die Infrastruktur weggespült. Am Dienstag, dem 2. März, hatten die Überschwemmungen in Australien bereits 185 Meilen der Küste von Queensland betroffen, beginnend in Gympie und besonders stark in Lismore.

Für die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, Sydney, wurde eine Warnung herausgegeben. Die durch die La-Niña-Wetterlage verursachten Stürme haben sich von Gympie bis Brisbane die Küstenstädte hinaufgearbeitet. In den vergangenen Wochen fielen in Brisbane in nur drei Tagen etwa 80 Prozent der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge. Zwischen Freitag und Samstag fielen in Brisbane 67,5 Zentimeter Wasser, was einen neuen Rekord darstellt. Die Premierministerin des Bundesstaates Queensland, Annastacia Palaszczuk, bezeichnete die australische Flut als „Regenbombe“.

Das Wasser der flutartigen Regenfälle hat bereits mehrere Städte in Queensland und New South Wales unter Wasser gesetzt. Es handelt sich um die schlimmsten Überschwemmungen an der Südostküste Australiens seit Jahrzehnten. Schnell ansteigende Flüsse haben Brücken unpassierbar gemacht und viele Menschen bei ihrer Evakuierung eingeschlossen.

Flut in Australien: Rettungsteams arbeiten mit Höchstgeschwindigkeit

In Sydney wurden bis zum 3. März bis zu 150 Millimeter Niederschlag erwartet. Normalerweise fallen in der 5-Millionen-Stadt im gesamten Monat Mai durchschnittlich 138 Millimeter Niederschlag. Die Einwohner*innen bereiten sich so gut es geht vor.

In der Zwischenzeit haben die australischen Hochwasser-Notfallteams mehr als 6 000 Hilferufe zur Flut Australien beantwortet und allein in New South Wales mehr als 1 000 Menschen gerettet. Die Stadt Lismore im Norden von New South Wales wurde von den schlimmsten Überschwemmungen seit Beginn der Aufzeichnungen besonders stark betroffen. Einige Menschen mussten die Nacht auf ihren Dächern verbringen. Es wurden 400 Menschen gerettet, aber mindestens neun Personen werden noch vermisst.

In anderen Städten haben die Einwohner*innen kreative Wege gefunden, um die Überschwemmungen zu ihrem Vorteil zu nutzen. So wurde beispielsweise der Weltmeister im Surfen, Mick Fanning, dabei beobachtet, wie er einen Apotheker auf Jetskis mitnahm, um von einer Stadt in die andere zu gelangen und Medikamente zu verteilen.

La Niña in Extrem

Von November bis März wird Australien jedes Jahr von der La-Niña-Wetterlage heimgesucht. Dieses kältere Gegenstück zu El Niño tritt im Pazifischen Ozean auf. Starke Winde treiben warmes Wasser über den Ozean von Südamerika nach Indonesien. Wenn sich das warme Wasser nach Westen bewegt, steigt kaltes Wasser aus der Tiefsee an die Oberfläche, was zu starken Winden führt, die Australien erreichen und oft zu Sturzfluten führen.

In diesem Jahr hat La Niña in Nord- und Ostaustralien zu einem feuchteren und kühleren Sommer geführt. Im Südwesten Australiens hingegen hat La Niña zu trockenen Bedingungen beigetragen: Perth erlebte den trockensten Sommer seit acht Jahren.

Nach Angaben des australischen Wetterdienstes WeatherZone waren die Sturzbäche der vergangenen Woche auf einen Pool kalter Luft in großer Höhe zurückzuführen, der die Atmosphäre destabilisierte und den Feuchtigkeitsfluss verstärkte.

Dies führte dazu, dass sich ein ungewöhnlich langes Gewittersystem über der Region aufhielt. Außerdem hinderte eine Hochdruckzone über Neuseeland die Stürme daran, sich weiterzubewegen, und tut dies auch weiterhin.

IPCC warnt vor weiteren Starkregenereignissen

Das australische Bureau of Meteorology erklärte, dass der Klimawandel weiterhin Auswirkungen auf das Land hat. Zunehmende Regenfälle während der Regenzeit sowie mehr Starkregenereignisse von kurzer Dauer sind Teil dieser Entwicklung. Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem Australien von Überschwemmungen im Zusammenhang mit La Niña betroffen ist, wobei die Überschwemmungen im Jahr 2022 weitaus schlimmer sind als die im Jahr 2021.

