überschwemmte Straße nach Flut in Australien

überschwemmte Straße nach Flut in Australien

Flut Australien: „Regenbombe“ in Queensland und New South Wales

Große Teile von Australien sind aktuell von Hochwasserfluten gefährdet. Sydney machte sich mitunter auf 24 Stunden Sturzfluten bereit. Alles zur der Flut in Australien lesen Sie hier.

Im Osten von Australien sind Anfang März zehn Menschen ums Leben gekommen und Zehntausende haben ihre Häuser evakuiert. Sintflutartige Regenfälle und rekordverdächtige Sturzfluten haben Häuser unter Wasser gesetzt, Boote zertrümmert und die Infrastruktur weggespült. Am Dienstag, dem 2. März, hatten die Überschwemmungen in Australien bereits 185 Meilen der Küste von Queensland betroffen, beginnend in Gympie und besonders stark in Lismore.

Für die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, Sydney, wurde eine Warnung herausgegeben. Die durch die La-Niña-Wetterlage verursachten Stürme haben sich von Gympie bis Brisbane die Küstenstädte hinaufgearbeitet. In den vergangenen Wochen fielen in Brisbane in nur drei Tagen etwa 80 Prozent der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge. Zwischen Freitag und Samstag fielen in Brisbane 67,5 Zentimeter Wasser, was einen neuen Rekord darstellt. Die Premierministerin des Bundesstaates Queensland, Annastacia Palaszczuk, bezeichnete die australische Flut als „Regenbombe“.

Das Wasser der flutartigen Regenfälle hat bereits mehrere Städte in Queensland und New South Wales unter Wasser gesetzt. Es handelt sich um die schlimmsten Überschwemmungen an der Südostküste Australiens seit Jahrzehnten. Schnell ansteigende Flüsse haben Brücken unpassierbar gemacht und viele Menschen bei ihrer Evakuierung eingeschlossen.

Flut in Australien: Rettungsteams arbeiten mit Höchstgeschwindigkeit

In Sydney wurden bis zum 3. März bis zu 150 Millimeter Niederschlag erwartet. Normalerweise fallen in der 5-Millionen-Stadt im gesamten Monat Mai durchschnittlich 138 Millimeter Niederschlag. Die Einwohner*innen bereiten sich so gut es geht vor.

In der Zwischenzeit haben die australischen Hochwasser-Notfallteams mehr als 6 000 Hilferufe zur Flut Australien beantwortet und allein in New South Wales mehr als 1 000 Menschen gerettet. Die Stadt Lismore im Norden von New South Wales wurde von den schlimmsten Überschwemmungen seit Beginn der Aufzeichnungen besonders stark betroffen. Einige Menschen mussten die Nacht auf ihren Dächern verbringen. Es wurden 400 Menschen gerettet, aber mindestens neun Personen werden noch vermisst.

In anderen Städten haben die Einwohner*innen kreative Wege gefunden, um die Überschwemmungen zu ihrem Vorteil zu nutzen. So wurde beispielsweise der Weltmeister im Surfen, Mick Fanning, dabei beobachtet, wie er einen Apotheker auf Jetskis mitnahm, um von einer Stadt in die andere zu gelangen und Medikamente zu verteilen.

La Niña in Extrem

Von November bis März wird Australien jedes Jahr von der La-Niña-Wetterlage heimgesucht. Dieses kältere Gegenstück zu El Niño tritt im Pazifischen Ozean auf. Starke Winde treiben warmes Wasser über den Ozean von Südamerika nach Indonesien. Wenn sich das warme Wasser nach Westen bewegt, steigt kaltes Wasser aus der Tiefsee an die Oberfläche, was zu starken Winden führt, die Australien erreichen und oft zu Sturzfluten führen.

In diesem Jahr hat La Niña in Nord- und Ostaustralien zu einem feuchteren und kühleren Sommer geführt. Im Südwesten Australiens hingegen hat La Niña zu trockenen Bedingungen beigetragen: Perth erlebte den trockensten Sommer seit acht Jahren.

