Das neu eröffnete Museums für Visuelle Kultur in Hongkong ist ein Entwurf von Herzog & de Meuron. Foto: © Virgile Simon Bertrand
Das neu eröffnete Museums für Visuelle Kultur in Hongkong ist ein Entwurf von Herzog & de Meuron. Foto: © Virgile Simon Bertrand

Nach zehn Jahren Planzeit eröffnete das Museum M+ Hongkong. Es ist ein Museum für Visuelle Kultur im West Kowloon Cultural District am Victoria Harbour in Hongkong. Das Projekt war bereits im Wettbewerbsverfahren eines der Superlative: Neben Herzog & de Meuron und Farrells waren zudem Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (SANAA), der Renzo Piano Building Workshop, Shigeru Ban mit dem Hongkonger Büro Thomas Chow Architects, Snøhetta sowie Toyo Ito zusammen mit Benoy nominiert. Alle Teams erhielten für die Teilnahme jeweils eine Million Hongkong-Dollar. Alles zum finalen Projekt, lesen Sie hier.

So schlicht der Name des M+ ist, so groß ist schon jetzt die Bedeutung des vor Kurzem neu eröffneten Museums für Visuelle Kultur in Hongkong. Dessen Leiter Suhanya Raffel hat dabei keinen unwichtigen Job. Schließlich muss er eine Sammlung von Weltrang kuratieren. In seiner Bedeutung soll das M+ zukünftig in der gleichen Liga spielen, wie zum Beispiel das MoMA in New York oder die Tate Modern in London.

Das Museum befindet sich in einem Stadtteil Hongkongs, der West Kowloon Cultural District heißt. Die Halbinsel wurde im 20. Jahrhundert neu gewonnen. Der Blick öffnet sich hier sowohl auf das Hafenbecken des Victoria Harbours, als auch auf die wenige hundert Meter entfernte Insel Hong Kong Island.

M+ in Hongkong dient als übergroße Leinwand

In Zusammenarbeit mit TFP Farrells und Arup entwarfen Herzog & de Meuron aus Basel das Gebäude des M+. Sein Erscheinungsbild ist durch die lotrechte Positionierung zweier flacher Quader geprägt. Von vorne sieht es aus wie ein auf dem Kopf stehendes T. Der horizontale Quader ist dabei vom Boden abgesetzt, kann untergangen werden und scheint zu schweben.

In ihm befinden sich die Ausstellungsräume. Der aufgesetzte vertikale Quader beherbergt dagegen Restaurants, Büros und ähnliches. Zur Seite des Wassers hin dient die Fassade des M+ als übergroßer Bildschirm. Mit Hilfe von LEDs in der Fassade kann das Gebäude so etwa als externe Leinwand für Kunstwerke fungieren und trägt die Kunst im Inneren des Museums sichtbar bis nach Hong Kong Island nach außen.

Sammlungen mit kontroversen Exponate

Im Inneren bietet das Gebäude dabei insgesamt etwa 65 000 qm Nutzfläche. Davon entfallen circa 17 000 qm auf die Ausstellungsfläche. Diese verteilt sich auf 33 Galerien, drei Kinos, eine Mediathek, ein Lernzentrum sowie einen grünen Dachgarten mit Blick auf den Victoria Harbour. Für Möbel wie Sitzbänke oder Ticketschalter kommen zudem traditionelle lokale Fertigungsweisen zu Einsatz, die Bambus verarbeiten.

Die Sammlungen des M+ in Hongkong werden seit dem Jahr 2012 aufgebaut. Dabei versucht die Leitung des M+ auch Themen zu behandeln, die über das typische Angebot eines Kunstmuseums hinausgehen. Das sind zum Beispiel Animationen und Videospiele, aber Architektur. So zeigt das M+ etwa Modelle und Visualisierungen des Büros WOHA aus Singapur oder aber Werke von Frank Lloyd Wright und anderen bekannten Architekt*innen. In den Sammlungen des M+ in Hongkong befinden sich jedoch auch kontroverse Stücke, die das Festland China zensieren würde. So besitzt das Museum etwa Werke des Künstlers und Dissidenten Ai Weiwei oder Bilder des brutalen Niederschlags der Proteste am Platz des Himmlischen Friedens in Peking.

