Neues aus der Planung – Februar 2023

Achterbahn, die Looping fährt; Wenn sich die Nachrichten überschlagen – einfach auf der Webseite der G+L nachlesen. Foto: Priscilla du Preez via Unsplash
Wenn sich die Nachrichten überschlagen – dann einfach auf unserer Webseite nachlesen. Foto: Priscilla du Preez via Unsplash

Wenn sich die Nachrichten überschlagen und es mal wieder drunter und drüber geht: Wir informieren Sie über Nachrichten aus der Planung, zu aktuellen Diskussionen und neuen Projekten. Der Februar 2023 im Rückblick.

In der Februarausgabe haben wir uns angeschaut, welche realistische Chance wir haben, die fahrradfreundliche Metropole umzusetzen und zu erleben. Mehr über die Themen der Ausgabe „Fahrradstadt“ schreibt Theresa Ramisch im Editorial.

Und: Im Shop gibt’s das Heft nicht nur einzeln, sondern auch im Bundle mit unserer Mobilitätsserie aus dem vergangenen Jahr.

Was entschieden wurde

Der Wettbewerb für die „Alte Messe West“ in Leipzig ist entschieden. Das alte Messegelände soll zum modernen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort werden. Mehr zu den Sieger*innen des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs und den Entwürfen erfahren Sie hier.

Was zur Gründungszeit der Stadt Saarlouis ein Exerzierplatz war, dient heute seit Jahrzehnten als Stellplatz für PKWs. Seitdem scheitern auch die Versuche der Stadt, dem sogenannten Großen Markt Saarlouis seine alte Bedeutung wiederzugeben. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs soll er endlich umgestaltet werden. Wie das aussehen soll, sehen Sie hier.

Gerade oder bald in der Mache

Der Freistaat Bayern fördert die Errichtung von jungen und modernen Wohnvierteln in zehn Gemeinden. Roth ist eine davon: Auf einem alten Leoni-Fabrikgebäude soll nun ein neuer Stadtteil entstehen. Was für das Areal geplant ist.

Die „Kö“ prägt das Image von Düsseldorf. Bald könnte sie mehr sein als die teuerste Straße der Stadt: Es soll sich hier einiges ändern. Mehr Gastronomie, andere Geschäfte und vor allem: mehr Fußgänger*innen. Hier lesen Sie mehr dazu, wie die Düsseldorfer Königsallee neu belebt werden soll.

Zusammen mit dem Schweizer Start-up Urb-x will die Stadt Stuttgart ein Radschnellweg in fünf Meter Höhe errichten. Der Prototyp dazu entsteht derzeit in Basel. Wie das „Stecksystem“ aus vorgefertigten Holz-Modulen funktioniert und wofür die zugehörigen Solarmodule gedacht sind lesen Sie hier.

Neue Nachbarschaft im Frankfurter Ostend: Im Herbst 2023 soll das neue Hafenpark Quartier in Frankfurt am Main fertig sein. Es soll unter anderem weitläufige Dachgärten und grüne Rückzugsräume am Main bieten. Hier erfahren Sie, was sonst noch geplant ist und wer dort entwirft.

Das britische Designbüro Heatherwick Studio entwirft einen Park neben dem Hauptsitz von Harley-Davidson in Milwaukee, USA. Der Park wird zudem ein Amphitheater für bis zu 700 Motorräder enthalten. Wir stellen das Projekt vor.

Das UN-Habitat und seine Partner stellen Oceanix Busan vor, den weltweit ersten Prototyp einer schwimmenden Stadt. Diese wurde von BIG entworfen und bietet eine bahnbrechende Technologie für Küstenstädte. Mehr zu dem Projekt hier.

Die geplante Stadt „Telosa“ in den USA ist eines von derzeit vielen Beispielen für Planstädte, die zeigen, wie das urbane Leben in der Zukunft aussehen könnte. Mehr über das Projekt eines Milliardärs hier.

Das Berliner Landschaftsarchitekturbüro SINAI hat den Wettbewerb um die Neugestaltung des Husemannplatzes in Bochum gewonnen. Mit einer Green Cloud und einer Blue Cloud soll ein attraktiver Alltagsraum entstehen. Alles zum Projekt hier.

Was schon fertig ist

Anfang Januar eröffnete in London eine neue Fußgängerbrücke entlang des Themse-Ufers. Die Dukes Meadows Footbridge von Moxon Architects verbindet nun zwei Abschnitte des Thames Path, der dem Flusslauf folgt. Dabei führt die neue Brücke unter einer älteren hindurch. Hier gibt’s das Projekt zu sehen.