Nach Angaben des australischen Wetterdienstes WeatherZone waren die Sturzbäche der vergangenen Woche auf einen Pool kalter Luft in großer Höhe zurückzuführen, der die Atmosphäre destabilisierte und den Feuchtigkeitsfluss verstärkte.

Dies führte dazu, dass sich ein ungewöhnlich langes Gewittersystem über der Region aufhielt. Außerdem hinderte eine Hochdruckzone über Neuseeland die Stürme daran, sich weiterzubewegen, und tut dies auch weiterhin.

IPCC warnt vor weiteren Starkregenereignissen

Das australische Bureau of Meteorology erklärte, dass der Klimawandel weiterhin Auswirkungen auf das Land hat. Zunehmende Regenfälle während der Regenzeit sowie mehr Starkregenereignisse von kurzer Dauer sind Teil dieser Entwicklung. Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem Australien von Überschwemmungen im Zusammenhang mit La Niña betroffen ist, wobei die Überschwemmungen im Jahr 2022 weitaus schlimmer sind als die im Jahr 2021.

Australien ist nicht das einzige Land, das von Wetterextremen betroffen ist. Das United Nations Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat vorausgesagt, dass Starkniederschläge, wie sie auch in Deutschland im Juli 2021 auftraten und zum Ahrtal Hochwasser führten, häufiger vorkommen werden. Pro Grad Celsius Klimaerwärmung wird die Wahrscheinlichkeit von Starkniederschlägen um sieben Prozent zunehmen, so das IPCC.

Das Gremium hat gerade einen neuen Bericht veröffentlicht, in dem es die Staats- und Regierungschefs zum Handeln auffordert, da der Welt die Zeit davonläuft, den Klimawandel aufzuhalten.

Die nächsten Warnungen treffen bereits ein

Die internationale Unterstützung ist groß und es gab zahlreiche Spendenaktionen für die von der Flut betroffenen Australier*innen. Es sieht jedoch so aus, als wären die schwierigen klimatischen Ereignisse noch nicht vorbei.

Am 2. März warnte das Meteorologische Amt, dass in Queensland mit schweren Unwettern zu rechnen ist, die große Hagelkörner, stärkere Winde und zusätzliche starke Regenfälle mit sich bringen. Dies könnte zu weiteren Sturzfluten in Sydney, in den Küstenregionen und sogar im südlichsten Ostküstenstaat Victoria führen.

Aus dem IPCC-Bericht geht hervor, dass weite Teile Australiens bereits 20 Prozent ihrer Niederschlagsmenge verloren haben, was die Brandgefahr im Land erhöht. Trotz der Überschwemmungen im Südosten des Landes bedeutet dies, dass Australien sich auf Waldbrände wie im Jahr 2019 vorbereiten muss, als mehr als 430 Menschen durch verheerende Brände starben.

Nicht nur in Australien kommt es zu ungewöhnlichen Extremwetterereignissen: Die ganze Welt ist davon betroffen. Dies veröffentlichte der IPCC-Weltklimarat am 28. Februar in seinem IPCC Bericht 2022.

Das könnte Sie auch interessieren
Die Luftaufnahme zeigt im Hintergrund mehrstöckige Gebäude. Davor einen hell belegten Platz, der Karen Blixen Plads, aus dem sich künstliche Hügel wölben. Im Vordergrund ein Übergang in die Landschaft mit grünen Pflanzinseln.
Karen Blixens Plads in Kopenhagen
Eine bunte Collage. Im Mittelpunkt eine breite Promenade mit Menschen. Gesäumt von Grünflächen und Bäumen.
Neue Mitte Erfurt Südost
Das finale Poster zum Smart City Konzept in Münster. Grafik: © M. Jakobi
Smart City Münster mit 9,5 Millionen Euro
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Rural Urbanism in Japan – wie schrumpfende Städte wieder wachsen
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-GLnZNGNCqj4
Erdsystemgrenzen und Stadtplanung – wie lokal mit global verbunden ist
Waldsterben: Deutschlands desaströse Waldpolitik
eine-luftaufnahme-einer-stadt-JSRekW1fRfY
Digitalisierte Wegeketten für Lieferverkehrsoptimierung
Corona-News für die Branche
Barcelonas Superblocks
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Thermische Nachverdichtung – wie kompakt darf die Stadt noch werden?