„Potential, das wichtigste Museum für Visuelle Kultur in Asien zu werden“

Jacques Herzog vom Büro Herzog & de Meuron hat jedenfalls wenig Zweifel an der kulturellen Bedeutung des neuen Museums: „M+ hat sicher das Potenzial, das wichtigste Museum für Visuelle Kultur in Asien zu werden. Es zeigt am besten, wohin wir als Weltkultur gehen sollten, wo Vielfalt, Gleichheit und der Zugang zu Kunst aller Art von Anfang an zum Ausdruck kommen. Diese Art der Vielfalt und Breite ist Teil der DNA von M+. Das macht es zu einem Museum, das stark lokal inspiriert, aber zur gleichen Zeit universell und offen ist. Es ist für die Menschen und Besucher*innen auf der ganzen Welt.“

Der Eintritt zum Museum M+ in Hongkong ist zudem noch zwölf Monate nach Eröffnung lang frei. Eine Reservierung vor dem Besuch empfiehlt sich jedoch. Mehr Infos rund ums M+ in Hongkong, Öffnungszeiten und mehr finden Sie auf der Webseite des Museums.

Auch ein interessantes HdM Projekt: Das renommierte Architekturbüro plant in München ein neues Stadtquartier mit 1 100 Wohnungen und Büros für 3 000 Arbeitsplätzen. Mehr zu den Plänen rund um die Paketposthalle in München lesen Sie bei uns.

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Etwa 50 Prozent des Quartiers Baumkirchen Mitte bleiben als öffentliche Grünflächen erhalten, die nicht nur Erholung bieten, sondern auch eine ökologische Vernetzung fördern, die für die Tierwelt von großer Bedeutung ist. Foto: Marcus Hassler

Wo Lokomotiven einfuhren, wächst seit 2013 das visionäre Stadtquartier „Baumkirchen Mitte“ in Berg am Laim heran. Hier verschmelzen städtische Lebensräume und Natur zu einem harmonischen Ensemble, das nicht nur Wohnraum und Arbeitsplätze, sondern auch großzügige Grünflächen und ökologische Oasen bietet. Durch die organischen Bauformen und die Liebe zum Detail hat das Areal eine unverwechselbare Identität erhalten – ein Ort, der Vergangenheit und Moderne in spannender Symbiose vereint. Im Folgenden stellt das Büro mahl gebhard konzepte sein Projekt selbst vor. 

Ein neues Stadtquartier mit historischer Prägung

Auf dem 15 Hektar großen Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes München 4 in Berg am Laim entsteht seit 2013 das Stadtquartier „Baumkirchen Mitte“. Fast 70 Jahre lang wurden hier Lokomotiven und Güterwaggons rangiert und repariert. Nun bietet das Areal Raum für etwa 1 300 Einwohner*innen, Arbeitsplätze, Einzelhandel und öffentliche Grünflächen. Grundlage für das Bebauungsplanverfahren war ein 2010 von der Landeshauptstadt und CA Immo durchgeführter städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb, aus dem der Entwurf von Peter Ebner & Friends und von Mahl Gebhard Konzepte siegreich hervor ging. Der Entwurf überzeuge die Jury im besonderen Maße durch eine für das Gebiet neuartige Struktur. Es entstünde eine einheitliche Bebauung, die von ausgedehnten Grünflächen umschlossen wird. Dieser Entwurf, der sich durch mutig, geschwungene Baukörper auszeichnet, die fließende Räume erzeugen war Grundlage für das sich anschließende Bauleitplanverfahren. Die Freiflächen mit ihren integrierten Spielflächen sollen die Anwohner sowie Besucher zum Verweilen und Erholen einladen.

