Heatherwick Studio: Park für Harley-Davidson

So könnte der neue Park neben dem Hauptgebäude von Harley-Davidson aussehen. Bildquelle: Heatherwick Studio
So könnte der neue Park neben dem Hauptgebäude von Harley-Davidson aussehen. Bildquelle: Heatherwick Studio

Das britische Designbüro Heatherwick Studio entwirft einen Park neben dem Hauptsitz von Harley-Davidson in Milwaukee, USA. Der Park wird zudem ein Amphitheater für bis zu 700 Motorräder enthalten. Dies ist der erste Schritt eines mehrstufigen Plans zur Umgestaltung des Firmensitzes anlässlich des 120-jährigen Firmenjubiläums in diesem Jahr. Lesen Sie hier alles über das Projekt.

Ein Amphitheater für Motorräder

Der neue Park sowie das Amphitheater des preisgekrönten britischen Design- und Architekturbüros Heatherwick Studio werden sich direkt neben dem Hauptsitz von Harley-Davison befinden. Die Grünfläche wird einen „langweiligen Parkplatz“ neben dem derzeitigen Büro ersetzen. Gemeinsam mit der in Minneapolis ansässigen Designfirma HGA wird der nicht eingezäunte und öffentliche Park in den nächsten Monaten entwickelt. Die Idee des landschaftlich gestalteten Amphitheaters ist es, einen Raum für Motorradtreffen bereitzustellen.

Bis zu 700 Motorräder können in dem Amphitheater an Rallyes teilnehmen. Laut Heatherwick Studio wird der Park jedoch zu 99 Prozent der Zeit für die Mitarbeiter von Harley-Davidson und für Besucher genutzt werden. In den restlichen ein Prozent der Zeit wird das Amphitheater währenddessen Platz für Motorradtreffen bieten. Darüber hinaus wird der Park als Veranstaltungsort genutzt werden. Das 83 Meter breite Amphitheater wird über gestufte Sitzplätze, Motorradauffahrten, Wendekreise und 360-Grad-Aussichtspunkte verfügen.

20 Baumarten und 120 Pflanzenarten sollen in dem Gebiet neben dem Hauptsitz von Harley-Davidson für eine neue Artenvielfalt sorgen. Währenddessen wird das Amphitheater selbst wird aus zehn verschiedenen Bausteinen und wetterfestem Stahl bestehen, die aus der Region stammen. Mit der Wahl eines Amphitheaters, einer „theatralischen Schale“, will Heatherwick Studio bewusst eine Gemeinschaft schaffen, in der die Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig sehen und hören.

Studio Heatherwick plant einen öffentlichen Park für Harley-Davidson-Fans und die Öffentlichkeit. Bildquelle: Heatherwick Studio
Studio Heatherwick plant einen öffentlichen Park für Harley-Davidson-Fans und die Öffentlichkeit. Bildquelle: Heatherwick Studio

Mehr als nur ein weiterer Park

Das von der Harley-Davidson Foundation finanzierte Projekt wurde vom CEO des Unternehmens, Jochen Zeitz, in Auftrag gegeben. Zuvor hatte er Heatherwick Studio bereits für die Gestaltung des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt beauftragt. Ähnlich wie beim Little Island Park in New York wird Heatherwick Studio einen Park schaffen, der „nicht einfach nur ein weiterer Park“ ist, sondern ein interessanter Ort. Zeitz‘ Priorität ist es, einen Ort zu schaffen, an den die Menschen gerne kommen und der die Westside-Gemeinde und alle, die sich für Harley-Davidson interessieren, einlädt.

Der Park von Heatherwick Studio soll 2024 eröffnet werden. Er ist Teil eines größeren Plans zur Umgestaltung der Harley-Davison-Büros. Sie befinden sich seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1903 an diesem Standort. Laut Jochen Zeitz ist der Park ein wichtiger erster Schritt im Rahmen des mehrstufigen Konzepts zur Neugestaltung des Firmensitzes. Das Amphitheater wird als barrierefreier Begegnungsraum einen Raum für den Dialog bieten. Das Unternehmen sucht nach einem Raum für alle und wird sowohl die Öffentlichkeit als auch die Mitarbeiter zu den nächsten Schritten bei der Gestaltung der Zukunft von Harley-Davidson in Milwaukee einladen.

