Eine Aufnahme zeigt die Loretto-Kaserne im Jahr 1917.

Die Postkarte von 1917 zeigt die „Neue Kaserne“

In der Stadtplanung beschreibt der Begriff der Konversion „die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirtschafts- und Naturkreislauf oder die Nutzungsänderung von Gebäuden“. Was das genau bedeutet sowie die bekanntesten Beispiele gelungener Konversion lesen Sie hier.

Zugegeben: Die obige Begriffsdefinition für die Konversion in der Stadtplanung ist zwar komplett, aber auch ein wenig sperrig. In der Praxis geht es bei Konversionen meist um die Umnutzung stillgelegter militärischer Anlagen für zivile Zwecke. Aus Kaserne mach Wohngebiet, sozusagen. Sie machen zwar den größten Teil der bundesweiten Konversionsflächen aus, aber nicht nur ehemalige militärische Infrastruktur, Militärbasen, Flug- und Truppenübungsplätze erfahren ihre Nutzungsänderungen.

Auch im zivilen Kontext wird konvertiert, wie etwa die Hamburger HafenCity zeigt, bei der aus dem ehemaligen Areal des Freihafens bis zum Anfang der 2030er-Jahre ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten entstehen wird. Stillgelegte Bahnhöfe und Gleiskörperanlagen sind ebenfalls mögliche Konversionsobjekte. Beispiele für eine solche Art der Konversion sind die ehemaligen Güterbahnhöfe von Coburg und Offenbach. Aktuell wandeln sich diese Flächen zu einem Wissenschafts- und Technikzentrum, beziehungsweise einem Wohngebiet.

Konversion betrifft häufig Militärstandorte

Dass der Begriff „Konversion“ häufig dennoch synonym für „Militärkonversion“ steht, liegt daran, dass in den letzten zehn Jahren immer mehr Militärstandorte, vor allem der Bundeswehr und der US-Armee, geschlossen wurden und nun an die Kommunen zurückfallen können. Das bietet große Chancen, aber zieht unter Umständen aber auch große Bürden nach sich. Nicht jede Gemeinde sieht sich daher in der Lage, eine Konversion überhaupt zu stemmen.

Oft geht es um riesige Flächen, nicht selten größer als der Stadtkern selbst, die nicht mal eben von heute auf morgen weiterentwickelt werden können. Schließt ein Militärstandort, trifft das die entsprechende Gemeinde durch den Abzug von Armeepersonal direkt finanziell. Geht es bei der Konversion etwa um Flächen der Bundeswehr, muss die betreffende Gemeinde diese der verwaltenden Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zunächst einmal zu marktüblichen Preisen abkaufen, wenn sie diese nutzen will. Das überfordert viele Gemeinden, die jetzt ja ohnehin wegen der abziehenden Bürger*innen auf Teile ihrer Steuereinnahmen verzichten müssen.

Große Aufgaben – große Chancen

Die Chancen einer urbanen Konversion sind jedoch groß. Gelingt sie, können aus den meist großflächigen Brachflächen in guter Lage attraktive Wohn- und Geschäftsviertel mit ausgezeichnetem Erholungswert werden. „Filetstücke“ werden diese genannt. So zeigt das Beispiel des 380 Hektar großen Areals des Erdinger Fliegerhorstes, dass es ehemalige Militärliegenschaften gibt, auf denen bereits alte, parkähnliche Baumbestände stehen, die sozusagen nur darauf warten, demnächst zum Nacherholungsziel zu werden. Ergänzt mit neuen Wohngebieten können so im Idealfall relativ schnell und unkompliziert neue und grüne Stadtteile entstehen. Somit verdichtet sich auch die Stadtstruktur. Vor dem Hintergrund der grassierenden Wohnungskrise mit über einer halben Million fehlender Wohneinheiten ist das auch dringend notwendig.