Freiflächengestaltung und ökologische Balance

Die Landschaftsarchitekt*innen von mahl gebhard konzepte (München) achteten bei der Entwicklung des Quartiers auf eine doppelte Innenentwicklung: So ist für das Quartier Baumkirchen Mitte neben den unverwechselbaren, organisch anmutenden Gebäudekörpern, der sehr hohe Grünanteil prägend. Etwa 50 Prozent des Gesamtareals sind bebaut, die restliche Fläche bleibt im Hinblick auf urbanes Grün als öffentliche Grünfläche und ökologische Vorrangfläche erhalten und wird als Landschaftspark gestaltet. Durch den Erhalt der ökologischen Vorrangfläche bleibt, die für München so relevante Kaltluftschneise erhalten und dennoch kann die geforderte städtische Dichte eingehalten werden. Einen weiteren Mehrwert stellen die neu entstandenen Wohnhöfe bzw. Quartiersmitten wie der Mattoneplatz dar. Sie sprechen grundsätzlich die Sprache des Gesamtareals und verstärken die geschwungenen Strukturen.

Integration von Natur und Stadtplanung

Durch sie wurde eine qualitativ wie quantitativ gute Versorgung der Wohngebiete mit öffentlichen Grün- und Freiflächen für die Erholung verwirklicht – insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Verringerung des Nutzungsdruckes auf die ökologische Vorrangfläche. Bei der Lage der öffentlichen Grünflächen wurde auf gute räumliche Zuordnung und weitere mögliche Aneignungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten besonders auch in Richtung des Rosenheimer Bahndamms geachtet. An der übergeordneten Grünstruktur orientierten sich daraufhin die Baukörper. Im Entwurf soll ein Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungsräume entstehen, die sich verschränken und überlagern. Die Privatheit der Wohnhöfe soll davon unberührt bleiben.

Bäume als Leitbild

Wiederkehrendes Gestaltungselement ist die waggonartige Reihung von drei bis fünf zu pflanzenden Bäumen, die den genius loci der ehemaligen Nutzung in der neu gebauten Fläche anschaulich machen sollen. Um den jeweiligen Räumen eine eindeutig wahrnehmbare Gestalt zu geben, bestehen die Baumgruppen aus jeweils einer Gattung und Art. Die öffentlichen und privaten Freiflächen erhalten durch die unterschiedliche Pflanzenverwendung (Leitbaumarten, Wuchsklassen) eine jeweils eigenständige Identität. Dabei wurden je 200 Quadratmeter nicht überbaute Grundstücksfläche ein Baum gepflanzt. Auf die entsprechende Mindestüberdeckung der Substratstärke über Tiefgarage ist zu achten. Die Pflanzauswahl in den Höfen enthält mindestens 50 Prozent Bäume zweiter Ordnung.

Der Bestand als „Hot Spot“ der Biodiversität

Pflanzenwuchs auf aktiven Bahnflächen unterliegt permanenter Störungen. Fallen Bahnflächen aus der Nutzung, so regiert die Vegetation relativ rasch darauf. Deshalb sind die stillgelegten Gleisanlagen heute von mosaikartiger Vegetation geprägt und erhalten ihren eigenen Charme durch die offenen Ruderalflächen, die sich mit aufkommenden Birken und rahmenbildenden, älteren Gehölzen abwechseln.

Kurzum: Das Bahnbetriebswerk entwickelte sich durch die Stilllegung zu einer naturnahen Bahnbrache. Humusarme Substrate (z.B. Gleisschotter) speichern kaum Wasser und begünstigen dadurch schüttere Magerrasen. So ist hier ein „Hot Spot“ der Biodiversität entstanden, das dem Areal in Kombination mit der belassenen Gleisanlage eine besondere Identität verleiht. Mehrere geschützte Tier- und Pflanzenarten (48 Rote-Liste-Arten) haben aufgrund der für sie idealen, trockenen und heißen Standortbedingungen und der Mischung aus lückiger, niedriger Vegetation und besonnten Säumen und Gebüschen einen Vorkommensschwerpunkt. Die angrenzenden noch aktiven Bahnanlagen sind darüber hinaus als Ausbreitungsachse und somit für den Biotopverbund bedeutend. Von den in mehreren Kartierungsdurchgängen in den Jahren 2008 und 2009 nachgewiesenen Arten sind die streng geschützte Zauneidechse sowie die besonders geschützte Blauflügelige Ödlandschrecke und die Blauflügelige Sandschrecke von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung und daher wertbestimmend. Aber auch kleine Wirbeltiere wie die Zauneidechse können auf der Vorrangfläche beobachtet werden – sie sind streng geschützt (§7 (2) 14, ‎BNatSchG).