Im Jahr 2025 feiert der Motorradhersteller sein 120-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass möchte CEO Zeitz die Marke zu einer rein elektrischen Marke weiterentwickeln und gleichzeitig einen Mehrwert für seine Heimatstadt schaffen.

Auch für Events soll der neue Park mit seinem Amphitheater geeignet sein. Bildquelle: Heatherwick Studio
Auch für Events soll der neue Park mit seinem Amphitheater geeignet sein. Bildquelle: Heatherwick Studio

Ein Raum für die Gemeinschaft

Laut Thomas Heatherwick, Gründer von Heatherwick Studio, wird der Entwurf das Betongelände in einen bürgerlichen sowie gefühlvollen grünen Treffpunkt verwandeln. „Unser Ziel ist es, dieses historische Fabrikgelände in einen neuen öffentlichen Park für die Menschen in Milwaukee zu verwandeln. Wir wollen einen aufregenden Gemeinschaftsraum schaffen, in dem die Menschen mit Freunden und Familie zusammenkommen und die wilde Natur erleben können, neben Räumen für Essen, Aufführungen und Spiel. So möchten wir das neue Leben in der Near West Side dieser ganz besonderen Stadt hervorheben und feiern“, sagte er.

Das Design des Amphitheaters soll die Idee der Zusammengehörigkeit für die Gemeinde, die Motorradfahrer sowie die Mitarbeiter von Harley-Davidson gleichermaßen fördern. In der einen Richtung wird es den Blick auf die Backsteingebäude freigeben, die das ursprüngliche Zuhause von Harley-Davidson sind. Des Weiteren werden die Besucher in der anderen Richtung einen Park voller einheimischer Pflanzenarten sehen, von denen einige den Forest County Potawatomi heilig sind.

Außerdem sind eine Marktstraße, ein beschaulicher Garten und ein Naturspielplatz geplant. Die Harley-Davidson Foundation, die die anfängliche Entwicklung beaufsichtigt und finanziert, hat auch Interesse an längerfristigen Sponsoring- und Spendermöglichkeiten bekundet. Heatherwick fungiert als Design Guardian und arbeitet mit lokalen Firmen wie HGA, Greenfire Management Service sowie verschiedenen lokalen Lieferanten zusammen. Der erste Spatenstich ist für das Frühjahr 2023 vorgesehen.

Neben dem Amphitheater sind auch Features wie eine Marktstraße und ein Naturspielplatz geplant. Bildquelle: Heatherwick Studio
Neben dem Amphitheater sind auch Features wie eine Marktstraße und ein Naturspielplatz geplant. Bildquelle: Heatherwick Studio

Über Heatherwick Studio

Heatherwick Studio hat seinen Sitz in London. Es hat 200 Mitarbeiter oder „Problemlöser“, die daran arbeiten, die physische Welt für alle besser zu machen. Zu den jüngsten Arbeiten gehören das mehrfach ausgezeichnete Little Island in New York, Coal Drops Yard in King’s Cross London, der Google-Campus in Bay View, Kalifornien, sowie das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt. Im Jahr 2023 wird zudem das erste große Projekt des Studios in Japan eröffnet.

Ebenfalls interessant: 2016 war in London die Garden Bridge geplant, ein weiteres Projekt von Heatherwick. Es kam nie zum Bau, aber der Plan ist bis heute relevant. Mehr zu dem Projekt lesen Sie hier.

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Hauptrolle für den Hamburger Hafen

An prominenter Stelle hat Hamburg ein neues Stadtmöbelstück mit spektakulärer Beleuchtung bekommen: eine Hafenpromenade als Hochwasserschutzanlage von den Landungsbrücken bis zur Speicherstadt. Das Lichtkonzept zu der prägnanten Architektur von Zaha Hadid Architekten stammt vom Planungsbüro Schlotfeldt Licht. 