Australien ist nicht das einzige Land, das von Wetterextremen betroffen ist. Das United Nations Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat vorausgesagt, dass Starkniederschläge, wie sie auch in Deutschland im Juli 2021 auftraten und zum Ahrtal Hochwasser führten, häufiger vorkommen werden. Pro Grad Celsius Klimaerwärmung wird die Wahrscheinlichkeit von Starkniederschlägen um sieben Prozent zunehmen, so das IPCC.

Das Gremium hat gerade einen neuen Bericht veröffentlicht, in dem es die Staats- und Regierungschefs zum Handeln auffordert, da der Welt die Zeit davonläuft, den Klimawandel aufzuhalten.

Die nächsten Warnungen treffen bereits ein

Die internationale Unterstützung ist groß und es gab zahlreiche Spendenaktionen für die von der Flut betroffenen Australier*innen. Es sieht jedoch so aus, als wären die schwierigen klimatischen Ereignisse noch nicht vorbei.

Am 2. März warnte das Meteorologische Amt, dass in Queensland mit schweren Unwettern zu rechnen ist, die große Hagelkörner, stärkere Winde und zusätzliche starke Regenfälle mit sich bringen. Dies könnte zu weiteren Sturzfluten in Sydney, in den Küstenregionen und sogar im südlichsten Ostküstenstaat Victoria führen.

Aus dem IPCC-Bericht geht hervor, dass weite Teile Australiens bereits 20 Prozent ihrer Niederschlagsmenge verloren haben, was die Brandgefahr im Land erhöht. Trotz der Überschwemmungen im Südosten des Landes bedeutet dies, dass Australien sich auf Waldbrände wie im Jahr 2019 vorbereiten muss, als mehr als 430 Menschen durch verheerende Brände starben.

Nicht nur in Australien kommt es zu ungewöhnlichen Extremwetterereignissen: Die ganze Welt ist davon betroffen. Dies veröffentlichte der IPCC-Weltklimarat am 28. Februar in seinem IPCC Bericht 2022.

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Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Auf kleinstem Raum lassen sich in Berlin-Marzahn die unterschiedlichsten Ansätze der Landschafts- und Gartenarchitektur studieren. Denn die Anlage Gärten der Welt vereint neben klassischen Tourist*innenattraktionen wie eine Seilbahn, Aussichtspunkte und einer Arena für Veranstaltungen noch mehr – nämlich Gartenkunst. Und zwar aus allen Herren Ländern und Kulturen. In verschiedenen Themengärten und Gartenkabinetten können Besucher*innen entsprechend Ansätze und Gestaltungen aus aller Welt betrachten. Hier erfahren Sie, welche Gärten der Welt Ihnen geboten werden.

Gärten der Welt präsentieren internationale Gartenkunst

Früher noch als “Erholungspark Marzahn” bekannt, wurde das Areal an der Ecke Eisenacher Straße und Blumberger Damm anlässlich der IGA 2017 erweitert und umgebaut. Insgesamt 43 Hektar Fläche belegt das Gelände, das heute den Namen “Gärten der Welt” trägt, seitdem.

Die Gärten der Welt bestechen mit vielen Attraktionen für Groß und Klein. Dabei kommen Gartenkunstenthusiast*innen genauso auf ihre Kosten wie Familien mit Kindern und Tourist*innen. So bietet der Park seit dem Umbau zur IGA 2017 inzwischen neun internationale Gartenkabinette, die traditionelle Techniken der Gartengestaltung präsentieren, elf Themengärten, und eine Arena für Veranstaltungen. Dazu kommen Spielplätze, ein Irrgarten und eine Seilbahn, die die Bezirke Marzahn und Hellersdorf miteinander verbinden.

Der Fokus  des Parks liegt aber – wie der Name schon verrät – auf den “Gärten der Welt”. Die Gartenkabinette und Themengärten erlauben es den Besucher*innen dementsprechend, Einblicke in die Gartenkunst verschiedener Kontinente, Epochen und Kulturkreisen zu erhalten. Welche internationalen Gärten im Park zu besichtigen sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die Gärten der Welt – Übersicht

Chinesischer Garten

Als erster Garten der Welt entstand in den 1990er-Jahren der Chinesische Garten. Mit dem “Garten des wiedergewonnenen Mondes” wurde 1994 der größte Chinesische Garten Europas in Berlin erschaffen. Seine Planung begann 1994 im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Peking und Berlin als klassischer chinesischer Gelehrtengarten. Die Idee dahinter war auch, die Jahrtausende alte chinesische Gartenkunst in die Gegenwart zu übersetzen. 