Gelungene Konversion: drei Beispiele

Wie sieht Konversion also in der Praxis aus? Wir stellen Ihnen im folgenden drei Beispiele gelungener oder vielversprechend geplanter Konversion vor:

Tübingen

Ein Beispiel für gelungene Konversion militärischer Liegenschaften ist Tübingen. Im Südosten der Innenstadt wurden seit dem Abzug der französischen Streitkräfte 1991 die Flächen der Hindenburg- und Loretto-Kaserne im Französischen Viertel konvertiert. Nachdem Tübingen die Kasernenflächen zunächst günstig, damals nämlich noch zum „entwicklungsunbeeinflussten Wert“, von der Bundesrepublik erworben und erschlossen hatte, verkaufte die Stadt die Bauplätze an Baugemeinschaften, die hier bis 2008 zwei neue Stadtteile entstehen ließen.

Konversion betrifft häufig Militärstandorte

Dass der Begriff „Konversion“ häufig dennoch synonym für „Militärkonversion“ steht, liegt daran, dass in den letzten zehn Jahren immer mehr Militärstandorte, vor allem der Bundeswehr und der US-Armee, geschlossen wurden und nun an die Kommunen zurückfallen können. Das bietet große Chancen, aber zieht unter Umständen aber auch große Bürden nach sich. Nicht jede Gemeinde sieht sich daher in der Lage, eine Konversion überhaupt zu stemmen.

Oft geht es um riesige Flächen, nicht selten größer als der Stadtkern selbst, die nicht mal eben von heute auf morgen weiterentwickelt werden können. Schließt ein Militärstandort, trifft das die entsprechende Gemeinde durch den Abzug von Armeepersonal direkt finanziell. Geht es bei der Konversion etwa um Flächen der Bundeswehr, muss die betreffende Gemeinde diese der verwaltenden Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zunächst einmal zu marktüblichen Preisen abkaufen, wenn sie diese nutzen will. Das überfordert viele Gemeinden, die jetzt ja ohnehin wegen der abziehenden Bürger*innen auf Teile ihrer Steuereinnahmen verzichten müssen.

Große Aufgaben – große Chancen

Die Chancen einer urbanen Konversion sind jedoch groß. Gelingt sie, können aus den meist großflächigen Brachflächen in guter Lage attraktive Wohn- und Geschäftsviertel mit ausgezeichnetem Erholungswert werden. „Filetstücke“ werden diese genannt. So zeigt das Beispiel des 380 Hektar großen Areals des Erdinger Fliegerhorstes, dass es ehemalige Militärliegenschaften gibt, auf denen bereits alte, parkähnliche Baumbestände stehen, die sozusagen nur darauf warten, demnächst zum Nacherholungsziel zu werden. Ergänzt mit neuen Wohngebieten können so im Idealfall relativ schnell und unkompliziert neue und grüne Stadtteile entstehen. Somit verdichtet sich auch die Stadtstruktur. Vor dem Hintergrund der grassierenden Wohnungskrise mit über einer halben Million fehlender Wohneinheiten ist das auch dringend notwendig.

Gelungene Konversion: drei Beispiele

Wie sieht Konversion also in der Praxis aus? Wir stellen Ihnen im folgenden drei Beispiele gelungener oder vielversprechend geplanter Konversion vor:

Tübingen

Ein Beispiel für gelungene Konversion militärischer Liegenschaften ist Tübingen. Im Südosten der Innenstadt wurden seit dem Abzug der französischen Streitkräfte 1991 die Flächen der Hindenburg- und Loretto-Kaserne im Französischen Viertel konvertiert. Nachdem Tübingen die Kasernenflächen zunächst günstig, damals nämlich noch zum „entwicklungsunbeeinflussten Wert“, von der Bundesrepublik erworben und erschlossen hatte, verkaufte die Stadt die Bauplätze an Baugemeinschaften, die hier bis 2008 zwei neue Stadtteile entstehen ließen.