Es sieht heute leer aus im Hamburger Hafen. Noch vor wenigen Jahrzehnten tummelten sich auf der Norderelbe Boote, Schlepper, Frachter und Passagierschiffe – jetzt parken hier vor allem  Museums- und Ausflugsschiffe. Das Leben am Nordufer des Flusses hat sich verändert. In den frühen 1930er-Jahren diente das Elbufer an den Vorsetzen in Hamburg dem Güterumschlag. Zwischen Hochbahnviadukt und Kaimauer standen Schuppen und Kräne, wirkten See- und Schauerleute. Hier gab es dunkle Räume und dunkle Gestalten, aber auch lichte Momente und jeden Tag Lohn für Handarbeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und zwei verheerenden Sturmfluten 1961 und 1978 schloss lange Zeit eine Hochwasserschutzanlage die Stadt vom Hafen und vom Wasser ab. Im Hafen war die Arbeit schmutzig und ölig – in der Stadt wich die produzierende immer mehr der administrativen Arbeit. Seit Container außerhalb des Stadtzentrums umgeschlagen werden und der Stückgutverkehr fast keine Rolle mehr spielt, die Freihafengrenze verlegt ist und die HafenCity mit großen Schritten wächst, gehören auch die alten Hafengebiete am Nordufer der Elbe zur Stadt. Sie wandelten sich vom Hinterhof zum Salon. Die Einfahrt der großen Kreuzfahrt- und Frachtschiffe ist eine Attraktion geworden und längst kein Tagesgeschäft mehr.

Stadt und Hafen

Die Flutschutzanlage hat den Charakter der Grenzlinie eingebüßt. Die Sportboote, Restaurants, Museumsschiffe und Musical-Theater am Südufer der Norderelbe gehören mehr zur Stadt als zum Hafenbetrieb. Dieser ist südlich der Norderelbe förmlich in den Hintergrund getreten. Spätestens 2006, als die Flutschutzanlage im Rahmen einer „Architektur Olympiade“ unter vielen Projekten in der Stadt zum Gegenstand einer architektonischen Neuinterpretation werden sollte, war klar, dass es hier zu einem signifikanten Wandel kommen musste. Zaha Hadid Architekten stellten sich der Aufgabe. Mit den für ihr Büro obligatorisch gerundeten Formen entwarf Hadid eine neue Promenade, die nicht nur flussauf- und -abwärts beschritten, sondern auch gequert werden kann. Der erste Bauabschnitt der Hafenpromenade – in unmittelbarer Nähe der Elbphilharmonie – ist jetzt fertig gestellt worden. Auf der Stadt- wie auf der Hafenseite sind Treppen wie Theaterforen ausgebildet.

Die Stadt hat in ihrem Wohnzimmer ein neues Möbelstück bekommen, dessen Stufen sich zum Sitzen eignen. Stadtflaneure können hier wie auf einem überdimensionierten Sofa verweilen und entweder das Stadtleben oder das Hafengeschehen wie auf einer Bühne verfolgen. Mit dem Unterschied, dass dieses Schauspiel nicht inszeniert wird – jedenfalls nicht im Regelfall. Spätestens bei einer Sturmflut dürften sich die Plätze in der ersten Reihe als ungemütlich erweisen. Die Assoziation vom Wasser ausgespülter Buchten, die dem Entwurfsgedanken der Treppenanlagen zugrunde liegt, fordert das Sicherheitsbedürfnis und die Angst vor der Flut heraus, die hinter dem Bau der Anlage stehen.

In jedem Fall ist hier ein vielfältig kommunikativer Raum entstanden, der Stadt- und Wasserseite miteinander verbindet und als Promenade gut funktioniert. Fast nebenbei dient das Bauwerk dem Hochwasserschutz. […]

Wie die Lichtplanung den Entwurf maßgeblich beeinflusste lesen Sie in Garten+Landschaft 03/2016 – Licht im Freiraum.