Im Zentrum des Gartens sitzt der “Spiegel des Himmels”, ein 4 500 Quadratmeter großer See, an dessen Ufer sich ein Teehaus chinesischer Architektur mit der typisch geschwungenen und spektakulär auskragenden Dachkonstruktion befindet. Als charakteristische Bepflanzung kommen im Garten des wiedergewonnenen Mondes beispielsweise Magnolien, Chrysanthemen oder Bambus zum Einsatz. Übrigens: Der Mond im Namen steht sinnbildlich für die Wiedervereinigung des einst geteilten Berlins.

Größe: 27 000 Quadratmeter, inklusive 5 000 Quadratmetern Teichfläche
Eröffnung: 15. Oktober 2000
Planung: Klassisches Institut für Gartenarchitektur, Peking

Japanischer Garten

Der “Garten des zusammenfließenden Wassers” entsprang der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Basierend darauf soll der Garten die Idee eines harmonischen Miteinanders verkörpern. Darum bestimmt diesen Bereich der Gärten der Welt das Leitmotiv Wasser – es symbolisiert das Zusammenfließen von Kulturen und den Verlauf der Geschichte. 

Im Japanischen Garten findet sich demzufolge ein Wassergarten, aber auch ein Zengarten und ein Garten aus Rasenflächen, in denen insgesamt 300 Augengneissteine verteilt sind. Dazu kommt ein Pavillon – der Chaya – in seiner Mitte. 

Entsprechend der Japanischen Kultur, in der Stille eine besondere Bedeutung zukommt, ist auch der Japanische Garten im Park Die Gärten der Welt ein Ort, an dem Besucher*innen zur Ruhe kommen können. Fun Fact: Die Baustelle für den Japanischen Garten gilt als eine der leisesten in der Geschichte der Gärten der Welt.

Größe: 2 700 Quadratmeter
Eröffnung: 30. April 2003
Planung: Prof. Shunmyo Masuno

Balinesischer Garten

Der “Garten der drei Harmonien” entstand im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Jakarta und Berlin. Sein Name bezieht sich auf das balinesische Streben, im Einklang mit sich selbst, dem Umfeld und dem Universum zu leben. Auf diese dreifaltige Harmonie ist der Balinesische Garten ausgerichtet.

Dabei handelt es sich auch um den einzigen Garten in den Gärten der Welt, der gänzlich in einer Tropenhalle untergebracht ist. Eine Wohn- und Tempelanlage, in der auch die Berliner Bali-Gemeinde ihre Religion aktiv ausübt, bildet das zentrale Element des Gartens. Dahinter erstreckt sich zudem ein an einen balinesischen Tropenwald angelehnter Garten mit Reisterrassen und Pflanzen wie Schraubenbäumen, Hibiskus, Gardenien, Farnen, Orchideen und den duftgewaltigen Frangipani.

Größe: 2000 Quadratmeter in Leichtbauhalle
Eröffnung: 18. Dezember 2003
Planung: Putu Edy Semara

Orientalischer Garten

Der “Garten der vier Ströme” wurde nach den Gestaltungsprinzipien der traditionellen orientalisch-islamischen Gartenkultur entworfen. Daher verbirgt er sich einer vier Meter hohen Mauer. Damit spielt er mit dem Mythos des Gartens als verborgene Oase. Außerdem hilft die Abgrenzung dabei, das spezielle Klima im Garten aufrecht erhalten zu können.

In der Gartenanlage finden sich typisch orientalische Arkadengänge mit Ornamenten und Mosaiken. Dazu kommt ein viergeteilter Gartenhof mit einem Brunnen in der Mitte. Im Garten befinden sich Zier- und Nutzpflanzen: Granatäpfel, Oliven und Palmen, aber auch Flieder, Oleander und Magnolien.

Größe: 6 100 Quadratmeter
Eröffnung: 7. Juli 2005
Planung: Kamel Louafi, Prof. Mohammed El Faiz

Hier finden Sie weitere Projekte des Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi.

Koreanischer Garten

Der “Seouler Garten” war ein Geschenk der Südkoreanischen Hauptstadt an Berlin. Er entstand nach einem Berlin-Besuch des Oberbürgermeisters von Seoul und war dafür gedacht, die Beziehungen zwischen den Städten zu vertiefen. 

Die Gestaltung des Koreanischen Gartens ist geprägt von Buddhismus, den Lehren von Konfuzius und dem volkstümlichen schamanischen Glauben. Dazu gehört auch das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Kräften in der Natur. Beide werden im Garten mehrfach repräsentiert.

