Gewinner „BuGG-Gründach des Jahres 2021“: Das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Gewinner „BuGG-Gründach des Jahres 2021“: Das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg. Quelle: Landschaftsarchitektur+

Das Gründach des Jahres 2021 ist ausgewählt. Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. kürt das Dach des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg zum Sieger des Gründach-Wettbewerbs. Damit werden die Gründachplanung der Landschaftsarchitekt*innen von L+ und die Pflanzplanung von Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil honoriert.

Seit 2001 führt der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) einen Wettbewerb zum Gründach, zur Fassaden- und Innenraumbegrünung eines Jahres durch. Zunächst organisierte der Vorgängerverband FBB diese Auszeichnung. Seit Jahren hält nun schon der Bundesverband GebäudeGrün e.V. diese Tradition aufrecht und zeichnet jedes Jahr vorbildliche Werke aus. Dafür können die Mitglieder des Verbands realisierte Objekte einreichen. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung oder einer anderen Veranstaltung werden dann die vorbildlichsten ausgewählt. In diesem Jahr zeichnete der Gründach-Wettbewerb das Dach eines Forschungsgebäudes in Hamburg aus.

Gewinner des Gründach-Wettbewerbs

Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie nutzte der Bundesverband eine besondere Gelegenheit für Entscheidung über den Gründach-Wettbewerb 2021. Die große Zahl der Teilnehmer*innen des online durchgeführten Bundeskongresses Gebäudegrün bot schließlich gute Gelegenheit zur Abstimmung. In digitaler Form konnten die Sieger für den Wettbewerb 2021 gefunden werden. Die Wahl fiel auf die neu gestaltete und begehbare Dachbegrünung des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg.

Das Werk war vom BuGG-Mitglied Landschaftsarchitektur L+ eingereicht worden. Sie zeichnen für die Gründachplanung des Gebäudes verantwortlich. An ihrer Seite erarbeitete Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil die Pflanzplanung. Der Hochbau des Max-Planck-Instituts stammt aus der Feder von hammeskrause Architekten aus Stuttgart. Darüber hinaus lag die Ausführung der Dachbegrünung in den Händen des Garten- und Landschaftsbaus Klaus Hildebrandt GmbH aus Hamburg.

Der Neubau des Max-Planck-Instituts

Der Neubau des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg hat sich zu einem Solitär auf einem Campusgelände entwickelt. Trotz seiner herausragenden Stellung nimmt er Bezüge zu umgebenden, urbanen Strukturen auf. Zugleich ist er ordnendes Element, welches einen Vorplatz zum Center for Free-Electron Laser Science, ebenfalls ein Forschungsbau, flankiert. Der rechteckige, terrassierte Neubau des Max-Planck-Instituts basiert auf einem Raster von 120 Zentimetern. Nach außen zeigt er geschlossene Blechfassaden und geschosshohe Verglasungen. Zwischen den verdichteten Nutzflächen im Erdgeschoss und den Laboren im Obergeschoss befinden sich verschiedene weitere Räume. Sie alle gruppieren sich um ein offenes, zentrales Atrium. Das Innere des Neubaus macht vor allem hochinstallierte Laborflächen mit außerordentlichen Anforderungen an Kälte, absolute Dunkelheit sowie Schwingungs- und Temperaturkonstanz aus.

Fast 4 000 Quadratmeter Gründach

Während im Inneren des neuen Max-Planck-Instituts in Hamburg ganz besondere und konstante Bedingungen garantiert werden müssen, bietet sein Dach, das nun zum Sieger des Gründach-Wettbewerbs gekürt wurde, Raum für vielfältiges Leben. Denn der Neubau ist von insgesamt circa 3 870 Quadratmeter Dachfläche bedeckt, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Von diesen fast viertausend Quadratmeter ist mehr als die Hälfte begrünt.

Auf etwa 2 440 Quadratmetern gibt es eine extensive Dachbegrünung in mehrschichtiger Bauweise mit 4 cm Dränage, Filtervlies und 11 Zentimeter Extensivsubstrat. Auf den niedrigeren Terrassen und dem Aufenthaltsbereich der Mensa kommt Intensivbegrünung ebenfalls vor. Und auch der begehbare Dachgarten lebt von einem mehrschichtigen Aufbau. Hier lagern 6 cm Kunststoffdränage, Filtervlies, etwa 5 bis 45 Zentimeter Untersubstrat und 35 Zentimeter Intensivsubstrat übereinander. Darauf gedeihen verschiedene Stauden, Gräser und Gehölze.

