BUGA Mannheim – die nachhaltigste BUGA aller Zeiten?

In etwas mehr als eineinhalb Jahren startet die Bundesgartenschau BUGA Mannheim. Vom 14. April 2023 bis zum 08. Oktober 2023 läuft die BUGA 23 unter dem Motto „Beste Aussichten“. Der Anspruch: Die anderen reden über Nachhaltigkeit, Mannheim setzt sie um. Lesen Sie in diesem Beitrag, was die BUGA Mannheim unter Nachhaltigkeit versteht und welche Innovationen geplant sind.

 

 

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Bereits im Jahr 1975 fand in Mannheim eine Bundesgartenschau statt. Die moderne Ausgabe der BUGA Mannheim zeigt ein anderes Gesicht, als noch die von vor 45 Jahren. Damals standen die Leistungsschauen des Gartenbaus im Mittelpunkt. Bundesgartenschauen wurden als Gartenkulturevents inszeniert. Diese Ausrichtung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Heutzutage erfüllen die Bundesgartenschauen andere Zwecke. Die Herausforderungen des urbanen Lebensraums gehen weit über Garten- und Parkgrenzen hinaus. Eine BUGA der Moderne steht für nachhaltige und integrierte Stadt- und Regionalentwicklung.

Dementsprechend liegt auch der Fokus der BUGA 23 auf nachhaltiger und moderner Stadtentwicklung. Das Ziel der BUGA in Mannheim formulierte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bereits vor fünf Jahren: Man wolle für die Stadt einen qualitativ hochwertigen Grünzug gestalten und damit ein nachhaltiges Generationenprojekt entwerfen.

BUGA Mannheim: Kurze Wege und weite Blicke

Auf dem ehemaligen Militärgelände Spinelli, welches lange Zeit von den US-Streitkräften genutzt wurde, entsteht in diesem Zusammenhang ein neues Wohnquartier. Für die Stadt Mannheim stellt es ein wichtiges Stadtentwicklungsprojekt dar. Künftig sollen dort rund 4 500 Bewohner*innen leben. Das einstige Militärgelände – und damit die BUGA 23 – ist Teil des ‚Grünzugs Nordost‘. Dieser erstreckt sich vom Luisenpark über den Neckar hinweg bis zu den Vogelstangseen. Das Gebiet umfasst etwa 200 Hektar.

 

 

Den Zuschlag im VOF-Verfahren „Grünzug Nordost und Bundesgartenschau 2023“ im Bereich Landschaft/Freiraumplanung erhielt 2015 das Landschaftsarchitekturbüro RMP Stephan Lenzen. Auf der Website des Büros heißt es zu den Hintergründen der Planung dazu: „Der Entwurf interpretiert den Freiraum als Grüne Infrastruktur und entwickelt diesen für die zukünftigen Bedürfnisse der Mannheimer weiter. Die Geschichte des Ortes bleibt weiterhin ablesbar, wobei eine flexible und robuste Ausgestaltung im Vordergrund steht.  Eine große Qualität besteht in dem Freihalten der Mitte und dem Konzentrieren an den Rändern. Kurze Wege – Weite Blicke.“

 

 

Klarer Fokus auf Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit hat sich die BUGA 23 ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben. Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Mannheim 2023 gGmbH sagt dazu: „Gemeinsam mit Partnern der Stadtgesellschaft und Wirtschaft wollen wir die nachhaltigste BUGA aller Zeiten realisieren und Mannheim zum Vorbild urbaner Nachhaltigkeit machen.“ Schnellbach ist von den guten Ideen aller Beteiligten überzeugt: „Wir zeigen, dass es geht und wie es geht.“

Aus diesem Grund tauchen nachhaltige Ideen bei der BUGA 23 in Mannheim an vielen Stellen in unterschiedlicher Ausprägung auf. So sollen rund 60 Hektar des 200 großen Hektars des ‚Grünzugs Nordost‘ entsiegelt werden. Dort befanden sich während der Zeit, als das US-Militär das Gebiet genutzt haben, zahlreiche Hallen für Fahrzeuge und Panzer. Das Gebiet ist über weite Strecken versiegelt.

Die Entsiegelung des großflächigen Bereichs hat verschiedene Ziele. Demnach soll eine Frischluftschneise die Innenstadt von Mannheim durchlüften. In den Sommermonaten soll so insbesondere Nachts für Abkühlung gesorgt werden. Außerdem sollen die Menschen sich in dem neu gestalteten Naturraum frei bewegen können. Der neue Grünzug wertet so den Mannheimer Stadtraum ökologisch auf.

Zusätzlich soll eine Radschnellweg entstehen. Er soll die Innenstadt mit den Stadtteilen Feudenheim, Käfertal und Vogelstang verbinden. Die BUGA selbst hat das Ziel, CO2-neutral zu werden – als erste BUGA überhaupt.

 

 

Umbau statt Abriss: die U-Halle bekommt ein neues Innenleben

Nachhaltigkeit spiegelt sich auch an anderen Orten der BUGA 23 wider. Die U-Halle ist ein gutes Beispiel dafür. Sie ist ebenfalls auf dem ehemaligen Militärgelände gelegen und diente den US-amerikanischen Streitkräften als Lagerhalle. Die Halle umfasst rund 20 000 Quadratmeter und soll umgebaut und langfristig genutzt werden. Das Thema ‚recycle und reuse‘ steht hier im Vordergrund. Existierendes soll weiter genutzt und zweitverwertet werden, so Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA 23. Das Ziel sei es, „bestehende Strukturen und Gebäude auf innovative Art und Weise anders [zu] nutzen.“

Die U-Halle wird nach dem Entwurf des Berliner Architekturbüros „Hütten und Paläste“ umgebaut. Die Fläche wird zuerst um etwa die Hälfte reduziert werden. Übrig bleiben sollen am Schluss letztlich rund 5 600 Quadratmeter Fläche. Das Gebäude soll ein architektonisches Highlight der BUGA Mannheim darstellen. Als „Ikone der Transformation“ bezeichnen die Architektinnen und Architekten von ‚Hütten und Paläste‘ sie.

 

 

Innovationen aus dem Reallabor

Die BUGA 23 möchte Treiberin für neue Ideen für ressourcenschonendes und klimafreundliches Wachstum werden. Deswegen sollen baubotanische Interventionen umgesetzt werden. Das heißt, dass Pflanzen und Gebäude eine Symbiose eingehen und über die Jahre untrennbar zusammenwachsen.

Die Besucher*innen sollen außerdem ungewöhnliche Materialien kennenlernen. So werden sie beispielsweise Sonnensegel aus Photovoltaikfolie oder einen Pavillon aus Karbon kennenlernen.

Neben all den innovativen Ideen sollen die guten alten Pflanzen natürlich nicht zu kurz kommen. Das sinnliche Erlebnis purer Blumenfreude wird deshalb durch Rosen, Dahlien, Stauden oder Rhododendren spürbar. Und auch hier ist das übergreifende Thema der BUGA erneut spürbar. Denn die 2023 Bäume, die für die BUGA Mannheim gepflanzt werden sollen, sollen danach in der Stadt neue Standorte finden. Außerdem werden Pflanzen vorgestellt, die in extremem Klima gute Überlebenschancen haben. Ganz im Sinne der BUGA Mannheim, die auf Nachhaltigkeit und Klimaanpassung setzt.

Bundesgartenschauen finden alle zwei Jahre in verschiedenen deutschen Städten statt. Dieses Jahr eröffnete Erfurt die Ausstellung. Die BUGA 2025 konnte Rostock für sich gewinnen.