And the winner is…

Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) hat den Großen BDA-Preis 2023 ausgelobt. Noch bis zum 20. März 2023 kann jedes BDA-Mitglied einen Vorschlag für Preisträger*innen einreichen. Mehr zur Auslobung hier: Großer BDA-Preis 2023

Zusammen haben das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Bundesarchitektenkammer den Deutschen Architekturpreis 2023 ausgelobt. Noch bis zum 29. März kann man Unterlagen zu Bauwerken einreichen. Mehr zu der Auslobung lesen Sie hier.

Die Gewinner*innen des Wettbewerbs „Gärten des Jahres“ 2023 stehen fest. Zum achten Mal lobte der Münchner Callwey Verlag mit der G+L und weiteren Partner*innen den Wettbewerb im vergangenen Jahr aus. Wir stellen die ausgezeichneten Projekte vor.

Die Stipendiat*innen für die Aufenthalte in der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und Casa Baldi, im Deutschen Studienzentrum in Venedig sowie im „Bundesateliers“ der Cité Internationale des Arts in Paris stehen fest. Mit diesen Stipendienaufenthalten ermöglicht es die Bundesregierung hochbegabten Künstler*innen aus Deutschland, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Wen die Jury auswählte und welches Landschaftsarchitekturbüro die Baukultur vertritt, lesen Sie hier.

Das Land Berlin vergab im November zum 49. Mal den Peter-Joseph-Lenné-Preis. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs waren Anfang des Jahres drei Gestaltungsaufgaben ausgelobt worden. 19 Nachwuchsplaner*innen erhielten im November 2022 Preise und Anerkennungen. Wir stellen die Ausgezeichneten und die Projekte vor.

Zum Schauen und zum Lesen

Das Buch „Architektur – 25 moderne Bauwerke aus aller Welt“ präsentiert jungen Leser*innen ausgewählte internationale Projekte. Dabei fokussiert sich der Inhalt nicht nur auf die Gebäude und Architekt*innen, sondern auch auf Themen wie Hautfarbe, Geschlecht, Klimawandel und Nachhaltigkeit. Eine Rezension.

Das Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung rückt vom 27. Januar bis 26. März 2023 den öffentlichen Raum mit der Ausstellung „In aller Öffentlichkeit“ in den Fokus. Alles zur Jahresausstellung hier.

Der öffentliche Stadtraum ist für alle da – könnte man zumindest meinen. Zahlreiche Straßen scheinen stattdessen vor allem für Pkws geplant und von diesen besetzt zu werden. Die Allianz der freien Straße will das ändern. Wie das aussehen könnte, zeigt sie in der Publikation „Manifest der freien Straße”. Eine Buchrezension.

Neues zu Gesellschaft und Umwelt

Die Bundesregierung will bis 2030 den Strom aus erneuerbaren Energien verdoppeln. Hierfür ist Windkraft essenziell. Am 1. Februar trat ein Gesetz in Kraft, das deren Ausbau deutlich beschleunigen soll. Wir haben uns das Windenergie-an-Land-Gesetz genauer angesehen.

Die Global Traffic Scorecard von INRIX zeigt, dass London auch im Jahr 2022 die Stadt mit den meisten Staus der Welt war. Das zweite Jahr in Folge befinden sich die fünf am stärksten verstopften Straßen und die höchste durchschnittliche Wartezeit in der britischen Hauptstadt. Hier gibt’s mehr zu lesen: Traffic Scorecard

MVRDV hat eine Studie veröffentlicht, die mögliche Lösungen für die Stadtplanung bietet, um mit den Problemen des steigenden Meeresspiegels umzugehen. MVRDVs Projekt-Beispiel: das Hafenviertel von Vancouver. Hier gibt’s mehr Infos zum Sea Level Rise Catalogue.

Immersive Computerspiele zeigen, wie die Welt in Folge des Klimawandels in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aussehen könnte. Die eingängige Virtual Reality soll Entscheidungsmacher*innen dabei helfen, passende und vor allem zeitsensible Politiken zu entwickeln. Wie das aussehen kann, erfahren Sie hier.

Dass die Berliner Friedrichstraße autofrei sein soll, führt immer wieder zu Konflikten und Änderungen. Seit November 2022 durften nach einer Klage wieder Autos auf dem verkehrsbefreiten Abschnitt fahren. Ab dem 30. Januar ist dies wieder verboten. Ein Update.

Im Februar 2023 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass „Verhandlungsgeschick“ kein Argument für eine Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen sein darf. Alles zum Urteil und zum Thema Equal Pay in der Landschaftsarchitektur hier.

Was war noch Mal im Januar los? Einfach hier nachlesen.