Französisches Viertel in Tübingen ist deutsches Vorzeigeprojekt der Konversion

Auf dem zehn Hektar großen Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne, dem eigentlichen Französischen Viertel, wohnen heute rund 2 400 Menschen, von denen viele in den circa 150 klein- und mittelständischen Unternehmen vor Ort arbeiten. Die erhaltenswerten Kasernenbauten wurden dazu im Zuge der Konversion saniert und durch Annehmlichkeiten wie Aufzüge, Balkone oder Wintergärten ergänzt. Hinzu kamen Neubauten mit bis zu fünf Geschossen, die eine betont heterogene Architektur aufweisen und den Grundstein für ein buntes und abwechslungsreiches Viertel legen.

Auf dem Areal der ehemaligen Loretto-Kasernen entstand ein kleinteiliges und dichtes Viertel von sieben Hektar Fläche. Auch hier wurden vorhandene Gebäude umgenutzt und durch eine Neubebauung ergänzt. Dabei reicht die Vielfalt der Gebäude vom kleinen Stadthaus bis zum Wohnblock. Auf die 1 000 Anwohner*innen des Viertels kommen etwa 100 Betriebe, die 500 Arbeitsplätze bereitstellen.

Diese beiden Tübinger Konversionsprojekte erregten internationales Aufsehen und wurden mit insgesamt zehn Städtebaupreisen und Auszeichnungen aus dem In- und Ausland bedacht. 2002 gewann Tübingen gar den Europäischen Städtebaupreis in der Kategorie „Conversion and Renewal“ und damit die höchsten Ehren, die Stadtplanung in Europa zuteil werden kann. Und noch bis heute beeindruckt die Konversion des Französischen Viertels in Tübingen. 2020 erhielt die Stadt den Sonderpreis „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Für diese Auszeichnung werden insgesamt 58 ehemalige Preisträgerprojekte aus den Jahren 1980 bis 2010 wiederholt bewertet.

Mannheim

In dem folgenden Film wird über die Zukunft des Benjamin-Franklin-Village in Mannheim nachgedacht. Zudem können Sie sich einen Einblick über das Areal verschaffen.

Um sagenhafte 500 Hektar im Stadtgebiet verteilte Konversionsfläche geht es in Mannheim. Hier entstehen eine Vielzahl von Bauprojekten auf acht ehemaligen Kasernenstandorten der US-Armee. Eines von ihnen ist das Franklin, ein neues Stadtquartier. Es entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Army-Wohnsiedlung Benjamin-Franklin Village sowie der Funari- und Sullivan-Kasernen. Die Gesamtfläche von Franklin beträgt über 140 Hektar und ist damit in etwa so groß wie die Mannheimer Innenstadt. Ein Teil davon wird Gewerbegebiet mit Platz für großflächigen Einzelhandel werden. Die restlichen Flächen werden zu neuen Wohngebieten. Bis 2025 soll das Projekt fertiggestellt sein und dann bis zu 9 000 Menschen Platz bieten. 40 Prozent der Fläche des Franklin-Stadtquartiers werden dabei öffentlicher Frei- und Grünraum.

Trier

Französisches Viertel in Tübingen ist deutsches Vorzeigeprojekt der Konversion

Auf dem zehn Hektar großen Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne, dem eigentlichen Französischen Viertel, wohnen heute rund 2 400 Menschen, von denen viele in den circa 150 klein- und mittelständischen Unternehmen vor Ort arbeiten. Die erhaltenswerten Kasernenbauten wurden dazu im Zuge der Konversion saniert und durch Annehmlichkeiten wie Aufzüge, Balkone oder Wintergärten ergänzt. Hinzu kamen Neubauten mit bis zu fünf Geschossen, die eine betont heterogene Architektur aufweisen und den Grundstein für ein buntes und abwechslungsreiches Viertel legen.

Auf dem Areal der ehemaligen Loretto-Kasernen entstand ein kleinteiliges und dichtes Viertel von sieben Hektar Fläche. Auch hier wurden vorhandene Gebäude umgenutzt und durch eine Neubebauung ergänzt. Dabei reicht die Vielfalt der Gebäude vom kleinen Stadthaus bis zum Wohnblock. Auf die 1 000 Anwohner*innen des Viertels kommen etwa 100 Betriebe, die 500 Arbeitsplätze bereitstellen.

