24.05.2022

Wettbewerbe

Gewinner Gründach-Wettbewerb 2021

von Juliane von Hagen
Gewinner „BuGG-Gründach des Jahres 2021“: Das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Gewinner „BuGG-Gründach des Jahres 2021“: Das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Das Gründach des Jahres 2021 ist ausgewählt. Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. kürt das Dach des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg zum Sieger des Gründach-Wettbewerbs. Damit werden die Gründachplanung der Landschaftsarchitekt*innen von L+ und die Pflanzplanung von Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil honoriert.

Seit 2001 führt der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) einen Wettbewerb zum Gründach, zur Fassaden- und Innenraumbegrünung eines Jahres durch. Zunächst organisierte der Vorgängerverband FBB diese Auszeichnung. Seit Jahren hält nun schon der Bundesverband GebäudeGrün e.V. diese Tradition aufrecht und zeichnet jedes Jahr vorbildliche Werke aus. Dafür können die Mitglieder des Verbands realisierte Objekte einreichen. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung oder einer anderen Veranstaltung werden dann die vorbildlichsten ausgewählt. In diesem Jahr zeichnete der Gründach-Wettbewerb das Dach eines Forschungsgebäudes in Hamburg aus.

Gewinner „BuGG-Gründach des Jahres 2021“: Das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Gewinner des Gründach-Wettbewerbs

Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie nutzte der Bundesverband eine besondere Gelegenheit für Entscheidung über den Gründach-Wettbewerb 2021. Die große Zahl der Teilnehmer*innen des online durchgeführten Bundeskongresses Gebäudegrün bot schließlich gute Gelegenheit zur Abstimmung. In digitaler Form konnten die Sieger für den Wettbewerb 2021 gefunden werden. Die Wahl fiel auf die neu gestaltete und begehbare Dachbegrünung des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg.

Das Werk war vom BuGG-Mitglied Landschaftsarchitektur L+ eingereicht worden. Sie zeichnen für die Gründachplanung des Gebäudes verantwortlich. An ihrer Seite erarbeitete Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil die Pflanzplanung. Der Hochbau des Max-Planck-Instituts stammt aus der Feder von hammeskrause Architekten aus Stuttgart. Darüber hinaus lag die Ausführung der Dachbegrünung in den Händen des Garten- und Landschaftsbaus Klaus Hildebrandt GmbH aus Hamburg.

BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann (Mitte) überreicht den Geschäftsführern von Landschaftsarchitektur+ Felix Holzapfel-Herziger (links) und Julian Benesch (rechts) die Siegerplakette zum BuGG-Gründachdes Jahres 2021. Quelle: Landschaftsarchitektur+/ BuGG

Der Neubau des Max-Planck-Instituts

Der Neubau des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg hat sich zu einem Solitär auf einem Campusgelände entwickelt. Trotz seiner herausragenden Stellung nimmt er Bezüge zu umgebenden, urbanen Strukturen auf. Zugleich ist er ordnendes Element, welches einen Vorplatz zum Center for Free-Electron Laser Science, ebenfalls ein Forschungsbau, flankiert. Der rechteckige, terrassierte Neubau des Max-Planck-Instituts basiert auf einem Raster von 120 Zentimetern. Nach außen zeigt er geschlossene Blechfassaden und geschosshohe Verglasungen. Zwischen den verdichteten Nutzflächen im Erdgeschoss und den Laboren im Obergeschoss befinden sich verschiedene weitere Räume. Sie alle gruppieren sich um ein offenes, zentrales Atrium. Das Innere des Neubaus macht vor allem hochinstallierte Laborflächen mit außerordentlichen Anforderungen an Kälte, absolute Dunkelheit sowie Schwingungs- und Temperaturkonstanz aus.

Fast 4 000 Quadratmeter Gründach

Während im Inneren des neuen Max-Planck-Instituts in Hamburg ganz besondere und konstante Bedingungen garantiert werden müssen, bietet sein Dach, das nun zum Sieger des Gründach-Wettbewerbs gekürt wurde, Raum für vielfältiges Leben. Denn der Neubau ist von insgesamt circa 3 870 Quadratmeter Dachfläche bedeckt, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Von diesen fast viertausend Quadratmeter ist mehr als die Hälfte begrünt.

Auf etwa 2 440 Quadratmetern gibt es eine extensive Dachbegrünung in mehrschichtiger Bauweise mit 4 cm Dränage, Filtervlies und 11 Zentimeter Extensivsubstrat. Auf den niedrigeren Terrassen und dem Aufenthaltsbereich der Mensa kommt Intensivbegrünung ebenfalls vor. Und auch der begehbare Dachgarten lebt von einem mehrschichtigen Aufbau. Hier lagern 6 cm Kunststoffdränage, Filtervlies, etwa 5 bis 45 Zentimeter Untersubstrat und 35 Zentimeter Intensivsubstrat übereinander. Darauf gedeihen verschiedene Stauden, Gräser und Gehölze.

Das Siegerobjekt auch in abendlicher Dämmerung ein „Lichtblick“. Quelle: Landschaftsarchitektur+
Der Dachgarten des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie lädt zu einer Pause ein. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Aufenthalt und Querung

Rampen und Treppen eröffnen einen Weg durch die verschiedenen Ebenen und Bereiche des grünen Dachs auf dem Max-Planck-Institut in Hamburg. Die Verbindungen wurden explizit angelegt und spielen eine große Rolle als Möglichkeit zur Durchquerung des Campus auf der Ost-West-Achse. Darüber hinaus laden verschiedene Sitzgelegenheiten entlang der geschwungenen Wege zum Innehalten ein. Hier wird der Gewinner des Gründach-Wettbewerbs zur Rückzugsfläche und zum grünen Verweilort. Damit dies auch bei Dunkelheit möglich ist, gehört ein umfassende Beleuchtungskonzept dazu. Das sorgt schließlich auch abends für eine Nutzbarkeit und eine besondere Stimmung auf dem grünen Dach.

Gewinner Gründach-Wettbewerb 2021

Das Gründach auf dem Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg spiegelt einen Trend wider. Diesen hat der Bundesverband GebäudeGrün e.V. bereits in seinem Marktreport Gebäudegrün 2021 beschrieben. Dort heisst es, dass die Flächen mit Intensivbegrünungen und damit die Nutzung von Dachflächen als Freizeit- und Wohnraum jährlich zunehmen. Während es im Jahr 2020 schon 18 Prozent der in Deutschland begrünten Dachflächen nutzbar waren, wächst die Zahl weiter.

Im diesem Sinne hat die Arbeit der Gemeinschaft aus Landschaftsarchitektur L+, Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil, von hammeskrause Architekten aus Stuttgart und dem Garten- und Landschaftsbau Klaus Hildebrandt GmbH aus Hamburg ein weiteres, wichtiges Vorbild geschaffen. Das sieht auch der Bundesverband GebäudeGrün e.V. so. Mit seinem jährlich stattfindenden Gründach-Wettbewerb will er genau solchen Beispielen Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen bringen.

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