Gärten des Jahres 2021 – Die Preisträger*innen

Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)
Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)

Bereits zum sechsten Mal haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre besonders gelungenen, realisierten Privatgärten beim Wettbewerb um den Garten des Jahres eingereicht. 50 davon haben es in die Publikation “Gärten des Jahres 2021” geschafft – und ein Projekt wurde von der renommierten Fachjury mit dem ersten Preis ausgezeichnet: Der Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover.

Vorzeigeprojekt für Biodiversität

Alle Fotos: Ferdinand Graf Luckner

Alle Jahre wieder ist es so weit: Die Publikation “Gärten des Jahres 2021” versorgt Gartenplaner*innen und Gartenbesitzer*innen mit neuer Inspiration. Das Kompendium zeigt die 50 schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Das Buch beinhaltet eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab.

Dem Buch zugrunde liegt der jährliche Wettbewerb “Gärten des Jahres”, der 2021 bereits zum sechsten Mal stattfindet. Dafür haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre schönsten, bereits realisierten Projekte eingereicht. Die renommierte Fachjury erkor daraus 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger und vier Anerkennungen. Dabei wurde Wert auf ganzheitliche Konzepte gelegt, die den Garten auf individuelle Weise zum erweiterten Wohn- und Genussraum der Nutzer*innen werden lassen. Es sollte eine starke Idee dahinterstecken, der sich Pflanzen, Materialien, Produkte etc. unterordnen.

Gärten des Jahres 2021: Siegprojekt in Hannover

Der erste Preis, dotiert mit 5 000 Euro, ging an das Büro Petra Pelz Design-natürlich und an GartenLandschaft Berg & Co. GmbH für den Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover. Die Jury findet lobende Worte: “Ein Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Nachhaltigkeit in unserer Branche.”

Aus dem Juryurteil:

“Auf 1 900 begrünten Quadratmetern wirkt alles naturnah, und doch wurde nichts dem Zufall überlassen: Hier haben die Experten einen Rückzugsort für die Bewohner*innen des Holz-Bungalows geschaffen, in dem sie sich erholen und Natur als Teil ihres Zuhauses erleben können.

Verschiedene Bäume und Gehölze fassen den Garten schützend ein und spenden an heißen Tagen Schatten. Die Baumaterialien stammen aus der Region.Der Garten ist eine wahr gewordene Vision: Sie zeigt eindrucksvoll, was die naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung heute schon für den Natur- und Artenschutz leisten kann.

Hier wurde konsequent alles bepflanzt, inklusive der Dächer, die sogar begehbar sind und sich so harmonisch als zusätzlicher Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen in die Gartenlandschaft einfügen. Aus dem Panoramafenster des glänzenden Baumhaus-Kubus erblickt man den gesamten Naturgarten. Durch bodentiefe Fenster, Glastüren und einen ebenerdigen Zugang gehen Wohnraum und Garten des Bungalows eine nahtlose Verbindung ein.

Ein durchdachter Mix aus verschiedenen Pflanzenarten und -bereichen sorgt übers Jahr dafür, dass Insekten und andere Tiere möglichst lange Nahrung finden. Hier wirken ästhetisches Verständnis, Handwerkskunst, jahrzehntelange Erfahrung und ausgewiesene Pflanzen- und Pflanzexpertise mit Kreativität und einem visionären Blick auf das Thema Landschafts- und Gartengestaltung zusammen – und schaffen ein naturnahes Refugium für Menschen, Flora und Fauna.”