Diese beiden Tübinger Konversionsprojekte erregten internationales Aufsehen und wurden mit insgesamt zehn Städtebaupreisen und Auszeichnungen aus dem In- und Ausland bedacht. 2002 gewann Tübingen gar den Europäischen Städtebaupreis in der Kategorie „Conversion and Renewal“ und damit die höchsten Ehren, die Stadtplanung in Europa zuteil werden kann. Und noch bis heute beeindruckt die Konversion des Französischen Viertels in Tübingen. 2020 erhielt die Stadt den Sonderpreis „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Für diese Auszeichnung werden insgesamt 58 ehemalige Preisträgerprojekte aus den Jahren 1980 bis 2010 wiederholt bewertet.

Mannheim

In dem folgenden Film wird über die Zukunft des Benjamin-Franklin-Village in Mannheim nachgedacht. Zudem können Sie sich einen Einblick über das Areal verschaffen.

Um sagenhafte 500 Hektar im Stadtgebiet verteilte Konversionsfläche geht es in Mannheim. Hier entstehen eine Vielzahl von Bauprojekten auf acht ehemaligen Kasernenstandorten der US-Armee. Eines von ihnen ist das Franklin, ein neues Stadtquartier. Es entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Army-Wohnsiedlung Benjamin-Franklin Village sowie der Funari- und Sullivan-Kasernen. Die Gesamtfläche von Franklin beträgt über 140 Hektar und ist damit in etwa so groß wie die Mannheimer Innenstadt. Ein Teil davon wird Gewerbegebiet mit Platz für großflächigen Einzelhandel werden. Die restlichen Flächen werden zu neuen Wohngebieten. Bis 2025 soll das Projekt fertiggestellt sein und dann bis zu 9 000 Menschen Platz bieten. 40 Prozent der Fläche des Franklin-Stadtquartiers werden dabei öffentlicher Frei- und Grünraum.

Trier

Bereits seit Mitte der 90er-Jahre betreibt Trier eifrig die Konversion von über 40 militärischen Einzelflächen auf über 630 Hektar in Wohn-, Gewerbe und Erholungsgebiete. Mit ungefähr 70 Hektar ist der östlich der Innenstadt gelegene Petrisberg, auf dem sich früher ein Militärkomplex befand, die größte und vielleicht auch bekannteste Konversionsfläche Triers. Seit seiner Umgestaltung 2004 im Rahmen der damaligen Landesgartenschau ist der Petrisberg heute ein gemischtes Stadtgebiet zum Wohnen und Arbeiten. Neben einer neuen Universität gibt es hier auch ungefähr 180 Unternehmen. Unter anderem aus den Bereichen der Forschung und Wissenschaft, die mehr als 1000 Mitarbeiter*innen beschäftigen und den sogenannten „Wissenschaftspark“ bilden.

Mehr Informationen zu aktuellen Konversionsprojekten in Deutschland erhalten Sie beispielsweise auf der Webseite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Haben Sie Interesse an weiterem Stadtplanungs-Backgroundwissen? Hier erfahren Sie alles zum Begriff der Landschaft.

Bereits seit Mitte der 90er-Jahre betreibt Trier eifrig die Konversion von über 40 militärischen Einzelflächen auf über 630 Hektar in Wohn-, Gewerbe und Erholungsgebiete. Mit ungefähr 70 Hektar ist der östlich der Innenstadt gelegene Petrisberg, auf dem sich früher ein Militärkomplex befand, die größte und vielleicht auch bekannteste Konversionsfläche Triers. Seit seiner Umgestaltung 2004 im Rahmen der damaligen Landesgartenschau ist der Petrisberg heute ein gemischtes Stadtgebiet zum Wohnen und Arbeiten. Neben einer neuen Universität gibt es hier auch ungefähr 180 Unternehmen. Unter anderem aus den Bereichen der Forschung und Wissenschaft, die mehr als 1000 Mitarbeiter*innen beschäftigen und den sogenannten „Wissenschaftspark“ bilden.