Aufenthalt und Querung

Rampen und Treppen eröffnen einen Weg durch die verschiedenen Ebenen und Bereiche des grünen Dachs auf dem Max-Planck-Institut in Hamburg. Die Verbindungen wurden explizit angelegt und spielen eine große Rolle als Möglichkeit zur Durchquerung des Campus auf der Ost-West-Achse. Darüber hinaus laden verschiedene Sitzgelegenheiten entlang der geschwungenen Wege zum Innehalten ein. Hier wird der Gewinner des Gründach-Wettbewerbs zur Rückzugsfläche und zum grünen Verweilort. Damit dies auch bei Dunkelheit möglich ist, gehört ein umfassende Beleuchtungskonzept dazu. Das sorgt schließlich auch abends für eine Nutzbarkeit und eine besondere Stimmung auf dem grünen Dach.

Gewinner Gründach-Wettbewerb 2021

Das Gründach auf dem Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg spiegelt einen Trend wider. Diesen hat der Bundesverband GebäudeGrün e.V. bereits in seinem Marktreport Gebäudegrün 2021 beschrieben. Dort heisst es, dass die Flächen mit Intensivbegrünungen und damit die Nutzung von Dachflächen als Freizeit- und Wohnraum jährlich zunehmen. Während es im Jahr 2020 schon 18 Prozent der in Deutschland begrünten Dachflächen nutzbar waren, wächst die Zahl weiter.

Im diesem Sinne hat die Arbeit der Gemeinschaft aus Landschaftsarchitektur L+, Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil, von hammeskrause Architekten aus Stuttgart und dem Garten- und Landschaftsbau Klaus Hildebrandt GmbH aus Hamburg ein weiteres, wichtiges Vorbild geschaffen. Das sieht auch der Bundesverband GebäudeGrün e.V. so. Mit seinem jährlich stattfindenden Gründach-Wettbewerb will er genau solchen Beispielen Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen bringen.

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Wettbewerbsausschreibung für das ‘International Garden Festival 2019’

Jedes Jahr präsentiert das internationale Garten Festival in Quebec temporäre Gärten. Das International Garden Festival 2019 gilt als eines der Wichtigsten seiner Art in Nord Amerika. Zum 20. Jubiläum suchen die Veranstalter bis zum 20. Dezember Entwürfe, die das Festivalgelände ab Juni 2019 zeigen wird.

Das diesjährige Thema der Gärten ist „Terrain de Jeu“. Das Spielfeld oder Spielplatz soll Raum für Kreativität auf kompakten Grundstücken bieten. Innerhalb der vorgegebenen Parzellen, können sich die Teilnehmer Konzepte zu kreativem Spiel überlegen. Die Entwürfe sollen spielerisch sein, ohne dabei kindisch zu wirken, und abenteuerlich ohne dabei gefährlich zu sein. Teilnehmen können Landschaftsarchitekten, Architekten, Künstler oder interdisziplinäre Teams.

Dieses Jahr neu: Raum für junge Talente

Für die Jubiläumsausgabe des Festivals führen die Organisatoren ein Parallelprogramm für junge Designer ein. Den Sommer über bietet das Programm ein Sommercamp für experimentelle Landschaftsarchitektur. Dieser Wettbewerb ist offen für Studenten unterschiedlichster Fächer.

Interessenten haben bis zum 20. Dezember 2018 Zeit Ihre Entwürfe einreichen. Mehr Informationen zu den beiden Wettbewerben finden Sie hier.