Gärten des Jahres 2021: Anerkennungen

Folgende Büros erhielten eine Anerkennung der Jury:

Hanne Roth / Konstanze Neubauer
Gärten des Jahres
Die 50 besten Privatgärten 2021
2021. 320 Seiten, über 400 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 30 cm, gebunden
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 80,00
ISBN 978-3-7667-2507-3
Erhältlich beim Callwey Verlag

Partner*innen des Wettbewerbs sind BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatz-bau e. V., bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, BSLA – Bund Schweizer Land-schaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen, DGGL Deutsche Gesellschaft für Gar-tenkunst und Landschaftskultur e.V., GaLaBau Verband Österreich, Jardin Suisse – GaLa-Bau-Verband der Schweiz, ÖGLA Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitekur, C-Side Pools, Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, New Monday, Garpa und Schloss Dyck sowie der Callwey Verlag und die Medienpartner Garten + Landschaft, Mein schöner Garten und Gartenpraxis.

Naturstein und Keramik – so bleiben die Oberflächen lange schön

Naturstein und Outdoor-Keramik sind beliebte und robuste Materialien für die Außengestaltung in Gärten und Terrassen. Damit sie auch dauerhaft schön und sauber bleiben, ist die richtige Behandlung der Oberflächen unabdingbar.

Ist die Terrassenoberfläche – sei sie aus Naturstein oder Feinsteinzeug – erst einmal verlegt, sollten sich Eigentümer nicht allzu lange zurücklehnen. Trotz ihrer Robustheit sind beide Materialien auf eine regelmäßige und, besonders wichtig, auch sachgemäße Reinigung und Pflege angewiesen, sollen sie lange Freude bereiten.

Verschmutzung droht zu jeder Jahreszeit

Gerade über Herbst und Winter neigen die Oberflächen in Garten und Terrasse dazu, schnell unansehnlich zu werden. Algen, Reste von Laub und sonstige Verschmutzungen dämpfen dann zum Beginn der neuen Saison im Frühling die Freude an der neuen Natursteinterrasse.

Doch auch im Sommer ist die Gefahr hartnäckiger Verschmutzungen auf der Natursteinterrasse allgegenwärtig. Fettspritzer und Öltropfen von der letzten Grillparty etwa. Sie können tief ins Material eindringen und verharzen mit der Zeit unter dem Einfluss von Luftsauerstoff. Werden solche öligen Verschmutzungen nicht zeitnah aufgenommen, kann es unter Umständen unmöglich werden, die resultierenden Flecken aus dem Stein zu entfernen.

Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.
Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.

Ebenfalls eine häufig, meist auf eher helleren Belägen, anzutreffende Verunreinigung sind hartnäckige, rostrote Schuhabdrücke und Flecken. Sie entstehen beim unvorsichtigen Hantieren mit eisensulfathaltigen Düngern. Der Staub solcher Dünger, die unter anderem durch Anhaftungen an den Schuhsohlen auf die Oberfläche des Terrassenmaterials gelangt, bildet schon bei geringster Dosierung in kurzer Zeit regelrechte Rostflecken aus.

Die Wahl des richtigen Mittels ist entscheidend

Innerhalb der Materialgruppe der Natur- und Keramiksteine für den Außenbereich steht eine große Vielfalt von Gefügen und folglich Texturen sowie Porositäten zur Auswahl. Das hat entscheidenden Einfluss auf die richtige Reinigungsmethode. Mechanische und chemische Behandlungen, wie sie etwa für die Reinigung einer robusten Granitoberfläche in Frage kommen, eignen sich beispielsweise für den weicheren Sandstein oft nicht. Die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger verträgt Granit in der Regel problemlos, beim Sandstein jedoch kann der scharfe Wasserstrahl zum Abtrag feinster oberflächlicher Schichten führen. Polierter Kalkstein hingegen verzeiht die Behandlung mit säurehaltigen Reinigern eher schlecht, da er von diesen angelöst wird und mit der Zeit eine matte und leblose Oberfläche ausbildet.

