04.12.2021

Wettbewerbe

Brooklyn Bridge Park erhält Rosa Barba Preis 2021

von Redaktion Garten + Landschaft
Vogelperspektive auf den Brooklyn Bridge Park im Jahr 2021.

Der Brooklyn Bridge Park im Jahr 2021.

Michael Van Valkenburgh‘s Brooklyn Bridge Park in New York hat den Rosa Barba International Landscape Prize 2021 gewonnen.

Der Brooklyn Bridge Park im Jahr 2021. Foto: Elizabeth Felicella
Vogelperspektive auf den Brooklyn Bridge Park im Jahr 2021.
Die Fläche entlang des East Rivers in Brooklyn bevor der Umgestaltung, im Jahr 2006. Foto: Michael Van Valkenburgh Associates

Die Geschichte des Brooklyn Bridge Parks

Gegen insgesamt zehn andere Projekte aus der ganzen Welt hat er sich durchgesetzt. Der Brooklyn Bridge Park, der sich auf einer Fläche von 85 Hektar entlang des East Rivers in Brooklyn, New York, erstreckt, hat Anfang Oktober den Rosa Barba International Landscape Prize 2021 auf der 11. internationalen Landschaftsarchitektur-Biennale in Barcelona gewonnen. Das Projekt wurde über zwanzig Jahre hinweg von Michael Van Valkenburgh Associates (MVVA), einem in New York ansässigen Landschaftsarchitekturbüro, bearbeitet und hat laut der Preisjury „ein Industriegelände mit verlassenen Lagerhäusern, veralteten Piers und verfallenden Schotten in einen lebendigen öffentlichen Raum verwandelt”. Der Brooklyn Bridge Park zählte vor der Corona-Pandemie etwa fünf Millionen Besucher pro Jahr.

Bereits 1998 waren die Landschaftsarchitekt*innen von MVVA Teil eines multidisziplinären Teams. Sie verfassten damals einen vorläufigen Statusreport über den 1,3 Meilen umfassenden Abschnitt im Hafengebiet Brooklyns. Fünf Jahre später setzte die „Brooklyn Bridge Park Development Corporation“ MVVA als leitende Berater*innen für die Entwicklung eines Masterplans ein und wählte sie schließlich für die Gestaltung des Parks aus. Die Idee für den Park kam letztendlich von den Einwohner*innen Brooklyns selbst. Eben die Bewohner*innen die in dem New Yorker Stadtbezirk lebten, der die wenigsten Grün- und Parkflächen hatte.

Der Brooklyn Bridge Park ermöglicht einen öffentlichen Zugang zum Wasser. Foto: Etiennne Frossard
Die angelegten Steine am Ufer können auch starken Wellen standhalten. Foto: Etiennne Frossard

Das Design des Brooklyn Bridge Parks

 

Damals hatten die Anwohner*innen keinen Zugang zu dem verwaisten Industriegelände am Hafen und damit zum Wasser. Die Hafenbehörde New Yorks und New Jerseys (PANYNJ), die damalige Eigentümerin des Geländes, plante ursprünglich, das stillgelegte Schifffahrtsterminal in ein gewinnbringendes Projekt mit Gewerbe-, Einzelhandels- und Wohnnutzung umzuwandeln. Erst nach jahrzehntelanger Überzeugungsarbeit gelang es engagierten Gruppen, die politischen Entscheidungsträger*innen davon zu überzeugen, dass ein öffentlicher Zugang zum Wasser notwendig war, insbesondere in einem Viertel, in dem es an Parkflächen mangelte.

Das Planungs- und Designteam von MVVA behielt die vorhandene Struktur. Der Park besteht damit einerseits aus einem schmalen Uferstreifen und ist andererseits in insgesamt elf Abschnitte unterteilt. Sechs Piers ragen in den East River hinein. Die neugestalteten Uferstreifen sind aus natürlicher Materialien, wie etwa Salzmarsch. Das trägt dazu bei, dass der Park starken Wellen standhalten kann. Durch die Gestaltung des Brooklyn Bridge Parks ergibt sich schließlich ein System neuer und alter Verbindungen zwischen Stadt und Fluss. So entsteht eine lebendige Urbanität, die Raum für eine Vielzahl von Aktivitäten schafft. Mit der Eröffnung der einzelnen Parkabschnitte über die letzten zehn Jahre hinweg hat sich der Park also mit den New Yorker*innen zusammen entwickelt. Somit integrierte sich der Park auch ein Stück weit in ihr Alltagsleben.

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Das Video zeigt den Brooklyn Bridge Park von Michael Van Valkenburg Associates.

Der Brooklyn Bridge Park – ein echter Volkspark

All das hat nun also Anfang Oktober 2021 die internationale Jury der 11. Landschaftsarchitektur-Biennale überzeugt: „Eine der vielen Stärken, die dieses Projekt von anderen Wettbewerbsprojekten abhebt, ist seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und dort das Gefühl einer integrativen Gemeinschaft inmitten einer gestalteten Natur zu fördern. Mit reichhaltigen und gut programmierten Aktivitäten werden demzufolge die verlassenen Lagerhäuser, die veralteten Piers und die verfallenden Schotten in einen lebendigen öffentlichen Raum verwandelt, der jährlich von mehr als fünf Millionen Menschen besucht wird und als echter Volkspark gilt.“ Zur international hochkarätig besetzten Jury zählte Esteban Leon (Leiter City Resilience Global Programme von UN-Habitat). sowie die renommierten Landschaftsarchitekt*innen und Lehrenden Cristina Castelbranco, Kongjian Yu, James Hayter und Julie Bargmann.

Der neugestaltete Park bietet verschiedene Aktivitäten an und lässt damit den öffentlichen Raum lebendigen werden. Foto: Michael Van Valkenburgh Associates
Die Nähe zum Wasser bringt viele Besucher*innen und Bewohner*innen im Brooklyn Bridge Park zusammen. Foto: Michael Van Valkenburgh Associates

Der Rosa Barba International Landscape Prize

 

Der Rosa Barba International Landscape Prize ist mit 15 000 Dollar dotiert. Jedes Landschaftsarchitekturprojekt der letzten fünf Jahre kann den Preis gewinnen. Danach werden die ausgewählten Projekte außerdem in einem Buchkatalog der Biennale veröffentlicht. Darüber hinaus werden die Projekte Teil einer Ausstellung und damit in das Online-Archiv der Biennale aufgenommen. Collegi d’Arquitectes de Catalunya (COAC) und die Universitat Politècnica de Catalunya (UPC) organisierten die 11. internationale Landschaftsarchitektur-Biennale in Barcelona. Die Metropolregion Barcelona, der Stadtrat und der Provinzialrat der Stadt Barcelona (Diputació de Barcelona), der Fundación Banco Sabadell, der ISUF-Kongress, der IFLA, IFLA Europe und das Neue Europäische Bauhaus unterstützten bei der Ausrichtung.

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