Hauptpreis beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022: Im Prinz Eugen Park in München verschmelzen Freiraum und Wohnraum miteinander. © Laura Loewel
Hauptpreis beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022: Im Prinz Eugen Park in München verschmelzen Freiraum und Wohnraum miteinander. © Laura Loewel

Am Freitag, den 11. November, fand die Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 in München statt. Zum zweiten Mal kürt der bdla Landesverband Bayern innovative Projekte und Planungen in Bayern, die Landschaftsarchitekt*innen in den letzten fünf Jahren umsetzten. Der Prinz-Eugen-Park in München von Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten war der Sieger des Abends.

Zum zweiten Mal vergab der bdla Landesverband Bayern den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis. Neben dem Hauptpreis würdigte er auch fünf Projekte in vorgegebenen Kategorien. Unter ihnen waren nicht nur „klassische“ Arbeitsfelder der Landschaftsarchitektur wie Spiel und Freizeit oder Bauwerksbegrünung, sondern auch Themen wie Experimentelle Landschaftsarchitektur oder Urbanität. Die Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 fand am 11. November im Oberangertheater in München statt. Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr Stadtbaurätin Elisabeth Merk inne.

Prinz-Eugen-Park erhält Hauptpreis und Anerkennung

Das Projekt „Prinz-Eugen-Park“ von Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten erhielt an dem Freitagabend nicht nur den Hauptpreis, sondern auch die Anerkennung in der Kategorie „Bauwerksbegrünung und Biodiversität“. Für die Biodiversitätsplanung und -pflanzung waren Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen von „Die Naturgartenplaner“ zuständig und somit maßgeblich am Projekt beteiligt. Der Prinz-Eugen-Park, ein Wohnungsbauprojekt in München, fange den Geist unserer Zeit ein, so die Jury des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis. Sie hob vor allem die Beteiligung der Bewohner*innen am Arbeits- und Planungsprozess hervor. Beim Anpflanzen und dem Pflegen der Grünanlagen packen die Bewohner*innen selbst mit an. Der Prinz-Eugen-Park verkörpere ein ideales Zusammenleben in der Stadt und im Einklang der Natur.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: liebald + aufermann landschaftsarchitekten & stadtplaner
  • Biodiversitätskonzept, Pflanzplanung sowie Pflanzungen, Ansaaten und Entwicklungspflege mit Bürgerbeteiligung: Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen (Die Naturgartenplaner)
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: mehrere Genossenschaften und Baugemeinschaften
  • Zeitraum: 2017 bis 2020

Auszeichnungen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022

In der Kategorie „Grüne und Blaue Infrastruktur“ wurde das Wörnitz Flussfreibad in Oettingen ausgezeichnet. Dem Dresdner Büro Storch Landschaftsarchitektur sei es gemeinsam mit Jordan Balzer Schubert Architekten gelungen, bestehende Elemente in die neue Gestaltung des Flussbades zu integrieren, so die Jury. Entstanden sei ein Ort, an dem sich Jung und Alt entspannen können.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Storch Landschaftsarchitektur, Jordan Balzer Schubert Architekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Stadt Oettingen in Bayern
  • Zeitraum: 2016 bis 2020
Das Wörnitz Flussfreibad in Öttingen, Foto © Laura Loewel
Das Wörnitz Flussfreibad in Öttingen, Foto © Laura Loewel

Das Container Collective in München wurde mit der Auszeichnung in der Kategorie „Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail“ gewürdigt. Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten entwarfen mit dem Container Collective eine Low Budget-Lösung für das Werksviertel. Die „Pop Up City“ sei ein ausgezeichnetes Experiment für eine erfrischende Stadtintervention, so die Jury.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: OTEC GmbH & Co.KG
  • Zeitraum: 2016 bis 2019

Der Landschaftspark Paul-Gerhardt-Allee in München erhielt den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 in der Kategorie „Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport“. Als sehr gelungene Raumkomposition des Büros lohrer:hochrein lobte die Jury das Projekt. Den Landschaftsarchitekt*innen gelang es den Erholungsraum des umliegenden Wohnungsgebiets von den Emissionen der Bahn abzuschirmen.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: lohrer:hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Aurelis Real Estate, ARTEC Wohnbau
  • Zeitraum: 2017 bis 2019

In der Kategorie „Urbanität, Bestand, Stadt und Platz“ wurde beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 ein Projekt ausgezeichnet, das sich dem Thema „Wasser“ widmet. Das Büro Marlene Heichele Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten nahm sich der Aufgabe an, in Regensburg Hochwasserschutz funktional und ästhetisch umzusetzen.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Marlene Heichele Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Stadt Regensburg
  • Zeitraum: 2014 bis 2019

Alle Nominierungen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 finden Sie hier.