Im Koreanischen Garten finden sich zahlreiche Totempfähle und abstrakte Holzfiguren, die der schamanischen Kulturgeschichte Koreas entspringen. Geplant wurde er von koreanischen Gartenarchitek*innen, die eine koreanische Felslandschaft mit den typischen Kiefern, Fächerahornen, Eichen und Bambussen erschufen. Zentrales Bauwerk ist der “Kye Zeong” (Pavillon am Wasser), in dem sich typisch koreanische Wohnräume besichtigen lassen.

Größe: 4 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. März 2006
Planung: Samsung Everland Inc., Seoul

Irrgarten und Pflasterlabyrinth

Zur Gartenkultur gehören selbstverständlich auch Irrgärten, die ihren Ursprung in der Renaissance haben. Die Irrgartenanlage des britischen Königsschlosses Hampton Court war Vorbild für die Anlage in den Gärten der Welt. Diese wurde mit einer zwei Meter hohen Eibenhecke, bestehend aus über 1 200 Pflanzen, angelegt. Der Weg in das Zentrum des Pflasterlabyrinths dauert etwa zehn Minuten. Dort findet sich auch ein Aussichtsturm, der einen Überblick über das Labyrinth erlaubt.

Zusätzlich zum 3D-Irrgarten gibt es in den Gärten der Welt auch ein zweidimensionales Labyrinth aus Pflastersteinen. Hellgraue Steine markieren den Weg zur Mitte. Insgesamt 11 Umgänge, 28 Kehre und ebenfalls zehn Minuten führen zu dessen Mitte.

Größe: Heckenirrgarten: 2 000 Quadratmeter, Pflasterlabyrinth: 340 Quadratmeter
Eröffnung: 22. Juni 2007
Planung: gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin

Karl-Foerster-Staudengarten

Das 1957 erschienene Buch “Einzug der Gräser und Farne in die Gärten” von Karl Foerster war Inspirationsquelle für diesen Teil der Gärten der Welt.  Der Gärtner, Züchter und Gartenphilosoph prägte die deutsche und die internationale Gartenkultur nachhaltig – einerseits mit seinen Schriften, aber andererseits auch mit der Einführung von Wild- und Kulturstauden.

Stauden sind es deshalb auch, die den Karl-Foerster-Staudengarten dominieren. Zwischen streng geschnittenen Buchsbaumhecken finden sich geometrisch formal angelegte Beete mit Prachtstauden, die von landschaftlich geprägten Teilen des Gartens kontrastiert werden. So spielen anspruchsvolle Pflanzungen und frei gestaltete Naturgärten zusammen.

Abgesehen von einer Pergola befindet sich im Karl-Foerster-Staudengarten im Gegensatz zu den anderen Bereichen in den Gärten der Welt keinen architektonischen Strukturen. Die Farbe der Pergola – blau – geht übrigens auf eine Erwähnung in einem von Foersters Büchern zurück. Dort beschreibt er einen Blauton, den die Gartengestalter*innen in mühseliger Arbeit zu reproduzieren versuchten.

Größe: 3 600 Quadratmeter
Eröffnung: 9. Mai 1987, Neueröffnung am 9. März 2008
Planung: Dr. Johannes Schwarzkopf, Christian Meyer

Italienischer Renaissancegarten

Der “Giardino della Bobolina” ist ein Renaissancegarten, der sich stilistisch an der toskanischen Villengärten des 16. Jahrhunderts orientiert. Er ist der einzige Garten im Ensemble, der eine Epoche widerspiegelt und keine Stilrichtung.

Er basiert auf einer Vierteilung, die sich durch die gesamte Gestaltung zieht. Eine Loggia im ersten, in sich geschlossenen Gartenraum, ist Konzertveranstaltungsort. Von der Loggia aus, gelangen Besucher*innen in den viertgeteilten Hauptgarten mit einem Brunnen in der Mitte.

Eine originale Bobolina-Statue aus dem 16. Jahrhundert befindet sich ebenfalls, eingebettet in Hecken aus Buchs und Eibe, im Zentrum des Gartens. Gestalterische Elemente des Gartens, wie Säulen oder Treppen sind aus hellgrauem Sandstein. Eine Besonderheit ist zudem der “Giardino segreto”, der geheime Garten, den man über eine schmale Natursteintreppe betritt.

Größe: 3 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. Mai 2008
Planung: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin

Christlicher Garten

Der Christliche Garten ergänzt die Gärten der Welt seit 2011. Er ist dem Kreuzgang eines typischen mittelalterlichen Klostergartens nachempfunden. Den Namen “Raum der Sprache und des Wortes” ist aber vor allem maßgeblich geprägt von einer speziellen Installation. Sie zeigt modern gestaltete Texte aus der Bibel sowie Zitate aus Philosophie und Kultur. Die Texte reflektieren die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Außerdem unterstreichen sie den Garten als Sinnbild des christlichen Lebens.