Pflege- und Schutzkonzept für die Biodiversität

Die Habitate der Bahnanlagen sind charakteristische Bestandteile der Natur in der Stadt und spielen eine wichtige Rolle für den Artenschutz. Um diesen naturnahen Trockenstandort mit seiner hohen Artenvielfalt zu erhalten, wurde ein Pflege- und Entwicklungskonzept aufgestellt. Die Sukzession führt ohne weitere Pflege zu waldartigen Beständen, weshalb die immer wiederkehrende Zurücknahme des

Gehölzaufwuchses und die Freihaltung geeigneter, besonnter Standorte wichtige Maßnahmen darstellen. Im Bereich der Sukzessionsflächen wird das Totholz belassen, um Insekten und kleinen Wirbeltieren Unterschlupf zu bieten. Die Rohbodenrotation bietet nicht nur Reptilien wie der Zauneidechse einen idealen Standort, um ihre Eier in die sandigen Böden zu legen.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Die naturschutzfachlichen Entwicklungsziele für das Untersuchungsgebiet umfassen den Erhalt und die Pflege von Flächen, die als bevorzugte Lebensräume für die Zauneidechse gelten. Ebenso wird der größtmögliche Erhalt von Flächen mit hoher und mittlerer Bedeutung für die Wert bestimmenden Tierarten angestrebt. Weiterhin soll der räumliche Verbund der Flächen zu angrenzenden Lebensräumen gesichert und die Standorte als Teil einer linearen Vernetzungsachse erhalten und optimiert werden. Ein weiteres Ziel ist die Sicherung und Förderung der Populationen der geschützten Arten durch gezielte Pflegemaßnahmen im Bereich der ökologischen Vorrangfläche. Diese Maßnahmen sollen durch ein dynamisches, dreistufiges Pflegekonzept erreicht und langfristig gesichert werden, das sowohl den fachlichen Ansprüchen als auch der pragmatischen Umsetzbarkeit in Bezug auf die Topografie gerecht wird.

Minimaler Eingriff – Monitoring und Erlebnispfad

Die geplante Umsetzung des gesamten Bauvorhabens wurde in 10 Bauabschnitte unterteilt, deren Abfolge sich von Osten (Baumkirchner Straße) nach Westen erstreckt, und somit eine sinnvolle logistische bauliche und nutzungsbezogene Abwicklung in mehreren Schritten mit geringerer Baustellenbelastung bedeutet. Eine besondere Herausforderung stellte die Zugänglichkeit der ökologischen Vorrangfläche dar: Mittels aufwändigen Monitorings und eigens entwickelter Stege konnten naturschutzfachliche Belange eingehalten werden und dennoch von Anwohnern als naturnaher Erholungsraum barrierefrei erschlossen werden. Der enorme Höhenunterschied zwischen Wohnbebauung und ökologischer Vorrangfläche konnte mit Rampen ausgeglichen werden. Der Erlebnispfad im tieferliegende Gleisbereich ist auf der Westseite über Treppen und an der Ostseite durch eine barrierefreie Rampe erreichbar. Der aufgeständerte Weg führt vorbei an der historischen Eisenbahn-Drehscheibe, mit der früher Waggons und Lokomotiven bewegt wurden. Hier ist eine Tribüne entstanden, sodass die Lokdrehscheibe als Freilufttheater dienen kann.