 

Weißenhofsiedlung IBA’27 – 1. Platz gekürt

Der Lageplan der Weißenhofsiedlung zeigt die neue Platzsituation vor dem Empfangsgebäude anlässlich der IBA'27. (Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart)
Die Sieger*innen des Wettbewerbs zur Weissenhofsiedlung IBA27 stehen fest: Der erste Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft Schmutz & Partner. Der Lageplan © (Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart)

Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart feiert 2027 ihr 100-jähriges Jubiläum. Grund, für die Landeshauptstadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg sowie die IBA’27 Stuttgart einen offenen internationalen Ideenwettbewerb auszuloben. Die beste Antwort auf die Frage „Wie sieht das große Bild für die nächsten 100 Jahre aus?“ kam von der Arbeitsgemeinschaft Schmutz & Partner Freie Architekten Innenarchitekten PartG mbB mit Scala Freie Architekten Stadtplaner und Pfrommer + Roeder GbR. Wir verraten, was Sie über das Projekt der Erstplatzierten wissen sollten.

Wettbewerb Weißenhofsiedlung ist entschieden

Es ist eine namhafte Nachbarschaft, in welcher der Wettbewerb Weißenhof ausgetragen wurde. Das 1927 vom Deutschen Werkbund errichtete Areal erlangte weltweite Bekanntheit. Der Werkbund hatte durch sein Verständnis des Neuen Wohnens Maßstäbe gesetzt. Genau 100 Jahre später findet nun wieder die internationale Bauausstellung in Stuttgart statt – die IBA’27 Stuttgart. Folglich lobte die Stadt Anfang des Jahres den Weißenhofsiedlung Wettbewerb 2027 aus. Nun prämierte die Jury die besten Entwürfe. Dabei vergab das Preisgericht insgesamt fünf Preise. Weiterhin zwei Anerkennungen. Als Erstplatzierte konnte sich die Arbeitsgemeinschaft Schmutz & Partner Freie Architekten Innenarchitekten PartG mbB mit Scala Freie Architekten Stadtplaner und Pfrommer + Roeder GbR durchsetzen. Die Büros haben ihren Sitz in Stuttgart. Somit dürfte es eine besondere Ehre sein, an diesem bedeutsamen Ort der eigenen Stadt zu wirken. Ziel des Wettbewerbs war es, eine zeitgemäße städtebauliche Entwicklung für die Weißenhofsiedlung samt Umfeld zu finden. Zum Jubiläum sollen die Zukunftsvisionen realisiert werden.

Lageplan © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart
Lageplan © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart

Komplexe Wettbewerbsaufgabe im Bestand

Die Aufgabe ist dabei durchaus komplex. Das Ensemble ist denkmalgeschützt. Folglich dürfen die Bauten nicht verändert werden. Gleichzeitig ist die Siedlung dem erwarteten Besucher*innenansturm bei der IBA nicht gewachsen. Andreas Hofer, Intendant der IBA’27, spricht sowohl von logistischen als auch baukulturellen Herausforderungen. Weiterhin betont er, dass die Entwicklung des Weissenhof-Areals für alle Beteiligten eine Herzensangelegenheit sei. Der Wettbewerb wurde international ausgelobt. Tatsächlich schafften es aber vor allem lokale Planungsbüros in die engere Auswahl. Allen voran Schmutz & Partner und Co. Denn ihnen gelang es, die kleinteiligen Strukturen der Weißenhofsiedlung mit einer großzügigen Empfangssituation zusammen zu bringen. Dabei spielte der Einbezug des Umfeldes eine wesentliche Rolle. Für die angrenzende Akademie der Bildenden Künste ist eine Erweiterung durch ein Empfangs- sowie Besucher*innenzentrum vorgesehen. So wird ein neuer Ankunftspunkt Orientierung am Killesberg schaffen. Durch diesen Ansatz überzeugte der Entwurf. 

Mehr zur Werkbundsiedlung, ihrer Geschichte dem Ideenkonzept sowie den 17 Architekten erfahren Sie bei unseren Kolleg*innen des BAUMEISTER: Weißenhofsiedlung Stuttgart.