Hochwasserschutz in Regensburg-Donaumarkt, Foto: © Laura Loewel
Hochwasserschutz in Regensburg-Donaumarkt, Foto: © Laura Loewel
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Die Sphäre „Wasser“

Die Sphäre „Wasser“ (Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH)

In zwei Jahren lädt Kirchheim in Bayern zur Landesgartenschau ein. Dann ist der neue, zehn Hektar große Park fertig, der Raum für Erholung und Spiel im Grünen bieten soll. Darüber hinaus soll der neue Ortspark die bislang räumlich getrennten Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden.

Der neue Ortspark in Kirchheim wird Heimat für viele heimische Baumarten sein, die im Wechsel mit sogenannten Klimabäumen stehen. Letztere sind den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen und entsprechend resilient. Das ist wichtig. Denn der neue Park, der im Rahmen der Landesgartenschau Kirchheim derzeit wächst, wird ein dauerhaftes grünes Band bilden. Dieses wird die Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden. Zukünftig kommen hier also viele Generationen aus beiden Ortsteilen zusammen. Sie wachsen regelrecht zusammen.

Die Pflanzen auf der Landesgartenschau

Die Pflanzkonzept für den neuen Park in Kirchheim haben die Landschaftsarchitetkt*innen vom Büro SINAI erarbeitet. Dabei war ihnen wichtig, dass klimaresiliente und heimische Bäume in Balance stehen. Sie nennen ihr Konzept für die Landesgartenschau Kirchheim: Gemischtes Doppel. Damit verweist SINAI darauf, dass jede klassische, heimische Baumart ein Gegenüber aus dem Repertoire der Klimabaumarten bekommt. Insgesamt wachsen im neuen Ortspark demnächst mehr als 700 Bäume.

Neben den Bäumen werden in Kirchheim Rasenflächen für Spiel und Bewegung und Wiesen neu angelegt. Darüber hinaus kommen Sträucher, Stauden, Hecken, Schilf und Gräser dazu. Im Bereich der sogenannten Sphäre „Wildnis“ und in der Sphäre „Wald“ bleibt auch viel Bestandsgrün erhalten.

Die Sphäre „Garten

Den Auftakt der Landesgartenschau Kirchheim bildet die sogenannte Sphäre „Garten“. Sie beherbergt die Bürgergärten, eine Streuobstwiese und eine bestehende Fliederhecke. In diesem Areal steht die gemeinschaftliche Bewirtschaftung im Vordergrund. Deshalb werden hier vor allem Gehölze mit essbaren Früchten zu finden sein. Darüber hinaus entstehen im Garten drei neue Jahrgangswäldchen mit jeweils 100 Zierapfelbäumen. Dieser neue Apfelhain ist ein Geschenk der Gemeinde Kirchheim und der Landesgartenschau an den Kirchheimer Nachwuchs der Jahrgänge 2021, 2022 und 2023. Der Hain steht dabei symbolisch für das Motto der Landesgartenschau Kirchheim „Zusammen.Wachsen“.

Herzstück in der Sphäre „Wasser“

In der Sphäre „Wasser“ bildet ein neuer Parksee den Mittelpunkt. Mit knapp 7400 Quadratmetern bildet er eine große Wasserfläche. Darüber hinaus bildet sein naturnaher Ufersaum Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum in Kirchheim. Die Liegewiese am Westufer des Sees wird mit Auenbäumen bepflanzt. Und für die Wasser- und Uferzonen werden, je nach Wassertiefe, passende Wasser- und Schwimmblattpflanzen ausgewählt. Sie allen bereichern das Areal der Landesgartenschau Kirchheim um vielfältige neue Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere.

In der Sphäre „Wildnis“ in Kirchheim

Die Sphäre „Wildnis“ verdankt ihre Bezeichnung dem Bestand. Die bestehende Vegetation wird hier durch Lichtungen und neu angelegte Wege erlebbar. Sie werden aber nicht überall begehbar werden.

In der Vorbereitung für die Landesgartenschau Kirchheim wurden mehrere Bäume gefällt und bestehender Aufwuchs entfernt. Dafür werden an anderer Stelle in der Wildnis 73 Bäume neu gesetzt. In Vorbereitung der Landesgartenschau Kirchheim wurde im vergangenen Jahr bereits bestehender Bewuchs entfernt. Dafür wachsen in der Sphäre „Wald“ demnächst 67 neue Bäume.

Die Sphäre „Wiese“ auf der Landesgartenschau

Im südlichen Bereich der Landesgartenschau Kirchheim liegt der Schwerpunkt auf großen, autochthonen Blühwiesen. Diese bieten idealen Lebensraum für zahlreiche Insekten- und Schmetterlingsarten. Dieser besondere Wiesenbereich lebt außerdem von großen Solitärbäumen, von einzelnen Baumreihen, Fliederhecken und Stauden. Sie allen fassen den Wiesenbereich ein und geben ihm Struktur.