Das Unangenehme dabei: Die Folgen solcher Anwendungsfehler zeigen sich nicht unmittelbar, sondern machen sich unter Umständen erst nach Jahren der Wiederholung bemerkbar. Stumpfe Oberflächen, an denen wegen ihrer zunehmenden Rauigkeit immer schneller und hartnäckiger Schmutz festsetzt, sind mitunter das unwillkommene und meist unumkehrbare Ergebnis unsachgemäßer Reinigung.

Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.
Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.

Übersicht: Reinigung von Naturstein im Außenbereich

Entfernen von Zementschleiern, Kalkausblühungen und Mörtelresten: Hier eignet sich ein säurehaltiger Reiniger, wie der Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner. Auf rauen und gleichzeitig säureempfindlichen Oberflächen, etwa aus Marmor, Kalk- oder Betonwerkstein, dürfen säurehaltige Reiniger nur stark verdünnt eingesetzt werden. Sind die Oberflächen poliert oder feingeschliffen, dürfen säurehaltige Reiniger nicht zum Einsatz kommen.

Entfernen von Rostverschmutzungen: Zum Einsatz kann hier ein säurehaltiger Reiniger kommen, etwa der vorgenannte Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner oder ein säurefreies Produkt wie Lithofin Rost-EX. Hier gelten die gleichen Regeln zur Säureempfindlichkeit wie oben.

Gelbbraunen Verfärbungen, wie sie auf Natursteinen etwa durch die in Humus enthaltene Huminsäure entstehen, rücken Sie effektiv mit einem bleichenden Reiniger zu Leibe. Lithofin hält für diese Verschmutzungen den Lithofin MN Außenreiniger* bereit.

Allgemeine Verschmutzungen sowie Öl- und Fettflecken lassen sich mit mildalkalischen oder lösemittelhaltigen Reinigern entfernen. In besonders hartnäckigen Fällen können hier auch pastöse Reiniger zum Einsatz kommen, wie Lithofin OIL-EX.

Gegen oberflächliche Grünbeläge eignet sich ein chlorfreier Spezialreiniger wie Lithofin ALLEX*.

*Bitte verwenden Sie Biozidprodukte vorsichtig. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.

Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.
Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.

Schutz von Naturstein im Außenbereich

Terrassen- und Gartenplatten aus Naturstein sowie aus Beton können wegen ihrer offenporigen Struktur Flüssigkeiten aufnehmen. Auch der sonst so unverwüstliche Granit weist mikroskopisch kleine Porentrichter und Kapillaren, feinste Hohlräume, die sich durch den Stein ziehen, auf. Durch Kapillarkräfte können unbehandelte Natursteinmaterialien Verunreinigungen unter Umständen bis tief unter die Oberfläche einsaugen. Das funktioniert auch entgegen der Schwerkraft. Gelangt Wasser unter den Bodenbelag und bleibt dort wegen unzureichender Drainage länger stehen, können Schäden und optische Beeinträchtigungen durch aufsteigende Feuchtigkeit die Folge sein. Lithofin empfiehlt daher die allseitige Behandlung der Platten mit Lithofin Fleckstop >W<.

Das Imprägniermittel bildet einen hauchdünnen Film auf den Wänden der Kapillaren und reduziert die Saugfähigkeit des Materials, ohne dabei jedoch dessen Poren zu verschließen. Die Atmungsfähigkeit des Bodenbelags bleibt so erhalten, während Feuchtigkeit und mit ihr verfärbende Fremdstoffe nicht mehr in den Stein eindringen können. Aufgrund des Einflusses der Imprägnierung auf die Haftkraft von Klebern, sollte die allseitige Behandlung des Bodenmaterials allerdings nur bei ungebundener Verlegung, etwa auf dem Splitt- oder Kiesbett, erfolgen.