Promenade Niederhafen Hamburg
Bauherr: Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, Hamburg
Architektur: Zaha Hadid Architects, London
Lichtplanung: Schlotfeldt Licht, Hamburg
Zeitraum: 2006 – 2015
Fläche: 625 Quadratmeter

Wettbewerbsübersicht März 2019 (2/2)

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Im Zentrum des geplanten Bildungs- und Gesundheitscampus auf dem ehemaligen Kasernengelände Linsingen soll ein Quartierspark entstehen. Das Planungsbüro hutterreimann Landschaftsarchitektur entwickelt den Park als quartiersverbindendes Element, das die Barriere der bisher abgeschlossenen Kaserne durchkreuzt. Dafür spannen die Planer ein Wegenetz auf und verknüpfen den Park über fünf „Ankerplätze“ an den Eingängen mit den angrenzenden Quartieren und dem Bildungscampus. Das Wegenetz teilt die Parkfläche in vier Grünflächen auf. In der formalen Ausgestaltung zwar ähnlich, weisen sie jeweils einen eigenständigen Charakter auf: Die „Arena“ im Nordwesten nimmt die Topographie des alten Exerzierplatzes auf und bietet sportliche Intensivflächen für Skaten, Streetball, Rollsport und Calisthenics. Extensivere Parkbereiche bilden im Süden die „feuchte Senke“, mit ihrer Retentionsmulde, die freie Wiese als offene Spielfläche, sowie das Wäldchen als Rückzugsort für Naturerlebnis und Rodelfläche im Winter.

 

Regenpromenade und –brücke Mitterdorf in Roding, 1. Preis DKFS Architects, London mit Lex Kerfers Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Bockhorn

impuls Landschaftsarchitektur überzeugte mit einer reduzierten, aber sehr differenzierten und zukunftsorientierten Entwurfsidee, die Ort und Historie berücksichtigt. Der Entwurf arbeitet den Platz als großes zusammenführendes Zentrum heraus. Das Rathaus rückt so in den Mittelpunkt und erhält als raumstarkes Gegenüber das Baumpaket der bestehenden Platanen. Südlich des Rathauses ergänzen zwei weitere Hochstämme die bestehende Platane zu einem Platanendach. Die beiden Baumdächer im Süden und Norden erhalten einen Formschnitt und bieten jeweils kompakte schattenspendende Aufenthaltsbereiche. Eine Reihenpflasterung aus Kleinstein fasst den Platz bis zu seinen Rändern. Der Innenbereich des Platzes hebt sich mit gesägter Oberfläche als Intarsie hervor. Sie nimmt die Fluchten des Rathauses auf und betont die zentrale Stellung des Gebäudes. Parallel der umfassenden Gebäudekanten verlaufen flache Entwässerungsrinnen aus Naturstein. Sie rahmen die Platzfläche zusätzlich, und ermöglichen, den Platz nahezu barrierefrei an die Gebäude anzubinden.

 

Die Stadt Roding will den Uferbereich des Regens im gegenüberliegenden Ortsteil Mitterdorf hochwassergerecht gestalten, sowie eine eigenständige Fuß- und Radwegeverbindung über den Regen schaffen. So wenig Gebautes und Befestigtes wie nötig, und so viel Grün wie möglich, lautet die Zielsetzung des Siegerteams aus DKFS Architects und Lex Kerfers Landschaftsarchitekten. Nicht das Design der Schutzanlagen, sondern deren Integration in die Naturlandschaft steht im Vordergrund. Die Brücke präsentiert sich skulptural anspruchsvoll, fügt sich aber zugleich unaufdringlich in die Landschaft ein. Die Hochwasserschutzmauer verläuft geschwungen, mit vorgelagerten Beetflächen und gliedernden Sitznischen. Die Uferpromenade führt relativ nah am Wasserspiegel entlang und bleibt frei von Einbauten. Die Öffnungen zum Uferraum lassen sich im Hochwasserfall schließen. Die Durchgänge bilden wie die Brücke inszenierte Ausblicke auf die Flusslandschaft und sind über Stufen oder Rampen an die Uferpromenade angebunden.