mahl gebhard konzepte

Das Büro mahl·gebhard·konzepte mit Sitz in München wurde 1986 gegründet und 2009 in eine Partnerschaftsgesellschaft mit Andrea Gebhard und Johannes Mahl-Gebhard als Geschäftsführer umfirmiert. 2022 wurden Markus Anzengruber, Johannes Kruck, Annette Pfundheller und Katrin Rismont PartnerInnen des Büros. Seither steht Johannes Mahl-Gebhard als Berater zur Verfügung. mahl·gebhard·konzepte beschäftigt 40 Mitarbeiter*innen aus den Disziplinen der Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung, Umweltökologie, Stadtplanung, Architektur und Urban Design.

In der Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder Methoden verschiedener Fachrichtungen sehen wir nicht nur die Möglichkeit, Planungen an den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Zeit zu orientieren, sondern auch die Chance Ökologie und Ästhetik zukunftsweisend zu verbinden. Langjährige Erfahrung, erworbene Vielseitigkeit, effiziente Arbeitsabläufe, eine klare gestalterische Sprache und realisierbare Visionen helfen uns dabei, das besondere Gesamte zu schaffen.

Landschaftsarchitektur sucht im Spannungsfeld der Planungen von Architektur, Städtebau und Infrastruktur nach neuen räumlichen Aussagen, kulturellen Eigenarten und gestalterischen Perspektiven. Hierbei ist die Rückkopplung von Landschaftsarchitektur mit den gesellschaftlichen Strukturen und zeitgenössischen Kontexten nicht nur notwendig, sondern unerlässlich.

Weiterlesen: In der G+L 09/24 stellen wir 54 Stadtoasen aus fünf Ländern vor. Das Heft ist im Shop erhältlich. Weiter grüne Oasen sind hier zu entdecken.

 Übrigens: Die Internationale Bauausstellung (IBA) der Metropolregion München 2034 sucht nach Ideen für die Mobilität der Zukunft.

 

Ungenutzte Brückenkonstruktionen können im urbanen Umfeld ungeahnte Möglichkeiten bieten. Berühmtestes Vorbild für eine aufgeständerte Nachnutzung ist wohl der New Yorker High Line Park, gelegen auf einer stillgelegten Hochbahntrasse. Eine ähnliche Strategie verfolgt die Stadtverwaltung von Seoul: ein groß angelegtes Stadtentwicklungsprogramm soll die Stadt grüner und für Fußgänger attraktiver gestalten. Herzstück der Planung ist dabei der kürzlich eröffnete Seoullo 7017 Skygarden von MVRDV.

Transformation einer Hochstraße zum Park

Freiräume sind in Seoul ein seltenes Gut. Die Bevölkerungsdichte ist rund viermal so hoch wie in Berlin und das Zentrum ist von versiegelten Verkehrsflächen geprägt. Nach der Umsetzung des städtischen Programms, wurde eine rund einen Kilometer lange Hochstraße vom Verkehr befreit. Die Architekten des niederländischen Büros MVRDV gewannen die Ausschreibung im Jahr 2015 und verwandelten die ehemalige Stadtautobahn in einen attraktiven städtischen Park. Das verästelte, geschwungene Brückenbauwerk stellt damit eine wichtige Fußgängerverbindung im unmittelbaren Umfeld des Hauptbahnhofs dar.

Pflanzenbibliothek aus 24 000 Pflanzen

Der Seoullo 7017 Skygarden zieht seine Besucher in erster Linie durch seine einzigartigen Blickbeziehungen aus 16 Metern Höhe an. 228 verschiedenen Pflanzenarten sind nach dem südkoreanischen Alphabet sortiert und verdeutlichen die Vielfalt heimischer Gewächse. Die insgesamt 24 000 Pflanzen sind in mehreren kleinen Gärten zusammengefasst, welche jeweils einen eigenen Charakter haben. Die Zahlenkombination „7017“ bezieht sich auf die Eröffnungsjahre der Stadtautobahn 1970 und des Parks 2017.