G+L im Juli 2019: Prozesse

Ein Projekt ohne Prozessgestaltung? Heutzutage kaum vorstellbar. Jeder Projektablauf muss von Anfang an geplant sein – realistisch, ökonomisch, und dennoch flexibel. Die Basis ist immer eine gute und kooperative Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten. Wie diese aussehen kann und sollte, zeigen wir anhand beispielhafter Projekte und Gespräche. Redakteurin Tanja Gallenmüller stellt die Juli-Ausgabe 2019 der G+L vor.

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Im Fokus: Kooperative Prozesse in der Planung (Bild: EMP)

Es geht um Prozesse in diesem Heft. Ums „Vorwärtsgehen“ also, so die Übersetzung des lateinischen Ursprungswortes procedere. Die Wege, ein Projekt erfolgreich voranzubringen sind unterschiedlich. Das übergreifende Ziel aber ist stets die Optimierung. Das heißt: Hürden aus dem Weg räumen und Reibungsverluste vermeiden, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Wer täglich plant weiß, dass gerade die Zusammenarbeit mit vielen Projektbeteiligten und deren unterschiedlicher Interessen zu großen Reibungsverlusten führen kann.

Sektorales Denken überwinden

Dass zu viele Köche den Brei aber nicht verderben müssen, sondern auch zu einem hochwertigen und vor allem langfristig akzeptierten Ergebnis führen können, zeigen wir in dieser Ausgabe. Darüber, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausmacht, unterhielten wir uns mit Andrea Gebhard, Partnerin im Münchner Büro mahl gebhard konzepte und Florian Hochstätter, Leiter des Münchner Gartenbaureferats. Vieles davon gilt auch für die Zusammenarbeit mit anderen Projektbeteiligten: Klare Regeln und Vereinbarungen sind ebenso wichtig wie die Kommunikation auf Augenhöhe und das damit verbundene gegenseitige Verständnis, das sich durch den regelmäßigen Austausch, auch projektunabhängig, noch verbessern ließe.

Was in der Theorie leicht klingt, kann in der Praxis mitunter schwer sein. Der Prozess, den das Weissbuch Stadtgrün durchläuft, zeugt davon. Die Herausforderung bei diesem Gemeinschaftswerk vieler Akteure liegt vor allem darin, das sektorale Denken zu überwinden. Nur so kann das vernetzte, ressourcenübergreifende Arbeiten, das das Weißbuch über seine Inhalte hinaus auszeichnet, sichergestellt werden. Das erfordert Offenheit, aber auch Mut, Neues zu wagen oder Altbewährtes auf den Kopf zu stellen. Die IBA Thüringen, oder das Projekt „Girona Vora“ machen es vor.

Prozessoptimierung par excellence.

Das Vehikel IBA hilft dabei, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu testen und diese Partnerschaften nicht als notwendiges Übel, sondern als wesentliche Grundlage zu verstehen – mit dem Ziel, das einst bei Touristen beliebte, nun aber von Leerstand gezeichnete Schwarzatal wieder zu beleben und zukunftsfähig zu machen. Dem Landschaftsarchitekten Mart. Franch gelang es gemeinsam mit dem Grünpflegeteam und Ökologen ganz ohne IBA und klassische Planung die ungenutzte Landschaft rund um die katalanische Stadt Girona zu einem multifunktionalen Freiraum zu entwickeln. Ohne starre Rollenverteilung diskutiert und realisiert das Team notwendige Maßnahmen direkt vor Ort. Das spart Zeit und Geld und führt dank der kontinuierlichen Zusammenarbeit, bei der jeder von den Kompetenzen des anderen profitiert, zu einem hochwertigen Ergebnis: Prozessoptimierung par excellence.

Apropos vorwärtsgehen: Das neue Online-Jobportal „New Monday“ des Callwey Verlags optimiert die Suche nach dem richtigen Job oder Mitarbeiter. Die intelligente Stellenbörse basiert auf einem Matching-Tool, das Arbeitgeber und Bewerber zusammenbringt, die wirklich zusammenpassen. Statt lange suchen zu müssen, werden Sie ab jetzt gefunden.

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