Mehr Informationen zu aktuellen Konversionsprojekten in Deutschland erhalten Sie beispielsweise auf der Webseite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Haben Sie Interesse an weiterem Stadtplanungs-Backgroundwissen? Hier erfahren Sie alles zum Begriff der Landschaft. Mehr zum Aufgabenfeld der Stadtplanung gibt es hier.

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Was Forscher voraussagen, ist erschreckend: 2050 sollen mehr Tonnen Plastikmüll im Ozean schwimmen als Fische. Eine Initiative in Rotterdam bietet den Ansatz einer Lösung: Inseln aus recyceltem Plastik. Die Inseln filtern Abfall aus dem Fluss.

Die Neue Maas fließt 24 Kilometer lang durch die Niederlande. Der Flussarm entspringt dem Rheindelta. Er bildet einen wichtigen Handelsweg und passiert Rotterdam, dem drittgrößten Hafen der Welt. Bei Hock van Holland mündet der Fluss in der Nordsee. Seit dem 4. Juli 2018 schwimmen 28 Hexagone auf der Neuen Maas in Rotterdam. Manche der schwimmenden Inseln sind begrünt, auf anderen sitzen Passanten in der Sonne. Unter der Wasseroberfläche erfüllen die Inseln eine wichtige Aufgabe: Sie filtern Plastikabfall aus dem Gewässer. Das Projekt entwickelte die Recycled Island Foundation in Zusammenarbeit mit der Stadt Rotterdam. Nun testet die Stiftung in einem Zeitraum von anderthalb Jahren die Müllfallen, um sie gegebenenfalls zu optimieren. 

Abfallfallen

Die Recycled Island Foundation hat drei Inselgruppen entwickelt. Der Strom der Maas spült den Abfall in die Fallen. Sie sind so konzipiert, dass der Müll auch gefangen bleibt, wenn sich die Stromrichtung ändert. Die Stiftung leert die Inseln regelmäßig. Dann sortieren sie den Plastikfang nach reinen Materialen, um sie anschließend zu recyceln. Aus dem neu entstandenen Plastik gießt die Stiftung neuen Hexagone. 

Plastikbrühe

Flaschen, Einweggeschirr, Mülltüten gelangen über Flüsse in die Weltmeere. Der Initiator der Recycled Islands Foundation Ramon Knoester erklärt, dass weniger Abfall in den innerstädtischen Gewässern sich deshalb direkt auf die Weltmeere auswirkt. Rotterdam soll ein Beispiel für weitere Hafenstädte weltweit sein. 

 

Alle Bilder von der Recycled Island Foundation.

Naturkatastrophe: Auftreten, Ursachen & Vorsorge

Naturkatastrophen wie Tornados oder Fluten zählen schon lange nicht mehr zu Ausnahmefällen. Credit: Unsplash

Naturkatastrophen sind extreme Ereignisse, die das Leben von Menschen und die Umwelt erheblich beeinflussen können. Sie umfassen eine Vielzahl von Phänomenen wie Fluten, Starkregen, Dürre und Stürme. Ihre Ursachen sind komplex und reichen von natürlichen geophysikalischen Prozessen bis hin zu menschlichen Einflüssen. In diesem Artikel analysieren wir die Entstehung solcher Katastrophen, ihre regionale Manifestation und Maßnahmen zur Risikominderung.

Arten von Naturkatastrophen und ihre Ursachen

  1. Fluten und Starkregen

   – Natürliche Ursachen: Intensive Niederschläge, Schneeschmelze oder Sturmfluten können zu Überflutungen führen. Flüsse treten über ihre Ufer, wenn ihre Kapazitäten durch extreme Wetterereignisse überschritten werden.

   – Anthropogene Ursachen: Urbanisierung ohne ausreichende Entwässerungssysteme, Versiegelung von Böden und Entwaldung verstärken die Auswirkungen. Klimawandel führt zu häufigeren und intensiveren Niederschlagsereignissen.

  1. Dürre

   – Natürliche Ursachen: Lang anhaltende Perioden ohne signifikante Niederschläge, verursacht durch natürliche Klimaschwankungen wie El Niño.