Bänke im Ortspark

Neben den vielen neuen Bäumen auf dem Areal der Landesgartenschau Kirchheim werden etwa 200 Bänke im Ortspark aufgestellt. Die bieten den Menschen die Möglichkeit sich auszuruhen und zu entspannen. Genauso wie für die neuen Bäume vergibt die Landesgartenschau Kirchheim 2024 GmbH auch Patenschaften für die Bänke. Auf einer eigenen Website können die ab Frühjahr 2022 erworben werden. Auf diese Weise können interessierte Bürger*innen und Unternehmen sich persönlich einbringen und die Entstehung der Landesgartenschau Kirchheim fördern.

Energieholz auf temporären Flächen

Während der Landesgartenschau in Kirchheim wächst das Veranstaltungsgelände um weitere vier Hektar Grünfläche. Diese ergänzen im Jahr 2024 also den neuen, zehn Hektar großen Ortspark. Hier werden temporäre Ausstellungsflächen eingerichtet, die Platz für etwa 50 Aussteller*innen bieten. Sie alle informieren die Besucher*innen der Landesgartenschau zu Themen wie Gartengestaltung, Umweltschutz, Klimaschutz, nachhaltige Energie und grüne Mobilität. Auf diesen Ausstellungsflächen sind die Baumpflanzungen von Anfang an als Energieholzplantage vorgesehen und dem Thema nachhaltige Energie verpflichtet. Die ersten Bäume sind schon im März 2022 gepflanzt worden. Nach Abschluss der Landesgartenschau Kirchheim werden sie dann zu Energieholz weiterverarbeitet.

Im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energie spielt Holz eine wichtige Rolle. Denn anders als bei Wind- und Sonnenenergie kann Holz zu jedem Zeitpunkt verfügbare Energie liefern. Auf diese Weise kann Energieholz dabei helfen, den Umstieg von fossilen auf alternative Energieträger zu beschleunigen. Es kann helfen, die Energieversorgung langfristig sicherzustellen. Das ist schon jetzt wichtiger denn je und ein guter Ausblick auf die bayrische Landesgartenschau in Kirchheim im Jahr 2024.

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BürosSINAI

Die Piazza del Campo in Siena

Die Piazza del Campo in Siena ist nur zu Fuß über kleine Gassen erreichbar. Bildquelle: Unsplash
Die Piazza del Campo in Siena ist nur zu Fuß über kleine Gassen erreichbar. Bildquelle: Unsplash

Die Piazza del Campo in Siena gilt als der Platz aller Plätze, als das Nonplusultra des europäischen Stadtplatzes und wird in Vorlesungen als städtebauliches Exempel definiert. Alles über den Stadtplatz in der Toskana erfahren Sie hier.

Die Piazza del Campo

Der Platz Piazza del Campo ist das Zentrum der italienischen Stadt Siena. Es handelt sich hier um einen der wichtigsten Plätze der Toskana oder sogar ganz Italiens. Berühmt ist die Piazza del Campo für ihre halbrunde Muschelform und beeindruckende Architektur. Sie stellt das politische Zentrum von Siena dar und beherbergt unter anderem das Rathaus.

Das Gelände der Piazza del Campo ist leicht abschüssig. An der niedrigsten Stelle liegt das Rathaus und bietet somit eine neutrale Lage zwischen den Hügeln der Stadt. Der benachbarte Turm, Torre del Mangia, ist relativ hoch und überragt die Stadt. An der höchsten Stelle der Piazza steht der Fonte Gaia oder „Brunnen der Freude“. Er markiert das Erfolgserlebnis aus dem 1342, als es Siena gelang, zum ersten Mal über eine 25 Kilometer lange Leitung Wasser in die Stadt zu transportieren.

Bemerkenswert ist auch die Pflasterung des Platzes. Sie ist in neun Segmente aufgeteilt, die an die frühere Herrschaft der Neun in Italien erinnern soll. Lange Linien markieren die Segmente.

Heute ist die Piazza nicht nur ein wichtiges politisches Zentrum und ein angenehmer Aufenthaltsort, sondern auch der Ort für das jährliche Pferderennen in Siena. Das sogenannte Palio de Siena findet zweimal im Jahr statt, am 2. Juli und am 16. August. 17 Contraden treten gegeneinander an, und das in einem der schwierigsten Pferderennen der Welt. Schon seit dem Mittelalter handelt es sich dabei um das wichtigste kulturelle Ereignis in der Stadt.