Die Installation besteht aus goldlackierte Metallbuchstaben, die Passagen aus dem Alten und Neuen Testament zitieren. Die daraus entstehenden transparenten Wände bilden den Wandelgang eines Klosters nach. In der Mitte des quadratischen Gartens befindet sich zudem ein Wasserspiel. Dieses steht einerseits für die Quelle des Lebens und andererseits für die verschiedenen Bedeutungen von Wasser im Christentum.

Größe: 1 000 Quadratmeter
Eröffnung: 29. April 2011
Planung: relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Englischer Landschaftsgarten

Der Englische Landschaftsgarten darf in den Gärten der Welt natürlich nicht fehlen. Die ersten Parks, die diese Stilrichtung prägten, entstanden schließlich bereits im 18. Jahrhundert. Sie basierten auf der idyllischen Wildnis der Landschaftsmalerei und wichen von den bis anhin verbreiterten strengen Geometrischen Formen ab.

Gärten der Welt – weitere Attraktionen

Im Englischen Garten befindet sich ein typisches englisches Landhaus mit Reeteindeckung, dass von einem Gemüsegarten, Wiesen, Staudenbeeten, einem Rosengarten und Obstbäumen umgeben ist. Er entstand im Rahmen einer Stadtpartnerschaft mit dem englischen Halton und wurde im Rahmen der IGA Berlin 20217 eröffnet.

Das Englische Cottage in der Mitte der Anlage serviert übrigens selbstverständlich eine klassisch Englische Tea Time mit Earl Grey Tee, Gurkensandwiches und Scones.

Größe: 6 000 Quadratmeter
Eröffnung: 19. April 2017
Planung: Austin-Smith:Lord, Manchester

Jüdischer Garten

Der neuste Zugang zu den Gärten der Welt ist der Jüdische Garten, der erst 2021 Eröffnung feierte. In Blickweite zum christlichen Garten entstand seit Ende 2019 ein Themengarten rund um die jüdische Interpretation von Landschaftsarchitektur. Obwohl er als landschaftsarchitektonischer und künstlerischer Beitrag die Darstellung einer Weltreligion bezweckt, verzichtet er bewusst auf die Zurschaustellung von religiösen Schriften und Symbolen.

Stattdessen fokussiert der Jüdische Garten auf Pflanzen und Gewächse mit engem Bezug zur jüdischen Kultur, wie etwa Feigen, Mandeln, Kastanien oder Ulmen. Diese sind bekannt aus Schriften jüdischer und dem Judentum nahestehenden Autor*innen. Das Wegenetz, das durch die Anlage führt, gliedert den Garten, symbolisiert aber auch die Jüdische Diaspora, die über die Welt verstreut ist. Im Garten finden sich zudem gleich zwei skulpturale Pavillons, die einerseits Ruhe, andererseits aber auch Austausch fördern wollen. Darin sind etwa auch Veranstaltungen zur jüdischen Kultur geplant.

Die Allianz Umweltsstiftung, die bereits den Orientalischen Garten und den Christlichen Garten unterstützte, hatte den Jüdischen Garten initiiert. Mehr zu diesem Garten in den Gärten der Welt lesen Sie außerdem hier: Jüdischer Garten.

Fläche: etwa 2 000 Quadratmeter
Eröffnung: 2021
Planung: Manfred Pernice (Bildhauer), Wilfried Kuehn (Architekt) und atelier le balto Landschaftsarchitekten, Berlin

Zusätzlich zu den elf Themengärten gibt es in den Gärten der Welt zahlreiche weitere Attraktionen. Dazu gehört etwa ein Tagungszentrum mit biodiversem Gründach (mehr zum Thema Dachbegrünung finden Sie hier). Außerdem eine Arena, die insgesamt 5 000 Besucher*innen Platz bietet und einem Amphitheater nachempfunden ist. Mit der Seilbahn kann man zudem vom Kienberg über das Wuhletal direkt in die Gärten der Welt schweben und einen spektakulären Ausblick geniessen. Des Weiteren entstand im Rahmen der IGA 2017 im Übrigen auch der Wolkenhain, ein Aussichtsturm, der wie organisch gewachsen aussieht – selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

Mehr Informationen zu den Gärten der Welt finden Sie hier.

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