   – Anthropogene Ursachen: Übermäßige Wasserentnahme für Landwirtschaft, Industrie und Haushalte sowie die Zerstörung von Ökosystemen, die Wasser speichern, wie Wälder und Feuchtgebiete.

  1. Stürme

   -Natürliche Ursachen: Tropische Wirbelstürme, Hurrikane und Tornados entstehen durch spezifische klimatische Bedingungen wie warme Meeresoberflächen und atmosphärische Instabilität.

   – Anthropogene Ursachen: Der Klimawandel erhöht die Temperatur der Ozeane, was zu stärkeren und häufigeren Stürmen führt.

Regionale Unterschiede bei Naturkatastrophen

Naturkatastrophen manifestieren sich je nach geografischer Lage unterschiedlich:

Asien: Besonders anfällig für tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdbeben. Länder wie Bangladesch sind aufgrund niedriger Küstenlagen stark betroffen.

Afrika: Dürre ist eine der häufigsten Katastrophen, insbesondere in der Sahelzone, wo der Klimawandel bestehende Wasserknappheiten verschärft.

Europa: Starkregen und Fluten treten häufiger auf, insbesondere in urbanisierten Gebieten.

Nord- und Südamerika: Hurrikane und Waldbrände sind häufige Phänomene, insbesondere in den USA und Brasilien.

Vorbereitung und Risikomanagement

  1. Frühwarnsysteme

   – Wettervorhersage und Monitoring: Moderne Technologien wie Satellitenüberwachung und Echtzeitdatenanalyse helfen, Wetterextreme frühzeitig zu erkennen.

   – Alarmierungssysteme: Mobile Benachrichtigungen, Sirenen und Radiosysteme informieren die Bevölkerung rechtzeitig.

  1. Präventive Infrastrukturmaßnahmen

   – Flutschutz: Dämme, Rückhaltebecken und verstärkte Deiche schützen gegen Überschwemmungen.

   – Trockenheitsresilienz: Aufbau von Wasserspeichern und Nutzung effizienter Bewässerungssysteme reduzieren die Auswirkungen von Dürre.

   – Sturmschutz: Widerstandsfähige Gebäude, unterirdische Stromleitungen und robuste Schutzwälle.

  1. Risikomanagement

   – Gefahrenkartierung: Identifizierung und Bewertung von Risikogebieten.

   – Notfallpläne: Entwicklung von Evakuierungsplänen und Bereitstellung von Hilfsgütern.

   – Aufklärung der Bevölkerung: Schulungen und Informationskampagnen zur Vorbereitung auf Notfälle.

Resilienzsteigerung: Strategien für Städte und Länder

Um die Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen zu erhöhen, müssen Städte und Länder langfristige Strategien entwickeln:

  • Grüne Infrastruktur: Aufforstung, Renaturierung von Flussläufen und Schaffung von Feuchtgebieten verbessern die natürliche Wasserregulierung.
  • Klimaangepasste Stadtplanung: Urbane Gebiete sollten mit durchlässigen Böden, Hochwasserschutz und Notunterkünften ausgestattet sein.
  • Internationale Zusammenarbeit: Der Austausch von Wissen, Technologien und Ressourcen hilft besonders gefährdeten Regionen, sich besser vorzubereiten.
  • Finanzielle Absicherung: Katastrophenfonds und Versicherungen mindern wirtschaftliche Verluste.

Fazit

Naturkatastrophen sind ein integraler Bestandteil unseres Planeten, werden jedoch durch menschliche Eingriffe und den Klimawandel zunehmend intensiver und häufiger. Durch vorausschauendes Risikomanagement, den Einsatz moderner Technologien und die Anpassung an klimatische Gegebenheiten können die Auswirkungen solcher Katastrophen erheblich reduziert werden. Es liegt in der Verantwortung von Regierungen, Organisationen und Individuen, gemeinsam an der Resilienz unserer Gesellschaft zu arbeiten.

Mehr zum Thema und unserer Kampagne STOP THE FLOOD hier