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Wettbewerbsübersicht Februar 2020 (1/2)

sieht der Entwurf Sitznischen in großzügigen Stauden- und Gräserpflanzungen anstelle der aktuell übersichtlichen Rasenfläche vor. © Carla Lo Landschaftsarchitektur

Campus der Universität Wien, Carla Lo Landschaftsarchitektur, Wien

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse.

Münchner Nordosten, rheinflügel severin, Düsseldorf, mit bbz landschaftsarchitekten, Berlin

Die Campushöfe als „Landschaft des Wissens“ überzeugten als Gestaltungskonzept für die Neuanlage der öffentlich zugänglichen Grün- und Freiflächen der Universität Wien. Die Innenhöfe sollen dabei Raum für Kommunikation, Diskussion und Kontemplation geben, aber auch Naturerleben und Ausstellungen ermöglichen, sowie Nutzungsoffenheit bieten. Der Entwurf sieht ein die Höfe übergreifendes Passepartout vor, das in Form eines Plattenbelags alle Eingänge und Durchgänge verbindet und mit variabler Breite auf die jeweilige Situation eingehen kann. Der Belagsrahmen bildet den Übergangsort zwischen Innen und Außen. Er integriert als vorgelagertes Funktionsband die eigens für die Höfe entworfene Möblierungsfamilie, die zur Identitätsstiftung beiträgt. Die Landschaftsbilder im Inneren des Passepartouts entwickeln die Planer aus dem Bestand heraus und verknüpfen die Vegetationsbilder mit passenden Nutzungen und Funktionen – so dient beispielsweise Hof zwei, der Drehpunkt zwischen den Achsen Nord-Süd und West-Ost, als nutzungsoffener Kommunikationsraum, dessen exotische Gehölze und große Rundbänke die Aufenthaltsqualität stärken.

Erlebnisort Freizeitpark Moers, Förder Landschaftsarchitekten, Essen, mit maier landschaftsarchitektur, Köln

Vision einer zukunftsweisenden Weiterentwicklung: Um den hohen Wohnraumbedarf zu decken, plant München im Nordosten auf einer Fläche von rund 600 Hektar ein großes Stadterweiterungsgebiet. Für die Entwicklung sucht die Landeshauptstadt nach einer stadträumlichen Vision, die über grüne Strukturen zum bestehenden Stadtrand vermittelt. Der Siegerentwurf im städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb basiert auf einem starken Freiraumgerüst mit prägnanten Grünzügen, welche die Neubaugebiete vom Bestand separieren. Der Entwurf baue damit eine klare Haltung zum Ort auf, so die Jury. Als Nahtstelle zwischen Bestand und Neubau fungiert ein diagonal verlaufendes Freiraumband, das die durchgängigen Freiraumbänder in Ost-West-Richtung ergänzt. Die starke Freiraumstruktur erfüllt stadtklimatische Belange und integriert zugleich die geforderten Freiraumnutzungen, die Bezug nehmen auf die angrenzenden Nutzungen in den Siedlungsstrukturen. Im Südosten bindet ein Aktivitätenband an die bestehende Pferderennbahn an.

Der Moersbachpark rückt ins städtische Rampenlicht: Im Rahmen ihres Entwicklungskonzeptes möchte die Stadt Moers einen Erlebnisort entwickeln, der neben Begegnungszonen und Veranstaltungsbereichen auch Spiel- und Sportangebote für alle Generationen vereint. Der Siegerentwurf entwickelt den Park als Ensemble von sechs Bereichen: Dreh- und Angelpunkt des neuen Parks ist die Plaza, die als Treffpunkt dient und Raum bietet für Veranstaltungen. Über das Funktionsband, das sich an die Plaza anschmiegt, gelangen die Parkbesucher zu den weiteren Bereichen: Der Skatepark als Publikumsmagneten, der bereits vorhandenen Kinderspielbereich, der strukturell in das neue Gesamtkonzept eingebunden wird, die freien Wiesenflächen und der Waldspielplatz. Das Element Wasser nimmt inhaltlich und räumlich eine zentrale Stellung ein und lässt sich verschiedenartig erleben, der Wasserwandler bildet dabei das Herzstück. Als Ring in der Mitte der Plaza ermöglicht er verschiedene Szenarien – vom Wasserfilm über Wasserspiele bis zur Eisfläche.

Nach dem Weg kommt das Ziel

2017 wanderte eine Gruppe aus Geografen und Raumplanern über die Alpen von Wien nach Nizza, um den aktuellen Zustand der Alpen zu dokumentieren. Das Buch dazu erscheint im August.