Wichtig zu wissen: Auf die Säureresistenz und Witterungsbeständigkeit von empfindlichen Natursteinsorten hat eine Imprägnierung keinen Einfluss. Außerdem sollte beachtet werden, dass der Untergrund vor der Imprägnierung nicht nur oberflächlich an-, sondern die Platten gründlich durchgetrocknet sind. Ansonten können durch Restfeuchte nach der Behandlung mit lösemittelhaltigen Imprägnierungen dunkle Verfärbungen die Folge sein. Imprägnierungen auf Wasserbasis verzeihen höhere Restfeuchtegrade. Sie sind in der Lage, sich mit dem in den Kapillaren vorhandenen Wasser zu vermischen und sind deshalb das Mittel der Wahl, wenn eine vollständige Durchtrocknung des Untergrundes nicht gewährleistet werden kann.

Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.
Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.

Bei den verschiedenen Imprägnierungen gilt es zwischen farbvertiefenden und nicht farbvertiefenden Produkten zu unterscheiden. Ähnlich, wie es beim Annässen von Steinoberflächen zu beobachten ist, können farbvertiefende Imprägnierungen die Farbe des behandelten Materials kräftigen. Der Effekt entsteht dabei nicht etwa, weil die Poren durch eine Schicht verschlossen werden, sondern durch Anlagerung von Wirkstoffen innerhalb der Kapillaren. Dadurch bleibt die Atmungsaktivität erhalten.

Für den Auftrag der Imprägnierung sollte ein Flächenpinsel oder eine Versiegelungsbürste verwendet werden. Keinesfalls ist der Einsatz von Malerrollen zu empfehlen, weil sich dabei eine Streifenbildung in den Überlappungsbereichen kaum vermeiden lässt.

Übersicht: Imprägnierungen für Naturstein im Außenbereich

Für eine Imprägnierung mit gleichzeitiger Farbvertiefung eignet sich ein hydrophobes Mittel wie Lithofin MN Farbvertiefer.

Soll die Imprägnierung nicht farbvertiefend wirken, kann Lithofin Grundschutz >W<, ebenfalls ein hydrophobes Präparat, zum Einsatz kommen.

Gegen Flecken, Öl und Fett hilft eine hydro- und oleophobe Imprägnierung auf wässriger Basis wie Lithofin Fleckstop >W<.

Spezialfall Outdoor-Keramik

Modernes Feinsteinzeug kommt in vielfältigen Texturen und Haptiken und ist dabei durch seine Robustheit besonders pflegeleicht. Eine Imprägnierung oder Schutzbehandlung etwa, wie sie für Naturstein empfohlen wird, erübrigt sich bei Outdoor-Keramik, da sich ihr Gefüge porenlos herstellen lässt. Das macht sie unempfindlich gegen tief eindringende Verschmutzungen. Auch bei Außenmaterialien aus Feinsteinzeug sind jedoch regelmäßige Reinigungsmaßnahmen angezeigt. Denn ihre Oberflächen sind – um die Rutschhemmung zu gewährleisten – mitunter extrem rau und ziehen Schmutz regelrecht an.

Für die regelmäßige Reinigung von Keramikoberflächen im Außenbereich eignet sich der Lithofin KF Intensivreiniger. Er beseitigt selbst hartnäckige Fett- und Ölflecken.

Allgemeinschmutz und Verfärbungen auf Outdoor-Keramik kann mit dem Lithofin Aktivreiniger begegnet werden. Er ist sowohl für Naturstein als auch für Keramik geeignet und greift das Fugenmaterial nicht an.

Mehr Informationen zu Pflege, Schutz und Reinigung von Naturstein- sowie Kermaikoberflächen finden Sie auf der Webseite von Lithofin.

Bilder: Lithofin

Ein Projekt mit viel Naturstein auf dem Boden ist das Areal des RheinMain CongressCenters und des Landesmuseums in Wiesbaden. Sehen Sie selbst hier: RMCC Wiesbaden