Die Piazza del Campo in Siena ist ein Paradebeispiel für attraktive Plätze in Europa. Bildquelle: Superchilum, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Die Piazza del Campo in Siena ist ein Paradebeispiel für attraktive Plätze in Europa. Bildquelle: Superchilum, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Geschichte

Früher war die Piazza del Campo ein sumpfiges Stück Land, in dem das Regenwasser abfloss. Im frühen Mittelalter entwickelte sich hier ein Marktplatz, denn zwei Fernstraßen kreuzten sich hier. So entstand die Piazza del Mercato. Vermutlich 1193 kam es dazu, dass die Stadt, die das Land besaß, den Platz mit einer Mauer in zwei Hälften teilte, um besser Wasser ableiten zu können.

Unter der Herrschaft der 24, die 1270 zu Ende ging, war die Piazza del Campo vor allem für Messen und Märkte wichtig. Sie entwickelte sich zu einem zweiten Stadtmittelpunkt. Der andere Mittelpunkt war der Dom mit seinem Platz. Dort fanden religiöse Feste statt, während Il Campo für Handel und weltliche Feste diente.

Im Jahr 1349 wurde das fischgrätenartige Pflastermuster der Piazza fertig. Es war schon damals in rotem Backstein gehalten und enthielt die acht Linien, die den Platz in neuen Sektionen teilen. Sie gehen alle vom zentralen Wasserabfluss vor dem Rathaus, dem Palazzo Pubblico, ab. Die Zahl 9 kommt von der Herrschaft der Neun (Noveschi), die von 1292 bis 1355 dauerte. In dieser Zeit erlebte Siena den Höhepunkt seiner mittelalterlichen Pracht. Aber bis heute ist der Platz das Zentrum des öffentlichen Lebens von Siena.

Der Vorläufer moderner Kommunalpolitik

Um ihre öffentlichen Infrastrukturarbeiten zu finanzieren, erfanden die Noveschi den Vorläufer der modernen Einkommenssteuer. Diese bestand in Einschätzungen des Eigentums und entsprechenden Steuern. Seit 1320 finanzierten sie so die Entwicklung der Stadt. Florenz folgte diesem Beispiel schnell. Auch eine Geldpolitik zu Krediten, aus der sich öffentliche Schulden entwickelten, war eine Innovation. Diese führte letztendlich zur Gründung der staatseigenen Bank Monte dei Paschi die Siena, die es bis heute gibt.

Heute haben die palazzi signorili oder Herrenhäuser rund um den Platz vereinheitlichte Höhen und Fassaden. Früher war dies nicht der Fall, aber in den letzten Jahrzehnten kam es vermehrt zu Versuchen, die Piazza noch schöner und harmonischer zu gestalten.

Der Turm des Rathauses wurde als höchster Punkt der Stadt angelegt. Bildquelle: Unsplash
Der Turm des Rathauses wurde als höchster Punkt der Stadt angelegt. Bildquelle: Unsplash

Die Bedeutung der Piazza del Campo

Die Piazza del Campo ist als einer von Europas schönsten mittelalterlichen Plätze bekannt. Sowohl seine Ästhetik als auch seine architektonische Integrität zeichnen ihn aus. Oft einfach als „Il Campo“ bezeichnet zieht der Platz sowohl Einheimische als auch Tourist*innen geradezu magisch an. Dies liegt unter anderem an der Ausgewogenheit und der Krümmung des muschelförmigen Platzes. Diese gleicht die Unebenheiten im Boden harmonisch aus.

Auch die umliegenden Gebäude, herrschaftliche Paläste sowie das Rathaus, sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Der Platz ist nur für Fußgänger*innen zu erreichen. Schmale Gassen zwischen den Bauten führen auf die Piazza del Campo. Insgesamt steigt sie etwa zehn Meter an. Der oft sonngengewärmte Boden lädt dazu ein, sich hinzusetzen und die Atmosphäre zu genießen.

Der Platz ist ein kommunales Zentrum. Anders als sonst in Italien üblich hat er keine Kirche, sondern dreht sich ganz um die Politik. Die Pflasterung ist seit 1349 vorhanden. Schon früher fanden historisch und kulturell bedeutsame Ereignisse statt: Bereits 1260 feierte die Bevölkerung der Stadt hier den Sieg gegen Florenz.

Die Bedeutung der Piazza del Campo besteht darin, dass sie komplett den Menschen der Stadt gewidmet ist. Hier treffen Politik sowie Gesellschaft aufeinander, hier wird gefeiert, und hier lässt sich das Treiben bewundern. Hinzu kommt die Harmonie, die durch die immer wieder auftauchende Dreiteilung der Architektur unterstrichen wird.

Übrigens: 2021 erschien eine Studie über europäische Stadtplätze aus dem 21. Jahrhundert.