Visualisierung des Empfangs- und Besucherzentrums © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart
Visualisierung des Empfangs- und Besucherzentrums © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart

Entwicklung im Sinne des Genius loci der Weissenhofsiedlung

Nach der Prämierung stehen nun weitere Debatten an. Andreas Hofer hält den prämierten Entwurf für eine gute Basis. An die Jury-Entscheidung werden freiräumliche, ökologische, vernehmliche sowie denkmalpflegerische Diskussionen anschließen. So soll aus dem historischen Bestand und den neuen Bausteinen ein sinniges Gefüge entstehen. Prof. Kai Fischer, Leiter der Abteilung Vermögen und Hochbau im Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg, spricht von einer Fortschreibung des genius loci. Auch Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt bei der Landeshauptstadt Stuttgart, ist überzeugt, mit dem erstplatzierten Entwurf die passende Vision gefunden zu haben. Insbesondere der öffentliche Raum wird zukünftig eine wesentliche Rolle spielen. Durch die Einführung einer Anlieger*innen-Regelung an der südlichen Zufahrt Am Weißenhof, kann sich ein Platzcharakter etablieren. Ein angrenzender Boulevard gibt überdies spannungsvolle Blicke in den Talkessel frei. Auch innerhalb der Bestandssiedlung werden neue Sichtbeziehungen inszeniert. Eine Wegeverbindung an der Nordseite des LeCorbusier-Doppelhauses generiert spannende Blickbezüge. 

Empfangsgebäude als Gelenkpunkt

Durch die Reduzierung des Straßenquerschnitts ergeben sich boulevardhafte Erweiterungen im Stadtraum. Weiterhin entsteht vor der Brenzkirche ein ausgeweiteter Vorplatz. Die größte Baumaßnahme des Projektes stellt der Neubau an der Nordwestecke des Akademiegeländes dar. Ein Gebäuderiegel entlang der Altbauerweiterung wird den bisherigen Keramik- und Bildhauerbau ersetzen. Darüberhinaus dienen mit Glas überdachte Zwischenbereiche als Kommunikationsorte.

Auch der sechsgeschossige Neubau für die Fachgruppe Wissenschaft spielt mit der Kombination aus geschlossen und offenen Räumen. So erhält der Komplex öffentliche sowie halböffentliche Bereiche. Als wichtigstes Gelenk zwischen Stadt, Siedlung und Akademie wird das Empfangsgebäude fungieren. Dafür entsteht ein stufenförmiger, überdachter Eingangsbereich, der zur Stadt hin als Attraktor lockt. Das Gebäude selbst wird mit transparenten Fassaden gestaltet. So wirkt die Weißenhofsiedlung in den Innenraum ein. Vier Aussichtsplateaus dienen zum Aufenthalt und können überdies als Experiemtierflächen genutzt werden. Das Empfangsgebäude dient als offene Anlaufstelle für Besucher*innen, besonders anlässlich der IBA’27. Gleichzeitig gelingt damit ein sanfter Übergang zum intimeren Akademiebereich. 

Schnitt: Empfangsgebäude - Platz Campus - Atrium Neubau © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart
Schnitt: Empfangsgebäude – Platz Campus – Atrium Neubau © Entwurf: Schmutz & Partner mit Scala und Pfrommer + Roeder, alle Stuttgart

Spannender Prozess zur IBA’27 steht an

Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs war keine einfache. Denn ein respektvoller Umgang mit dem Bestand der Weißenhofsiedlung war gefordert. Darüberhinaus galt es, einen zukunftsweisenden, innovativen Funken zu entfachen. 35 Teams aus acht Ländern stellten sich schließlich der Herausforderung. Folglich hatte das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Dörte Gatermann eine Vielfalt an Arbeiten zu bewerten. Der Entwurf von Schmutz & Partner und Co. reagierte auf die heterogene Bestandssituation selbstbewusst, aber angemessen. Der Arbeitsgemeinschaft gelang es laut Jury, an den richtigen Orten bauliche Akzente zu setzen. Auch die Aufwertung des öffentlichen Raumes durch neue Platzbereiche, inszenierte Aussichtspunkte, Stadtbalkone, Bänke sowie Baumgruppen überzeugte.

Durch den Ideenwettbewerb ist nun die städtebauliche Grundlage für nachfolgende Bauvorhaben geschaffen. 100 Jahre nach Errichtung der Weißenhofsiedlung Stuttgart wird sich diese durch das Wettbewerbsergebnis weiterentwickeln. Als Orientierung dient der historische Geist von damals. Die Implementierung der neuen Ideen stößt einen spannenden Prozess an. 

Ein weiteres IBA’27 Projekt ist übrigens das Postareal Böblingen. Alles was Sie zum Siegerentwurf vom Büro Gutiérrez aus Madrid in Zusammenarbeit mit UTA Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart wissen müssen, erfahren Sie hier.